Lana-Luca Ecken­bach fragt: In der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit kam es unter unse­ren Kran­ken­pfle­ge­schü­lern gehäuft zu krank­heits­be­ding­ten Aus­fäl­len. Was ist von den Schü­lern im Krank­heits­fall zu beach­ten, damit sie kei­ne arbeits­recht­li­chen Kon­se­quen­zen zu befürch­ten haben?

Ant­wort der Redak­ti­on: Ist ein Aus­zu­bil­den­der arbeits­un­fä­hig erkrankt, besteht für ihn gemäß § 5 Abs. 1 EFZG die Pflicht, den Aus­bil­dungs­be­trieb unver­züg­lich vor Arbeits­be­ginn über die Erkran­kung und die vor­aus­sicht­li­che Dau­er zu infor­mie­ren. Die­se Mel­dung kann tele­fo­nisch, oder aber auch per E‑Mail, SMS oder Fax abge­ge­ben wer­den. Die Krank­heits­ur­sa­che muss dem Arbeit­ge­ber nicht mit­ge­teilt wer­den. Dau­ert die Zeit der län­ger als 3 Kalen­der­ta­ge muss der Aus­zu­bil­den­de spä­tes­tens am dar­auf fol­gen­den Arbeits­tag eine ärzt­li­che Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung vor­le­gen. Über­schrei­tet die Zeit der krank­heits­be­ding­ten die vom Arzt ange­ge­be­ne Dau­er, ist eine erneu­te ärzt­li­che Beschei­ni­gung nach­zu­rei­chen. Hier­auf hat der Arbeit­ge­ber gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3 EFZG ein Anrecht. Erkrankt der Aus­zu­bil­den­de wäh­rend der schul­pflich­ti­gen Zei­ten, muss er sich in der Kran­ken­pfle­ge­schu­le krank mel­den. Unter­lässt der Aus­zu­bil­den­de die Abga­be der Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung, kann der Arbeit­ge­ber die Zah­lung der Aus­bil­dungs­ver­gü­tung bis zum ent­spre­chen­den Nach­weis zurück­hal­ten. Ver­spä­te­te oder nicht erfolg­te Krank­mel­dun­gen kön­nen zudem einen Grund zur Abmah­nung dar­stel­len. Im häu­fi­gen Wie­der­ho­lungs­fall kann sogar eine frist­lo­se Kün­di­gung in Betracht kom­men.

Gemäß § 7 KrPflG wer­den Unter­bre­chun­gen durch Krank­heit von bis zu 10 Pro­zent der Stun­den des Unter­richts sowie bis zu 10 Pro­zent der Stun­den der prak­ti­schen Aus­bil­dung auf die Aus­bil­dung ange­rech­net, d.h. bewe­gen sich die Fehl­zei­ten in die­ser Tole­ranz, sind sie für die Annah­me eines kon­ti­nu­ier­li­chen Aus­bil­dungs­ver­laufs unschäd­lich. Zur Ver­mei­dung von Här­ten sol­len dar­über hin­aus­ge­hen­de Zei­ten der Unter­bre­chung ledig­lich dann ange­rech­net wer­den, wenn unter Abwä­gung aller Umstän­de des Ein­zel­fal­les eine Anrech­nung gerecht­fer­tigt erscheint und das Errei­chen des Aus­bil­dungs­zie­les durch die Anrech­nung nicht gefähr­det wird. Soweit eine Anrech­nung von Fehl­zei­ten nicht mög­lich erscheint, muss die ver­säum­te Aus­bil­dung nach­ge­holt wer­den. Eine Zulas­sung zur Prü­fung ist dann erst im Anschluss mög­lich.