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Lachen
Die Gesund­heit und die seeli­sche Verfas­sung profi­tie­ren, wenn Clowns regel­mä­ßig zur Visite auf Station kommenBild: Pixabay

Lachen ist gesund – nun auch ganz erwie­se­ner­ma­ßen: Was zahlrei­che Senio­rin­nen und Senio­ren in Deutsch­land, die in ihren Einrich­tun­gen schon wissen, die regel­mä­ßig Besuch von Clowns bekom­men, hat jetzt auch eine wissen­schaft­li­che Studie zutage geför­dert. Das zentrale Ergeb­nis: Die Gesund­heit und die seeli­sche Verfas­sung der Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner profi­tie­ren, wenn Clown-Teams regel­mä­ßig zur Visite auf Station kommen und für Heiter­keit bei Bewoh­ner­schaft und dem Team sorgen.

Das zeigen die ersten Ergeb­nisse der Studie „Clowns­in­ter­ven­tio­nen in Alten­hil­feein­rich­tun­gen – soziale Hilfe­leis­tung unter Berück­sich­ti­gung emotio­na­ler Wesens­aspekte“, kurz CAsHeW, der Techni­schen Hochschule aus dem nieder­baye­ri­schen Deggendorf.

Lachen: positive Wirkung auf Wohlbe­fin­den und geistige Fähig­kei­ten der Bewohner

Demnach lenken die Besuche der „Rot-Nasen“ von Sorgen, Ängsten und Schmer­zen ab. Freude und Spaß verbrei­ten sich; die mentale Verfas­sung und das Selbst­wert­ge­fühl steigt durch das Lachen. In Einzel­fäl­len sei sogar beobach­tet worden, dass bei den Bewoh­nern verlo­ren geglaubte Fähig­kei­ten zurück­kehr­ten, heißt es in der ersten Zusam­men­fas­sung der Erkenntnisse.

Die ersten Zwischen­er­geb­nisse hatte das „CAsHeW“-Team auf dem Bremer Pflege­kon­gress und der Stutt­gar­ter Messe „Pflege Plus“ präsen­tiert, die beide im Laufe des Monats Mai stattfanden.

Lachen
Clowns auf Station: Frohsinn macht gesundBild: Pixabay

Im Rahmen der seit Ende 2019 laufen­den Studie, die vom Bundes­mi­nis­te­rium für Gesund­heit mit Mitteln in Höhe von 500.000 Euro geför­dert wird, beglei­tet die Hochschule 18 Clownin­nen und Clowns aus Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfa­len, die regel­mä­ßig in statio­nä­ren Alten­pfle­ge­ein­rich­tun­gen auftre­ten. Von Seite der Einrich­tun­gen waren 19 größere Insti­tu­tio­nen, ebenfalls aus den drei Bundes­län­dern, einbezogen.

Gelei­tet wird das Forschungs­vor­ha­ben, dass an der Fakul­tät Angewandte Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten der Deggen­dor­fer Hochschule angesie­delt ist, vom Pflege­wis­sen­schaft­ler Prof. Dr. Michael Bossle. Bossle ist selbst Klinik­clown und schult Pflege- und Gesund­heits­per­so­nal als Humortrainer.

Ein weite­rer Studi­en­part­ner ist der 2004 gegrün­dete Dachver­band Clowns in Medizin und Pflege Deutsch­land. Diesem gehören mittler­weile bereits 19 auf soziale Arbeit in Pflege- und Senio­ren­hei­men sowie Klini­ken spezia­li­sierte Clowne­rie-Vereine aus der ganzen Republik an.

Kölner Klinik­clowns auf Tour in der gesam­ten Region – selbst in Düsseldorf

Einer davon ist der Verein „Kölner Klinik­clowns“. In der für das Lachen und Humor nicht ganz unver­däch­ti­gen Rhein­me­tro­pole gibt es zahlrei­che klini­sche Angebote spezi­ell für Kinder und Jugend­li­che – etwa eine eigene Klinik für Kinder- und Jugend­me­di­zin auf dem Campus des Univer­si­täts­kli­ni­kums sowie eine weitere, städtisch betrie­bene reine Kinder­kli­nik im links­rhei­ni­schen Stadt­teil Riehl. Das Team aus zehn Clownin­nen und fünf Clowns geht bereits seit 1995 – lange vor der Gründung des Bundes­ver­bands – auf Tour zum Lachen in diese Einrichtungen.

Neben der Arbeit in den Kinder­kli­ni­ken und ‑statio­nen, die den Kern- und Ursprungs­be­reich der Tätig­keit der Clown­teams darstellt, treten die Ensem­ble-Mitglie­der aber immer häufi­ger auch in Kranken­sta­tio­nen für Erwach­sene sowie in Pallia­tiv- und Hospiz-Einrich­tun­gen auf. So bereits seit länge­rem auch in Senio­ren­hei­men und in anderen Einrich­tun­gen der Alten­hilfe. Derzeit zehn Häuser in Köln sowie in der erwei­ter­ten Region Rhein-Ruhr besucht das Team regel­mä­ßig. Und das schließt sogar zwei Einrich­tun­gen im humoris­ti­schen Konkur­ren­ten Düssel­dorf ein!

Ausgangs­punkt für neue Handlungs- und Rahmenempfehlungen

Aus den Ergeb­nis­sen der insge­samt drei Jahre laufen­den Studie sollen jetzt die Quali­fi­ka­ti­ons­an­for­de­run­gen sowie die bestmög­lichs­ten Rahmen­be­din­gun­gen für die Durch­füh­rung von Clowns­vi­si­ten abgelei­tet werden. Darüber hinaus erhof­fen sich die Forscher auch Rückschlüsse auf die Aus- und Weiter­bil­dung von Klinik­clowns ziehen zu können. Die Resul­tate sollen so dazu dienen, die Profes­sio­na­li­sie­rung und Quali­täts­si­che­rung der Arbeit der Klinik­clowns im Bereich der Senio­ren­be­treu­ung und Alten­pflege voranzutreiben.

Und vielleicht können sich dabei auch die „norma­len“ Beschäf­tig­ten etwas abschauen: Etwas Humor, regel­mäs­si­ges Lachen und eine Portion Situa­ti­ons­ko­mik lockern den manch­mal grauen Alltag schnell auf, und sorgen nicht nur für das Wohlbe­fin­den der Betreu­ten, sondern auch für das eigene!