Die stell­ver­tre­ten­den Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Georg Nüss­lein (CDU) und Karl Lau­ter­bach (SPD).

Für Diens­tag­nach­mit­tag hat SPD-Gesund­heits­ex­per­te Karl Lau­ter­bach zusam­men mit dem stell­ver­tre­ten­den CDU/C­SU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Georg Nüss­lein zur gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz ein­ge­la­den, um den aus­ge­han­del­ten Kom­pro­miss zum The­ma vor­zu­stel­len. Lau­ter­bach selbst ist jedoch gar nicht erschie­nen, er wur­de offen­bar von der eige­nen Frak­ti­on gestoppt, so berich­te­te Biblio­med-Pfle­ge heu­te.

Was beinhaltet der Kompromiss?

Der Kom­pro­miss sieht vor, dass die Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ge in Zukunft abge­schafft und durch eine gene­ra­lis­ti­sche Aus­bil­dung ersetzt wird. Die hin­ge­gen sowie die Gesund­heits- und blei­ben erhal­ten, aller­dings wer­den die ers­ten zwei Jah­re unter einer gene­ra­lis­ti­schen Aus­bil­dungs­form lau­fen. Die Aus­zu­bil­den­den kön­nen sich dann nach zwei Jah­ren ent­schei­den, ob sie ent­we­der einen gene­ra­lis­ti­schen Abschluss absol­vie­ren möch­ten oder sich auf Alten– oder Gesund­heits- und spe­zia­li­sie­ren wol­len. Nach den zwei Jah­ren steht vor­erst eine Prü­fung an, die bereits zum Pfle­ge­as­sis­ten­ten qua­li­fi­ziert.

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„In der SPD sind sie wohl noch kräf­tig am dis­ku­tie­ren über den Kom­pro­miss, den wir heu­te Mit­tag gefun­den haben“, kom­men­tier­te Uni­ons­vi­ze Nüss­lein, der den Kom­pro­miss allei­ne vor­stel­len muss­te. „Als wir hier heu­te gemein­sam ein­ge­la­den haben, dach­te ich, Kol­le­ge Lau­ter­bach hat Pro­ku­ra von sei­ner Par­tei“, erklär­te Nüss­lein wei­ter. Lau­ter­bach soll sich kurz nach der Pres­se­kon­fe­renz fast unschein­bar aus dem gegen­über­lie­gen­den SPD-Frak­ti­ons­saal davon gemacht haben. Inner­halb der SPD hat es offen­bar Unstim­mig­kei­ten gege­ben. Fami­li­en­mi­nis­te­rin Schwe­sig soll mit dem Kom­pro­miss-Vor­schlag nicht ein­ver­stan­den sein, angeb­lich habe sie den Wider­stand gegen Lau­ter­bach vor dem Ter­min ein­ge­lei­tet.

Ein endgültiges Aus der Reform?

Nüss­lein hält den Kom­pro­miss für eine gute Lösung. Auf die­se Wei­se wür­den auch Haupt­schü­ler die Anfor­de­run­gen der erfül­len kön­nen. Schließ­lich stel­le die für sie eine gute Alter­na­ti­ve zur Kran­ken­pfle­ge dar, der sich vor allem Abitu­ri­en­ten immer stär­ker anneh­men. Kri­tisch hin­ge­gen sieht der Prä­si­dent des Deut­schen Pfle­gerats, Andre­as Wes­ter­fell­haus, den Kom­pro­miss: „Posi­tiv ist die Wei­ter­ent­wick­lung für die Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ge. Mit gro­ßer Sor­ge bli­cke ich aber auf die Alten- und , soll­te sich die­ser Kom­pro­miss durch­set­zen“, so Wes­ter­fell­haus gegen­über der Biblio­med-Pfle­ge.

All­mäh­lich wird die Zeit knapp für die . Die nächs­te Chan­ce mit allen an einen Tisch zu kom­men und das The­ma zu dis­ku­tie­ren, ergibt sich erst Ende April. Doch dann ste­hen schon fast die Som­mer­pau­se und das Ende der Wahl­pe­ri­ode vor der Tür.