Der G-BA hat die Verordnungsfähigkeit für Maßnahmen der podologischen Therapie ausgeweitet.
Der hat die Ver­ord­nungs­fä­hig­keit für Maß­nah­men der podo­lo­gi­schen aus­ge­wei­tet.© Ele­na Khar­chen­ko | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Eine podo­lo­gi­sche kann aktu­ell nur dann ver­ord­net wer­den, wenn beim Pati­en­ten ein dia­be­ti­sches Fuß­syn­drom vor­liegt. Dies ändert sich nun mit Beschluss des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses (G‑BA) vom 20. Febru­ar 2020 zur Ände­rung der Heil­mit­tel-Richt­li­nie. Mit die­ser Ent­schei­dung wird der bis­he­ri­ge Indi­ka­ti­ons­be­reich erwei­tert, sodass in Zukunft auch bei wei­te­ren, ähn­li­chen Erkran­kungs­bil­dern, wie z.B. Schä­di­gun­gen an Haut oder Zehen­nä­geln, eine zulas­ten der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen ver­ord­net wer­den kann. Auf Antrag der Pati­en­ten­ver­tre­tung wur­de die Bera­tung zur Erwei­te­rung des bestehen­den Indi­ka­ti­ons­be­rei­ches für die Ver­ord­nungs­fä­hig­keit von Maß­nah­men der podo­lo­gi­schen The­ra­pie bereits mit G‑BA-Beschluss vom 17. Mai 2018 ein­ge­lei­tet. Bei Nich­be­an­stan­dung sei­tens des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit und der Ver­öf­fent­li­chung im Bun­des­an­zei­ger tritt die Richt­li­ni­en-Ände­rung zum Juli 2020 in Kraft.

Vorbeugung hinsichtlich schwerwiegender Erkrankungen

Durch eine fach­ge­rech­te Horn­haut­ab­tra­gung und Nagel­be­ar­bei­tung las­sen sich nach­fol­gen­de Ent­zün­dun­gen ver­mei­den. Man beu­ge somit auch einer im Ernst­fall nöti­gen Ampu­ta­ti­on des Fußes vor. Auch in der Fol­ge ande­rer Erkran­kun­gen kön­nen ver­gleich­ba­re Schä­di­gungs­bil­der auf­tre­ten. Um in jedem Fall mög­li­chen, schwer­wie­gen­de­ren Fol­ge­er­kran­kun­gen ent­ge­gen­wir­ken zu kön­nen, habe man den Ver­ord­nungs­be­reich der podo­lo­gi­schen The­ra­pie erwei­tert, so die Aus­sa­gen von Dr. Moni­ka Lel­ge­mann, Mit­glied des und Vor­sit­zen­de des Unter­aus­schus­ses Ver­an­lass­te Leis­tun­gen.

Anzei­ge
Pflegefortbildung des Westens

Alle Pati­en­ten, die nach­weis­lich unter einer mit einem dia­be­ti­schen Fuß­syn­drom () ver­gleich­ba­ren Schä­di­gung ihrer Füße lei­den, kön­nen ab dem 1. Juli 2020 einen Anspruch auf die Maß­nah­men der podo­lo­gi­schen Behand­lung äußern. Die­se erstre­cken sich nun zusätz­lich auf die Behand­lung von Schä­di­gun­gen im Zuge

  • eines Quer­schnitt­syn­droms oder
  • einer sen­si­blen oder sen­so­mo­to­ri­schen Neu­ro­pa­thie, bzw. ähn­li­cher Sen­si­bi­li­täts- oder Durch­blu­tungs­stö­run­gen

Podologie als Heilmittel

In der Heil­mit­tel-Richt­li­nie regelt der G‑BA die Vor­aus­set­zun­gen und Inhal­te der Ver­ord­nungs­mög­lich­kei­ten durch Ver­trags­ärz­te oder Kran­ken­häu­ser im Rah­men des Ent­lass­ma­nage­ments, sowie die Zusam­men­ar­beit von Ärz­ten und The­ra­peu­ten. Die Richt­li­nie umfasst neben einem soge­nann­ten Heil­mit­tel­ka­ta­log mit ver­ord­nungs- und nicht ver­ord­nungs­fä­hi­gen Heil­mit­teln eine Dia­gno­se­lis­te für den lang­fris­ti­gen Heil­mit­tel­be­darf.

Neben der Kran­ken­gym­nas­tik, der Ergo­the­ra­pie oder der Logo­pä­die gilt auch die Podo­lo­gie zu den medi­zi­ni­schen Leis­tun­gen, die eben als jene Heil­mit­tel bezeich­net wer­den. Die­se Heil­mit­tel ver­fol­gen das Ziel, gegen Krank­hei­ten vor­zu­beu­gen, sie zu hei­len oder die Beschwer­den zu min­dern. Sie müs­sen von Ärz­ten ver­ord­net und von spe­zia­li­sier­ten The­ra­peu­ten vor­ge­nom­men wer­den. Vor­aus­ge­setzt für den Anspruch aller gesetz­lich kran­ken­ver­si­cher­ten Pati­en­ten ist ein aner­kann­ter the­ra­peu­ti­scher Nut­zen des Heil­mit­tels.