Mit Humor gegen den Stress
Mit Humor gegen den Stress (v.l.): Jenni­fer Dieter (Auszu­bil­dende Gesund­heits-​und Kinder­kran­ken­pflege), Charlotte Uphoff (Auszu­bil­dende Gesund­heits-​und Kinder­kran­ken­pflege), Anna Kulatzki (Auszu­bil­dende Alten­pflege), Gerrit Krause, Dr. Eckart von Hirsch­hau­sen, Tanja Könemann (Versi­che­rer im Raum der Kirche), Peter Ahaus, Prof. Dr. Corinna Peifer (Ruhruni­ver­si­tät Bochum) und der Humor­trai­ner Andreas Bentrup.Bild: Alexia­ner

In einer Koope­ra­tion zwischen der Ruhr Univer­si­tät Bochum, den Alexia­nern und der Stiftung „Humor hilft Heilen“ von Dr. Eckart von Hirsch­hau­sen werden aktuell Unter­richts­kon­zepte erprobt, die den jungen Pflege­schü­lern Konzepte zum Stress­ma­nage­ment und zur Anhebung der Arbeits­mo­ti­va­tion vermit­teln sollen.

Humor als Stress­be­wäl­ti­gung und gegen schlechte Stimmung im Team

„Gerade weil es sich bei den Pflege­be­ru­fen um Berufe mit Menschen handelt, kann man nicht immer mit der Stech­uhr im Blick sagen, ich gehe jetzt. Da ist das Burnout ja quasi einge­baut“, skizziert Hirsch­hau­sen eines der zentra­len Probleme. Nur wenige Profes­sio­nen stellen derart hohe Anfor­de­run­gen an die Fähig­keit zur Stress­be­wäl­ti­gung und die psychi­sche Wider­stands­kraft wie die Pflege­be­rufe. Rund 20 Prozent der jünge­ren Pflege­kräfte denken darüber nach, den Beruf zu wechseln. Die Ausein­an­der­set­zung mit den Themen Tod und Sterben, Leid und Trauer aber auch die Konfron­ta­tion mit aggres­si­ven und unfreund­li­chen Patien­ten führen dazu, dass viele Pflegende ihrem Beruf lieber heute als morgen den Rücken zudre­hen würden.

Dass es nicht darum geht, sich beim größten Stress auf der Station die rote Nase aufzu­set­zen und alles wird gut, ist den drei Koope­ra­ti­ons­part­nern wichtig. Vielmehr ist das Ziel des Humor-​Trai­nings, die Selbst­si­cher­heit und die Fähig­keit zur Abgren­zung zu stärken. Die hohe Arbeits­be­las­tung führt oft zur schlech­ten Stimmung im Team, was wiederum die Mitar­bei­ter mental belas­tet, eine Abwärts­spi­rale, an deren Ende nicht selten der Ausstieg aus dem Pflege­be­ruf steht. „Wenn die Stimmung am Arbeits­platz schlecht ist, kann Humor sehr viel auffan­gen“, ist sich der Leiter des Referats Pflege-​und Prozess­ma­nage­ment der Alexia­ner, Gerrit Krause, sicher.

Humor-Module an der münster­i­schen Zentral­schule für Pflege­be­rufe St. Hildegard

Aktuell befin­den sich die ersten Humor-​Module in der Ausbil­dung an der münster­i­schen Zentral­schule für Pflege­be­rufe St. Hilde­gard im Praxis­test. Geschulte Trainer der Stiftung „Humor hilft Heilen“, oft mit Schau­spiel­erfah­rung, überneh­men die Unter­richts­ein­hei­ten. „Wir haben lange darüber nachge­dacht, wie wir die Module integrie­ren können und haben auch selber an den Trainings­ein­hei­ten teilge­nom­men“, berich­tet der stell­ver­tre­tende Schul­lei­ter der Zentral­schule, Peter Ahaus. Die Rückmel­dung durch die Auszu­bil­den­den ist begeis­tert. Um belast­bare Vergleichs­da­ten für die Studie zu gewin­nen, werden die Ergeb­nisse der münster­i­schen Zentral­schule für Gesund­heits­be­rufe mit denen anderer Ausbil­dungs­stät­ten vergli­chen, an denen keine Humor-​Module zum Einsatz kommen. „Hier wird echte Pionier­ar­beit geleis­tet!“, sind sich die Koope­ra­ti­ons­part­ner einig.

Quelle: Alexia­ner