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Herz, Herzrhythmusstörungen
Wegen der höheren Lebenserwartung der Bevölkerung treten Herzrhythmusstörungen vermehrt auf.

Unter den vielfältigen Formen von Herzrhythmusstörungen ist das Vorhofflimmern die häufigste. In Deutschland sind rund ein Prozent der Bevölkerung von dieser gut behandelbaren supraventrikulären Rhythmusstörung betroffen, heißt es im aktuellen „Deutschen Herzbericht 2016“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) . Neben medikamentösen Therapien gibt es die Option einer Katheterablation, mit der krankhafte elektrische Erregungsherde am Herzmuskelgewebe verödet werden. „Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten 50 Jahren mit einer Verdopplung der Fälle von Vorhofflimmern konfrontiert sein werden“, sagt DGK-Präsident Prof. Dr. Hugo Katus (Universitätsklinikum Heidelberg).

Bei Kammertachykardien kommen neben der medikamentösen Behandlung implantierbare Defibrillator-Systeme (Kardioverter/Defibrillator, ICD) zum Einsatz. Damit soll vor allem die Gefahr eines plötzlichen Herztodes gebannt werden, an dem in Deutschland jährlich schätzungsweise 200.000 Patienten sterben. „Auch wenn erste Studien Hinweise liefern, dass auch Patienten mit Kammerflimmern von einer Katheterablation profitieren können, ist unser Ziel noch nicht erreicht, die Lebensqualität dieser Patienten beispielsweise durch die Senkung von ICD-Schock-Auslösungen zu verbessern“, erklärt PD Dr. Christopher Piorkowski, Sprecher der DGK-Arbeitsgruppe 1 Rhythmologie und Leiter der Abteilung für Invasive Elektrophysiologie am Herzzentrum der Universitätsklinik Dresden. „Gerade in diesem Kollektiv finden sich Patienten mit einer schweren Grunderkrankung und häufigen Begleiterkrankungen.“

Häufigkeit und Sterblichkeit steigend

Insgesamt gehören Herzrhythmusstörungen nicht nur zu den häufigsten Herzkrankheiten, sie nehmen auch weiter zu. Wie der Herzbericht 2016 zeigt, ist sowohl bei der Erkrankungshäufigkeit als auch bei der Sterblichkeit ein Anstieg zu verzeichnen. Führten im Jahr 1995 noch 282 Fälle pro 100.000 Einwohner zu einer stationären Krankenhausaufnahme, waren Herzrhythmusstörungen 2015 bereits für 560 Fälle pro 100.000 Einwohner verantwortlich. Damit haben sich die Fallzahlen in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt.

Die Sterbeziffer hat sich im gleichen Zeitraum fast parallel dazu entwickelt. Verstarben 1994 noch 15,7 pro 100.000 Einwohner an einer Herzrhythmusstörung, lag der Wert 2014 bereits bei 31,7. Gegenüber 2013 ging die Sterblichkeit damit zwar erstmals zurück, im 20-Jahres-Vergleich bedeutet der Wert aber eine Steigerung um 101,9 Prozent

Steigende Lebenserwartungen und Fortschritte in der Diagnostik für Anstieg verantwortlich

Für die Experten ist das erklärbar: „Mit zunehmenden Alter erhöht sich auch das Risiko von Herzrhythmuserkrankungen und anderen Herzleiden. Da wir seit Jahrzehnten eine steigende Lebenserwartung haben, ist es naheliegend, dass auch die Zahl der Herzrhythmusstörungen steigt“, so Prof. Dr. Thomas Deneke, stellvertretender Sprecher der DGK-Arbeitsgruppe 1 Rhythmologie, Herz- und Gefäß-Klinik Campus Bad Neustadt.

„Ein Teil des Anstieges bei der Häufigkeit von Herzrhythmusstörungen ist auf die deutlich verbesserte Diagnostik zurückzuführen. Gleichzeitig haben sich auch die medikamentösen, chirurgischen, interventionellen und invasiv-ablativen Behandlungsmöglichkeiten verbessert“, so Prof. Katus. „Wie wir aus vielen Bereichen der Medizin wissen, tragen solche Fortschritte auch dazu bei, dass bestimmten Krankheitsbildern mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, die früher mangels therapeutischer Möglichkeiten weniger wahrgenommen wurden. Der Anstieg bei den stationären Aufenthalten hat auch mit den zunehmenden Möglichkeiten der invasiven Therapien zu tun, die notwendigerweise stationär erfolgen müssen.“