Station Silvia.
Das DIP hat eine Studie zum Krankenhausaufenthalt Demenzerkrankter auf der „Station Silvia“ veröffentlicht.Nottebrock/Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Für an Demenz erkrankte Menschen sind Aufenthalte im Krankenhaus oftmals mit Hürden verbunden, die zu einer Verschlechterung der Demenzsymptome führen. Verwirrung und Unruhe sowie Orientierungslosigkeit sind dann die Folge einer nicht für Demenzerkrankte angepasste Umgebung. Doch es geht auch anders – das zeigt eine Evaluationsstudie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip), die nun veröffentlicht wurde.

„Fixierungen sind vermeidbar“

Forscher haben dafür drei Jahre lang die Versorgung von 400 Patienten auf der „Station Silvia“ begleitet. Die Station, eine „sepcial care unit“, befindet sich in dem Kölner Malteser Krankenhaus St. Hildegardis. Dort ist man auf die Bedürfnisse der Demenzerkrankten eingestellt und entsprechend ausgestattet. Der Aufbau der Station ist übersichtlich, ein gemeinsamer Tages- und Speiseraum sorgt für eine familiäre Atmosphäre und auch der Umgang des Personals mit den Betroffenen wird laut der Studie als sehr offen und warmherzig beschrieben. Regina Schmidt-Zadel, Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen, bekräftigt den positiven Eindruck und die Expertise des Personals: „Das Malteser Krankenhaus St. Hildegardis hat seine Beschäftigung zu Experten zum Thema Demenz geschult und fördert innerhalb des Krankenhauses eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aller verantwortlichen Kräfte.“

Außerdem: Auf das Mittel der Fixierung wurde nicht zurückgegriffen, um sie etwa daran zu hindern, wegzulaufen. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DIP, Prof. Michael Isfort betonte daher: „Fixierungen sind vermeidbar und keine natürliche Begleiterscheinung einer Krankenhausbehandlung. Die Ergebnisse sind für alle Kliniken interessant, und das Konzept setzt Maßstäbe.“

Aufgrund des Erfolgskonzepts fordert die Malteser diesen Fortschritt in der Versorgung von Menschen mit Demenz flächendeckend zu ermöglichen. Entsprechende finanzielle Mittel sollten dafür bereitgestellt werden, Politik und Kostenträger seien jetzt gefragt. Derzeit sei dies nämlich nur durch Eigenmittel möglich und für viele Häuser daher nicht möglich, erklärt Dr. Franz Graf Harnoncourt, Geschäftsführer der Malteser Deutschland.

Quelle:

dip