Der Welt-Lepra-Tag wird seit 1954 immer am letzten Sonntag im Januar begangen.
Der Welt--Tag wird seit 1954 immer am letz­ten Sonn­tag im Janu­ar began­gen.© Suns Design | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Fakt #1

Bei han­delt es sich um eine , die durch das Bak­te­ri­um Myco­bac­te­ri­um leprae von Mensch zu Mensch über­tra­gen wird. Das Bak­te­ri­um zer­stört Ner­ven und befällt meist Arme, Bei­ne und Kopf. Man­geln­de Hygie­ne­zu­stän­de und geschwäch­te Immun­sys­te­me etwa infol­ge von Unter­ernäh­rung erhö­hen die Über­tra­gungs­wahr­schein­lich­keit, welt­weit gilt die Mehr­zahl der Men­schen aller­dings als immun gegen die Krank­heit.

Fakt #2

Der Ver­lauf der Krank­heit kann sehr unter­schied­lich sein, man unter­schei­det zwi­schen der tuber­ku­loiden Lepra, der Bor­der­line-Lepra und lepro­ma­tö­sen Lepra. Ers­te­re äußert sich durch Fle­cken an ver­schie­de­nen Haut­par­tien sowie Emp­fin­dungs­stö­run­gen und Läh­mun­gen. Wäh­rend die­se Form meist von selbst ver­schwin­det, geht die lepro­ma­tö­se Lepra mit schwer­wie­gen­de­ren Fol­gen ein­her. Schwel­lun­gen, schwe­re Gewe­be­schä­den, Kno­ten am gan­zen Kör­per bis hin zum Befall der inne­ren Orga­ne mit dem Erre­ger und ein töd­li­cher Aus­gang sind mög­lich. Die Bor­der­line-Lepra ist eine Zwi­schen­form und kann sich zur tuber­ku­loiden oder lepro­ma­tö­sen Lepra wei­ter­ent­wi­ckeln.

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Fakt #3

Nach Infor­ma­tio­nen des Robert Koch-Insti­tuts gilt Lepra als offi­zi­ell eli­mi­niert, aller­dings ist der Rück­gang der jähr­lich gemel­de­ten Neu­erkran­kun­gen deut­lich sta­gniert. So gehen jähr­lich mehr als 210.000 Neu­mel­dun­gen von Lepra­er­krank­ten aus 136 Län­dern an die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (Epi­de­mio­lo­gi­sches Bul­le­tin 2017). Die unab­hän­gi­ge Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Deut­sche Lepra- und Tuber­ku­lo­se­hil­fe (DAHW) schätzt die Zahl sogar noch höher. Am meis­ten betrof­fen sind Indi­en, Bra­si­li­en, und Indo­ne­si­en.

Fakt #4

Infol­ge der Ver­kün­dung einer natio­na­len „Lepra-Eli­mi­na­ti­on“ kam es dazu, dass die Krank­heit auch in ande­ren Län­dern ver­stärkt aus dem Bewusst­sein gera­ten ist. Zwar ist Lepra heil­bar, doch es gibt zahl­rei­che Fäl­le, in denen die Krank­heit schon so weit fort­ge­schrit­ten ist, dass lebens­lan­ge Behin­de­run­gen davon getra­gen wer­den müs­sen.

Durch die Ner­ven­ent­zün­dun­gen und dem Ver­lust von Schmerz­emp­fin­dung kann es zu Ver­let­zun­gen und Läh­mun­gen kom­men, die nicht mehr the­ra­pier­bar sind. In vie­len Län­dern müs­sen an Lepra Erkrank­te unter Dis­kri­mi­nie­rung und sozia­lem Aus­schluss lei­den.

Fakt #5

Im Rah­men der glo­ba­len Lepra­stra­te­gie 2016–2020 der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) wird wei­ter dafür gekämpft, Lepra welt­weit zu eli­mi­nie­ren und Dis­kri­mi­nie­run­gen zu stop­pen. Der Welt-Lepra-Tag wird seit 1954 immer am letz­ten Sonn­tag im Janu­ar began­gen und ist von dem fran­zö­si­schen Schrift­stel­ler Raoul Fol­le­reau initi­iert wor­den. Auch die Muse­ums­land­schaft bleibt von dem The­ma nicht unbe­rührt – zwei Lepra­mu­se­en gibt es in Deutsch­land: Das Lepro­sen­haus in Bad Wurz­bach und das Lepra­mu­se­um in Müns­ter.