Ein Alptraum für jeden Arbeitnehmer: Im lang geplanten Urlaub wird man plötzlich krank.
Ein Alp­traum für jeden Arbeit­neh­mer: Im lang geplan­ten Urlaub wird man plötz­lich krank.© Tero Vesa­lai­nen | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Krank­wer­den im lang­ersehn­ten Urlaub – das hört sich über­haupt nicht nach Erho­lung an. Da es im Grun­de auch wenig mit Erho­lung zu tun, wer­den die Tage der Arbeits­un­fä­hig­keit auch nicht auf den Urlaub ange­rech­net, so sieht es § 9 des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes (BUr­lG) vor. Es müs­sen aller­dings eini­ge Din­ge dabei beach­tet wer­den. Zunächst ein­mal muss der Arbeit­neh­mer sei­nem Arbeit­ge­ber eine Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung (AU) vor­le­gen, aus der die jewei­li­gen Krank­heits­ta­ge her­vor­ge­hen. Wann sie ein­ge­reicht wer­den muss, ist gesetz­lich nicht gerelegt. Aller­dings ist der Arbeit­ge­ber solan­ge nicht zur Ent­gelt­fort­zah­lung ver­pflich­tet, bis die AU vor­ge­legt wur­de. Nimmt alles sei­nen nor­ma­len Gang, so kön­nen die wegen Arbeits­un­fä­hig­keit ver­lo­re­nen Urlaubs­ta­ge zu einem spä­te­ren Zeit­punkt nach­ge­holt wer­den.

Falls der ungüns­ti­ge Fall ein­tre­ten soll­te, dass die Arbeits­un­fä­hig­keit sogar län­ger andau­ert als der eigent­li­che Urlaub, dann muss dem Arbeit­ge­ber Bescheid gege­ben wer­den, sobald dies abseh­bar ist. Etwas, das auf kei­nen Fall getan wer­den darf: Den Urlaub eigen­mäch­tig ver­län­gern, weil man die Krank­heits­ta­ge im Urlaub anschlie­ßend nach­ho­len möch­te. Dies könn­te sonst zu einer Abmah­nung füh­ren, wenn nicht sogar zur Kün­di­gung.

Arbeitsunfähig krank während eines Auslandsaufenthaltes

Gewis­se Beson­der­hei­ten sind zu beach­ten, wenn man arbeits­un­fä­hig krank wird und sich im Aus­land befin­det. Der Arbeit­neh­mer muss sei­nem Arbeit­ge­ber die Arbeits­un­fä­hig­keit, die vor­aus­sicht­li­che Dau­er und die Adres­se des Auf­ent­hal­tor­tes auf schnellst mög­li­chem Wege mit­tei­len. Grund­sätz­lich muss der Arbeit­ge­ber eine AU von einem aus­län­di­schen Arzt akzep­tie­ren. Zwei­felt der Arbeit­ge­ber aber an der Arbeits­un­fä­hig­keit, liegt die Beweis­last bei ihm. Um die­sen Beweis über­haupt zu ermög­li­chen, wer­den des­halb im Fal­le eines Aus­lands­auf­ent­hal­tes des Arbeit­neh­mers wäh­rend sei­ner Arbeits­un­fä­hig­keit höhe­re Infor­ma­ti­ons­pflich­ten an die­sen gestellt.