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Dolly, Museum
Das ausgestopfte Klonschaf Dolly im Royal Museum of Scotland.Maltesedog/Wikimedia Commons

Fakt #1

Klonen bedeutet die Erzeugung eines genetisch identischen Individuums. Das schottische Forscherteam um Ian Wilmut und Keith Campbell entfernte aus einer Eizelle den Zellkern und setzte dann das Erbgut aus einer adulten (erwachsenen) Zelle ein. Anschließend pflanzten sie die Eizelle einem Schaf in die Gebärmutter ein. Dieses Verfahren probten die Forscher mit 277 Eizellen, aber nur bei Dolly waren sie erfolgreich. Das Schaf wurde schwanger, Dolly wurde am 5. Juli 1996 geboren. Genau genommen ist Dolly aber kein exakter Klon, weil die Mitochondrien, ein Bestandteil der Eizelle, aus dieser mit übernommen wurden.

Fakt #2

Schafe können 12 Jahre alt werden, sogar 20 Jahre sind möglich. Dolly starb aber schon mit 6 Jahren an einer schweren Lungenkrankheit. Auch zeigte sie bereits Alterserscheinungen wie Arthritis. Die Wissenschaftler vermuten, dass der frühe Tod Dollys auch mit dem Klonen zusammenhängt – schließlich stammte das Erbgut, das in die Eizelle eingepflanzt wurde, von einem erwachsenen Schaf.

Fakt #3

John Bracken, Forschungsfarmassistent, schlug bei der Geburt den Namen „Dolly“ vor, nach der US-amerikanischen Countrysängerin Dolly Parton. Parton ist für ihre große Oberweite bekannt – das Erbgut von Dolly stammte aus Euterzellen eines Schafs. Obwohl sie nicht gefragt worden war, nahm Dolly Parton die Benennung mit Humor.

Fakt #4

Eigentlich sollte Dolly erst mit Veröffentlichung des Nature-Artikels der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden, aber ein Journalist des „Observer“ leakte die Story. Sofort wurden die Wissenschaftler und Dolly von Journalisten aus aller Welt belagert. Und eine bange Frage trieb die Kommentatoren um: Kommt jetzt auch das Klonen von Menschen? Auch das therapeutische Klonen von einzelnen Organen kam ins Gespräch. In der Europäischen Union konnte man sich auf ein Verbot menschlichen Klonens aus ethischen Gründen einigen, auf Ebene der Vereinten Nationen gelang das nicht.

Fakt #5

Klonen gab es schon vor Dolly, aber noch nie war es gelungen, ein Tier aus einer adulten Zelle zu klonen. Das war die eigentliche Sensation. Ein Jahr nach Dolly züchtete der Amerikaner James Thomson im Labor menschliche embryonale Stammzellen. 2001 klonte die US-Firma ACT einen menschlichen Embryo, um Stammzellen zu gewinnen. In der Landwirtschaft ist Klonen heute weit verbreitet: Zuchtbullen und Pferde mit besonderen Eigenschaften werden geklont.