In einer Unter­su­chung des Gesund­heits­am­tes und der Uni­kli­nik in Frank­furt am Main, wur­den im Jahr 2016 sämt­li­che Frank­fur­ter Alten- und Pfle­ge­hei­me bezüg­lich des Umgangs mit Wäsche und spe­zi­ell der Per­so­nal­wä­sche unter­sucht. Dabei wur­de fest­ge­stellt, dass 93% der Ein­rich­tun­gen mit einem exter­nen Wäscherei­dienst­leis­ter zusam­men­ar­bei­ten, wäh­rend die übri­gen 27% der Häu­ser die Dienst­klei­dung der Mit­ar­bei­ter zuhau­se waschen lie­ßen. Die mikro­bi­el­le Unter­su­chung der gewa­sche­nen Tex­ti­li­en ergab, dass die Wäsche, die von den Mit­ar­bei­tern zuhau­se gewa­schen wur­de, bei einem Mit­tel­wert von 16 KBE/25 cm² deut­lich stär­ker mikro­bi­ell belas­tet war, als die Tex­ti­li­en die in einer Wäsche­rei auf­be­rei­tet wur­den. Hier wur­den im Mit­tel­wert nur 2 KBE/25 cm² gezählt.

Vor dem Hin­ter­grund, dass eine Keim­über­ta­gung durch kon­ta­mi­nier­te Wäsche schon mehr­fach nach­ge­wie­sen wur­de, ist das Waschen der Per­so­nal­klei­dung aus Kran­ken­häu­sern sowie aus Alten- und Pfle­ge­hei­men aus hygie­ni­scher Sicht zuhau­se zu unter­sa­gen. Durch das Ver­las­sen und wie­der Zufüh­ren des Wäsche­kreis­laufs von infek­ti­ons­ver­däch­ti­ger Berufs­be­klei­dung wer­den nicht nur Pati­en­ten gefähr­det, son­dern auch das Pfle­ge­per­so­nal samt Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, deren Wäsche durch die­ses Vor­ge­hen eben­falls mit mut­maß­lich kon­ta­mi­nier­ten Tex­ti­li­en in Kon­takt kom­men kann.

Aber was passiert eigentlich mit der gebrauchten Berufsbekleidung, die vom Arbeitgeber professionell aufbereitet wird?

Den Weg den die Wäsche geht, bevor die­se wie­der zur Ver­fü­gung steht, wird als „Wäsche­kreis­lauf“ bezeich­net. Die­ser Kreis­lauf kann sowohl im Haus sel­ber ablau­fen, als auch den Weg über einen tex­ti­len Dienst­leis­ter neh­men. Die Wäsche, die als Schmutz­wä­sche in einem Kran­ken­haus oder einer Pfle­ge­ein­rich­tung anfällt, wird zen­tral gesam­melt und von dort zur Wäsche­rei trans­por­tiert. Dies kann sowohl eine Inhouse-Wäsche­rei sein, als auch die eines exter­nen Dienst­leis­ters. Nach der hygie­ni­schen Auf­be­rei­tung der Tex­ti­li­en, wer­den die­se der Ein­rich­tung und den ver­schie­de­nen Sta­tio­nen wie­der zur Ver­fü­gung gestellt.

Wäschekreislauf
Dar­stel­lung des Wäsche­kreis­laufs im Bereich des Gesund­heits­we­sens.

Regularien zur Aufbereitung

Die Bear­bei­tung der Wäsche unter­liegt bestimm­ten Vor­schrif­ten, die sowohl die bau­li­chen Vor­aus­set­zun­gen und die Wasch­pro­zes­se, als auch die mikro­bio­lo­gi­schen Eigen­schaf­ten der auf­be­rei­te­ten Tex­ti­li­en betref­fen. Die­se gel­ten für exter­ne als auch für die haus­ei­ge­ne Wäsche­rei glei­cher­ma­ßen und sind z.B. in den Vor­schrif­ten der Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten wie BGR 500 (hier spe­zi­ell Kapi­tel 2.6) und die DGUV-Vor­schrift 203–084 sowie den Emp­feh­lun­gen und Richt­li­ni­en des Robert Koch-Insti­tuts (RKI) zu erken­nen.

Dass Kran­ken­haus­wä­sche, wie Bett­wä­sche oder auch OP-Tex­ti­li­en unter pro­fes­sio­nel­len Bedin­gun­gen auf­be­rei­tet wer­den, ist selbst­ver­ständ­lich. Bei der Berufs­be­klei­dung des Per­so­nals sieht es, vor allem in Pfle­ge­hei­men, lei­der nicht sel­ten anders aus.