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Katholische Hochschule NRW, Abteilung Köln.
Katho­li­sche Hochschule NRW, Abtei­lung Köln.Bild: Marco Di Bella

Die Idee zum Film hatte Judith Raunig, eine Klini­sche- und Gesund­heits­psy­cho­lo­gin aus Öster­reich, die in ihrer Praxis zuneh­mend Frauen betreut, die unter psychi­schen Belas­tun­gen einer Kaiser­schnitt-Geburt leiden. In ihrer Arbeit habe sie immer wieder teils sehr schockie­rende Erzäh­lun­gen gehört: „Frauen berich­te­ten davon, überrum­pelt und zum Kaiser­schnitt gedrängt worden zu sein, von Andro­hun­gen schwe­rer Folgen für das Kind oder von eigenen Todes­ängs­ten“, so Raunig. „Irgend­wann war für mich die Diskre­panz zwischen der Art, wie ein Kaiser­schnitt in der Öffent­lich­keit verkauft wird, nämlich als eine einfa­che, moderne, sichere und schmerz­lose Art der Geburt, und der Wahrneh­mung etlicher Frauen so absurd, dass ich nach einer Möglich­keit gesucht habe, diese Sicht des Kaiser­schnitts, die Sicht der Betrof­fe­nen, der Öffent­lich­keit näher zu bringen.“

Die Perspek­tive der Betrof­fe­nen soll ins Blick­feld gerückt werden

Auf Einla­dung von Prof. Dr. Sabine Dörping­haus, die den neuen Studi­en­gang Hebam­men­kunde an der KatHO NRW leitet, wird die Öster­rei­che­rin den Film erstmals auch in Deutsch­land zeigen. Mit der Veran­stal­tung möchte man zum einen die derzei­ti­gen Entwick­lun­gen im Gesund­heits­sek­tor – hier im spezi­el­len Fall die steigen­den Kaiser­schnitt­quo­ten – gesell­schafts­kri­tisch beleuch­ten, zum anderen die Perspek­tive der Betrof­fe­nen in den Blick nehmen. „Frauen befin­den sich in der Geburts­phase in einer existen­zi­ell sehr bedeut­sa­men Situa­tion. Aber ihre Perspek­tive gerät zuguns­ten einer analy­tisch-zerglie­dern­den Betrach­tungs­weise häufig aus dem Blick“, so Dörpinghaus.

Obwohl mittel- und langfris­tige Effekte, wie die psychi­sche Gesund­heit der Frau, aber auch Probleme bei Neuge­bo­re­nen bekannt seien, würde die Schwelle zur sogenann­ten Schnitt­ent­bin­dung weiter gesenkt. „Die Gründe sind komplex“, sagt Dörping­haus. „Medizi­ni­sche Gründe, wie das Alter der Frauen, Mehrlings­schwan­ger­schaf­ten oder Kinder über 4.500g, aber auch organi­sa­to­ri­sche, finan­zi­elle und haftungs­recht­li­che Gründe sind relevant.“ Dass Frauen, die einen Kaiser­schnitt als trauma­tisch erlebt haben, bei der Verar­bei­tung ihrer Gefühle unter­stützt werden, stelle eine Ausnahme dar.

Die KatHO NRW zeigt den Dokumen­tar­film erstmals in Deutsch­land und lädt im Anschluss zu einer Podiums­dis­kus­sion mit Hebam­men, Ärzten und Betrof­fe­nen ein. Die Veran­stal­tung findet statt am Montag, 23. März 2015 um 15.00 Uhr im Audimax der Katho­li­schen Hochschule NRW, Wörth­straße 10, 50668 Köln.

Ausschnitte zum Film finden Sie hier:
https://www.youtube.com/watch?v=QXrTmub4Xqs
https://www.youtube.com/watch?v=u8B9jDJBDbs