Dar­in wer­den seit dem 1. Janu­ar 2017 alle Wund­in­fek­tio­nen erfasst, die nach bestimm­ten Ope­ra­tio­nen sta­tio­när behan­delt wer­den – unab­hän­gig davon, ob der Ein­griff zuvor in einer Kli­nik, einer Pra­xis oder einem Medi­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­zen­trum statt­fand.

Wundinfektionen gehören zu den typischen Komplikationen

Um dabei den Doku­men­ta­ti­ons­auf­wand so gering wie mög­lich zu hal­ten, wird weit­ge­hend auf bereits rou­ti­ne­mä­ßig erho­be­ne Abrech­nungs­da­ten bei den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen zurück­ge­grif­fen. Alle pati­en­ten­be­zo­ge­nen Daten wer­den vor der Wei­ter­ver­ar­bei­tung von einer unab­hän­gi­gen Ver­trau­ens­stel­le pseud­ony­mi­siert. Damit ist es mög­lich, Infek­tio­nen nach einer Ope­ra­ti­on auch über einen län­ge­ren Zeit­raum fest­zu­stel­len, ohne jedoch Rück­schlüs­se auf die Iden­ti­tät der dahin­ter­ste­hen­den Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten zie­hen zu kön­nen.

„Wund­in­fek­tio­nen gehö­ren zu den typi­schen Kom­pli­ka­tio­nen, die nach einem chir­ur­gi­schen Ein­griff auf­tre­ten kön­nen. Das gilt unab­hän­gig davon, ob Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten ambu­lant oder sta­tio­när behan­delt wur­den. Das neue Qua­li­täts­si­che­rungs­ver­fah­ren soll hel­fen, die Anzahl der Wund­in­fek­tio­nen zu sen­ken. Da wir hier­zu Daten zur Behand­lung erhe­ben, zusam­men­füh­ren und aus­wer­ten, sind fun­dier­te Infor­ma­tio­nen für Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten zum Umgang mit die­sen Daten ein zen­tra­ler Bau­stein“, sag­te Dr. Regi­na Kla­kow-Franck, unpar­tei­isches Mit­glied und Vor­sit­zen­de des Unter­aus­schus­ses Qua­li­täts­si­che­rung.

Einmal im Quartal werden die Daten ausgewertet

Das sek­to­ren­über­grei­fen­de Qua­li­täts­si­che­rungs­ver­fah­ren „Ver­mei­dung nos­o­ko­mia­ler Infek­tio­nen – post­ope­ra­ti­ve Wund­in­fek­tio­nen“ ist das zwei­te daten­ge­stütz­te sek­to­ren­über­grei­fen­de Qua­li­täts­si­che­rungs­ver­fah­ren des G‑BA. Seit Janu­ar 2016 wird bereits die medi­zi­ni­sche Behand­lungs­qua­li­tät bestimm­ter Ein­grif­fe mit einem Herz­ka­the­ter – der Koro­nar-angio­gra­phie und der per­ku­ta­nen Koro­nar­in­ter­ven­ti­on (PCI) – sowohl ambu­lant als auch sta­tio­när gesi­chert. Mit sol­chen Ver­fah­ren kön­nen Behand­lungs­ver­läu­fe über einen län­ge­ren Zeit­raum und Ein­rich­tungs­gren­zen hin­weg ver­folgt und aus­ge­wer­tet wer­den.

Die flä­chen­de­cken­de Ein­füh­rung des Ver­fah­rens ist zunächst im Pro­be­be­trieb vor­ge­se­hen. Das Insti­tut für Qua­li­tät und Trans­pa­renz im Gesund­heits­we­sen (IQTIG) erstellt quar­tals­be­zo­ge­ne Aus­wer­tun­gen auf Grund­la­ge der gesam­mel­ten Daten und stellt sie den ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung. Ein­mal jähr­lich wer­den dar­über hin­aus auch Infor­ma­tio­nen zum Hygie­ne- und Infek­ti­ons­ma­nage­ment bei den teil­neh­men­den Leis­tungs­er­brin­gern abge­fragt. Sie sol­len Auf­schluss über all­ge­mei­ne Maß­nah­men in einer Ein­rich­tung geben, durch die das Auf­tre­ten von Wund­in­fek­tio­nen ver­min­dert wer­den kann.