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Campus Großhadern
Campus GroßhadernAndreas Praefcke/Wikimedia Commons [CC BY 3.0]

Die Frauen hatten Risikoschwangerschaften und neigten zu verstärkten Blutungen. In die Infusionen wurde Heparin beigemischt, wodurch sich die Blutungsneigung noch erheblich steigerte. In allen vier Fällen sind sowohl die Kinder wie auch die Mütter wohlauf.

Die unter Verdacht stehende Hebamme befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Die betroffenen Frauen wurden in persönlichen Gesprächen durch die Ärzte umgehend informiert. Das Klinikum hat nach Erhalt eines wissenschaftlichen Gutachtens, das den Verdacht der Manipulation bestätigte, umgehend die Staatsanwaltschaft informiert. Die betroffene Mitarbeiterin ist freigestellt.

Die beschuldigte 33-jährige deutsche Hebamme arbeitet seit 2012 in der Geburtshilfe in Großhadern. Die jetzt untersuchten Fälle stammen aus dem Zeitraum April bis Juni 2014. Nach internen Untersuchungen aufgrund aufgetretener Komplikationen bei der Entbindung von vier Risikoschwangerschaften und aufgrund der Auffälligkeiten bei Laborwerten hat das Klinikum der Universität München nach Vorliegen eines Gutachtens zu den Inhaltsstoffen der Infusionslösung Anzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft München I gestellt. Noch am selben Tag, am 10. Juli, wurde die erste betroffene Patientin informiert, die weiteren Gespräche erfolgten am Tag darauf (11. Juli). Um die laufenden Ermittlungen nicht zu behindern, wurde in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei keine Information an die Öffentlichkeit gegeben.

Nach Erkennen der Manipulationen wurden nach Angaben der Klinik umgehend sämtliche Infusionen auf weitere Manipulationen untersucht. Es wurden jedoch keine weiteren Hinweise darauf gefunden. Auch sind bei den nachfolgenden Entbindungen keine derartigen Fälle mehr aufgetreten. Die Mischung von Infusionslösungen sowie deren Anlegen werden jederzeit streng überwacht und lückenlos dokumentiert.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I erließ der zuständige Ermittlungsrichter Haftbefehl gegen die Tatverdächtige. Dieser wurde am Freitag, 18. Juli 2014, vollzogen. Die Beschuldigte befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Sie hat den Tatvorwurf zurückgewiesen.