Im Schnellverfahren hat der G-BA einige Richtlinien zur medizinischen Versorgung gesetzlich versicherter Patienten und Patientinnen angepasst.
Im Schnell­ver­fah­ren hat der eini­ge Richt­li­ni­en zur medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung gesetz­lich ver­si­cher­ter Pati­en­ten und Pati­en­tin­nen ange­passt.Pho­to 53112916 © Sebas­ti­an­gau­ert – Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Obers­tes Ziel in der -Kri­se ist es, die Infek­ti­ons­ket­ten zu unter­bre­chen. Der Emp­feh­lung, unnö­ti­gen Arzt­be­such zu ver­mei­den, fol­gen vie­le Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten. Den­noch benö­ti­gen kran­ke Men­schen Ver­ord­nun­gen für medi­zi­ni­sche Hilfs­mit­tel, Heil­mit­tel oder Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gun­gen. Die Aus­stel­lung von Rezep­ten und Krank­schrei­bun­gen, aber auch die Pati­en­ten­ver­sor­gung mit medi­zi­ni­schen Hilfs­mit­teln, wur­de zu einem Balan­ce­akt.

Um in der Kri­se eine rei­bungs­lo­se Pati­en­ten­ver­sor­gung zu gewähr­leis­ten, hat der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss () in einem Schnell­ver­fah­ren ein­zel­ne Richt­li­ni­en zur medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung von gesetz­lich Ver­si­cher­ten vor­über­ge­hend ange­passt. Dazu zäh­len auch die bei­den Richt­li­ni­en über die Ver­ord­nung von Heil- und Hilfs­mit­teln in der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung (§ 92 Absatz 1 Satz 2 Num­mer 6 SGB V) sowie die Richt­li­nie über die Beur­tei­lung der .

Befristet bis zum 31. Mai 2020 wurden folgende Änderungen beschlossen:

1. Ver­ord­nung von Hilfs­mit­teln in der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung:

Fris­ten: Ange­sichts des bevor­ste­hen­den Per­so­nal­man­gels auf Sei­ten der Ver­sor­ger und der anhal­ten­den Schutz­maß­nah­men, hat der G‑BA die Fris­ten, inner­halb derer ein Hilfs­mit­tel abge­ge­ben wer­den muss, aber auch Ver­ord­nungs­zeit­räu­me ange­passt.

So wur­de die Frist, nach der eine inner­halb von 28 Kalen­der­ta­gen nach Aus­stel­lung der Ver­ord­nung auf­ge­nom­men wer­den muss­te, aus­ge­setzt.
Für die Ver­sor­gung der Ver­si­cher­ten unmit­tel­bar nach der Ent­las­sung aus einem Kran­ken­haus, durf­te ein Ver­trags­arzt bis­her Hilfs­mit­tel nur für einen Ver­sor­gungs­zeit­raum von bis zu 7 Kalen­der­ta­gen ver­ord­nen. Die­ser Zeit­raum wur­de auf 14-Kalen­der­ta­ge auf­ge­stockt.

Fol­ge­ver­ord­nun­gen: Braucht ein Pati­ent auf­grund einer bestehen­den Erkran­kung ein Fol­ge­re­zept für ein Hilfs­mit­tel, so darf der Arzt ihm dies nun auch nach tele­fo­ni­scher Ana­mne­se aus­stel­len und pos­ta­lisch über­mit­teln. Vor­aus­set­zung ist, dass der Pati­ent auf­grund die­ser Erkran­kung schon ein­mal unmit­tel­bar per­sön­lich vom Arzt unter­sucht wur­de.
Betrof­fen sind Hilfs­mit­tel, die unmit­tel­bar medi­zi­nisch not­wen­dig sind, ins­be­son­de­re auch eine defi­nier­te Nut­zungs­dau­er vor­wei­sen, z. B. Kom­pres­si­ons­strümp­fe. Eben­so zäh­len dazu medi­zi­ni­sche Hilfs­mit­tel, die auf­grund zu hoher oder unsach­ge­mä­ßer Bean­spru­chung ersetzt wer­den müs­sen.

2. Ver­ord­nung von Heil­mit­teln in der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung:

Fris­ten: Die Rege­lung, wonach Ver­ord­nun­gen ihre Gül­tig­keit ver­lie­ren, wenn die Heil­mit­tel­be­hand­lung nicht inner­halb von 14 Kalen­der­ta­gen nach der Ver­ord­nung begon­nen wird, bei der Podo­lo­gie und Ernäh­rungs­the­ra­pie inner­halb von 28 Tagen, wird aus­ge­setzt. Eben­so die Rege­lung, wonach Ver­ord­nun­gen ungül­tig wer­den, wenn die Behand­lung län­ger als 14 Kalen­der­ta­ge unter­bro­chen wird.
Bei der Ent­las­sung eines Pati­en­ten aus dem Kran­ken­haus muss­te eine Heil­mit­tel­be­hand­lung bis­her inner­halb von 7 Kalen­der­ta­gen auf­ge­nom­men wer­den. Dafür hat der Pati­ent nun 14 Kalen­der­ta­ge Zeit. Inner­halb von 21 Kalen­der­ta­gen muss die Behand­lung abge­schlos­sen sein – bis­her waren das nur 12 Tage.

Fol­ge­re­zep­te: Heil­mit­tel­fol­ge­ver­ord­nun­gen sowie Ver­ord­nun­gen außer­halb des Regel­falls kön­nen eben­falls nach tele­fo­ni­scher Ana­mne­se aus­ge­stellt und vom Arzt pos­ta­lisch an die Ver­si­cher­ten ver­schickt wer­den. Vor­aus­set­zung ist auch hier, dass der Pati­ent auf­grund der Erkran­kung schon ein­mal unmit­tel­bar per­sön­lich vom Arzt unter­sucht wur­de.

3. Beur­tei­lung der :

Fris­ten: Nach der Ent­las­sung aus dem Kran­ken­haus durf­te ein Pati­ent bis­her bis zu 7 Kalen­der­ta­ge vom Kli­nik­arzt krank­ge­schrie­ben wer­den. Die­se 7‑Ta­ge-Frist wur­de auf eine 14-Kalen­der­ta­ge-Frist erwei­tert. Befris­tet bis zum 31. Mai 2020 darf die Fest­stel­lung der Arbeits­un­fä­hig­keit bei Ver­si­cher­ten mit Erkran­kun­gen der obe­ren Atem­we­ge für einen Zeit­raum von bis zu 14 Kalen­der­ta­gen durch ein­ge­hen­de tele­fo­ni­sche Befra­gung erfol­gen*.

Die geän­der­ten Richt­li­ni­en des G‑BA tre­ten mit ihrer Ver­öf­fent­li­chung im Bun­des­an­zei­ger in Kraft.

*Anmer­kung der Redak­ti­on: Im Arti­kel war die Rede davon, dass befris­tet bis zum 31. Mai 2020 die Fest­stel­lung der Arbeits­un­fä­hig­keit bei Ver­si­cher­ten mit Erkran­kun­gen der obe­ren Atem­we­ge für einen Zeit­raum von bis zu 14 Kalen­der­ta­gen durch ein­ge­hen­de tele­fo­ni­sche Befra­gung erfol­gen darf. Dies wur­de am 17. 04. 2020 aktua­li­se­rit um die Aus­sa­ge, dass Pati­en­ten für eine Krank­schrei­bung ab dem 20. April 2020 wie­der in die Arzt­pra­xis kom­men müs­sen. Die­se Aus­sa­ge wur­de erneut aktua­li­siert am 21.04.2020: Befris­tet bis zum 4. Mai 2020 darf die Fest­stel­lung der Arbeits­un­fä­hig­keit bei Ver­si­cher­ten mit Erkran­kun­gen der obe­ren Atem­we­ge für einen Zeit­raum von bis zu 14 Kalen­der­ta­gen durch ein­ge­hen­de tele­fo­ni­sche Befra­gung erfol­gen. Erneu­te Aktua­li­sie­rung am 30.04.2020: Befris­tet bis zum 18. Mai 2020 darf die Fest­stel­lung der Arbeits­un­fä­hig­keit bei Ver­si­cher­ten mit Erkran­kun­gen der obe­ren Atem­we­ge für einen Zeit­raum von bis zu 14 Kalen­der­ta­gen durch ein­ge­hen­de tele­fo­ni­sche Befra­gung erfol­gen. Aktua­li­sie­rung am 15.05.2020: Befris­tet bis zum 31. Mai 2020 darf die Fest­stel­lung der Arbeits­un­fä­hig­keit bei Ver­si­cher­ten mit Erkran­kun­gen der obe­ren Atem­we­ge für einen Zeit­raum von bis zu 14 Kalen­der­ta­gen durch ein­ge­hen­de tele­fo­ni­sche Befra­gung erfol­gen.

Quel­len:
[1] www.g‑ba.de/beschluesse/4228/

[2] www.eurocom-info.de/aenderungen-der-hilfsmittel-richtlinie

[3] Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit, BAnz AT 07.04.2020 B3