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Die Deut­schen haben immer gesün­de­re Zäh­ne. Die­se erfreu­li­che Nach­richt lie­fert die nun vor­lie­gen­de fünf­te Deut­sche Mund­ge­sund­heits­stu­die (DMS V) von Bun­des-Zahn­ärz­te­kam­mer und Kas­sen­zahn­ärzt­li­cher Bundesvereinigung.

„Kin­der freu­en sich hier­zu­lan­de über die gesün­des­ten Zäh­ne und deut­sche Senio­ren lei­den nur noch sel­ten unter völ­li­ger Zahn­lo­sig­keit – ein Ergeb­nis von ver­ste­tig­ter Pro­phy­la­xe, Auf­klä­rung und ver­bes­ser­ter Mund­hy­gie­ne“, fas­sen die Her­aus­ge­ber Dr. Peter Engel (BZÄK) und Dr. Wolf­gang Eßer (KZBV) die Befun­de der Erhe­bung zusam­men. An der reprä­sen­ta­ti­ven Stu­die zur Zahn­ge­sund­heit in Deutsch­land hat­ten zwi­schen Okto­ber 2013 und Juli 2014 rund 4.600 Men­schen aus 90 Kom­mu­nen teilgenommen.

Die ein­zel­nen Ergeb­nis­se machen Mut, ins­be­son­de­re bei Kin­dern und Jugend­li­chen. „Acht von zehn 12-jäh­ri­gen Kin­dern (81,3 Pro­zent) sind heu­te voll­kom­men kari­es­frei“, unter­strei­chen die Autoren – fast eine Ver­dopp­lung seit 1997. Wobei es Unter­schie­de nach Sozi­al­sta­tus gibt: Kin­der aus Haus­hal­ten mit hohem Bil­dungs- und Ein­kom­mens­ni­veau der Eltern sind zu 88 Pro­zent, jene aus mitt­le­rem zu 82 Pro­zent kari­es­frei. Bei Kin­dern aus soge­nann­ten Unter­schicht-Haus­hal­ten sind es hin­ge­gen „nur“ 75 Prozent.

Karies ist bei Kindern mittlerweile die Ausnahme

Zum Ver­gleich: Bei der ers­ten Stu­die, die zwi­schen den Jah­ren 1989 und 1992 erho­ben wur­de, waren im Schnitt nur 13,3 Pro­zent der Kin­der kari­es­frei. Anders aus­ge­drückt: Vor 25 Jah­ren war ein Kari­es-Befund bei Kin­dern der abso­lu­te Regel­fall, heu­te ist er die Aus­nah­me. Auch bei den Erwach­se­nen ist der Trend ein­deu­tig. Gegen­über 1997 haben nur noch halb so vie­le jün­ge­re Erwach­se­ne zwi­schen 35 und 44 Jah­ren eine aktu­el­le Kari­es-Erkran­kung der Zahnwurzel.

Ähn­lich sieht es bei der Para­don­to­se aus: Hier haben mitt­ler­wei­le 48,4 Pro­zent der 35- bis 44-Jäh­ri­gen (im Ver­gleich zu 29 Pro­zent 2005) kei­ne oder nur eine mil­de Para­don­ti­tis, nur noch 8,2 (17,4) Pro­zent eine schwe­re. Bemer­kens­wert: Bei den jün­ge­ren Senio­ren, der Alters­grup­pe zwi­schen 65 und 74 Jah­ren, ist die Para­don­ti­tis eben­falls auf dem Rück­zug. Und das, obwohl mehr Zäh­ne als bei frü­he­ren Jahr­gän­gen erhal­ten blie­ben und somit die „Angriffs­flä­che“ gestie­gen ist.

Ins­ge­samt hät­ten die heu­ti­gen über-75-Jäh­ri­gen einen Mund­ge­sund­heits-Zustand wie in der 2005er-Stu­die die 65- bis 74-Jäh­ri­gen. Nur noch jeder ach­te jün­ge­re Seni­or sei zahn­los, 1997 war es noch jeder vierte.

Weltweit bei Zahngesundheit mit an der Spitze

Mit den Ergeb­nis­sen befin­det sich Deutsch­land hin­sicht­lich der Zahn­ge­sund­heit an der Welt­spit­ze, wie die Stu­di­en-Autoren stolz bemer­ken. Zudem haben sich seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung die Resul­ta­te in den alten und neu­en Bun­des­län­dern ange­gli­chen. 1992 besa­ßen Kin­der und jün­ge­re Erwach­se­ne aus der ehe­ma­li­gen DDR weni­ger Kari­es-Erfah­rung, was an der dama­li­gen staat­li­chen Gesund­heits­für­sor­ge lie­gen könn­te. Aller­dings war die Ver­sor­gung mit Zahn­pro­the­sen schlech­ter als in der alten Bun­des­re­pu­blik: Mehr Bür­ger wie­sen Zahn­lü­cken auf.

Ein in die Zukunft wei­sen­des Pro­blem stellt aller­dings die stei­gen­de Zahl der Men­schen mit Pfle­ge­be­darf dar, wie die Autoren bemer­ken. „Knapp 30 Pro­zent der Men­schen mit Pfle­ge­be­darf sind nicht mehr selbst in der Lage, ihre Zäh­ne und Zahn­pro­the­sen eigen­stän­dig zu rei­ni­gen und zu pfle­gen.“ Hier gel­te es, wach­sam zu sein und von Sei­ten der Ärz­te­schaft auf die Her­aus­for­de­run­gen zu reagieren.
Quel­le: www.kzbv.de