141 Ein­rich­tun­gen in Nord­rhein-West­fa­len (NRW), dar­un­ter Pra­xen, Kli­ni­ken und Labo­re, wur­den mit­tels einer Über­wa­chungs­ak­ti­on des staat­li­chen Arbeits­schut­zes dahin­ge­hend geprüft, wie gut ihre Pati­en­ten, Ärz­te und medi­zi­ni­schen Assis­tenz­kräf­te vor der Strah­len­be­las­tung bei Herz­ka­the­ter-Unter­su­chun­gen geschützt sind. Gra­vie­ren­de Män­gel hat es nicht gege­ben, sodass kei­ne sofor­ti­ge Still­le­gung der Rönt­gen­ge­rä­te nötig war. Den­noch fiel das Ergeb­nis nicht posi­tiv aus. Von den 141 Ein­rich­tun­gen mit ins­ge­samt 265 Herz­ka­the­ter-Arbeits­plät­zen konn­ten gera­de ein­mal vier als män­gel­frei aus­ge­wie­sen wer­den.

Umge­kehrt wur­den also in 137 Ein­rich­tun­gen Män­gel gefun­den und in rund jeder zwei­ten Ein­rich­tung (71 Ein­rich­tun­gen) wur­den sogar gleich zehn Män­gel­punk­te oder mehr fest­ge­stellt. Bei der Über­prü­fung wur­de sich an die gesetz­li­chen Vor­ga­ben bei der Anwen­dung von Rönt­gen­strah­len gehal­ten. Dem ent­spre­chend gal­ten als Unter­su­chungs­kri­te­ri­en die Fach­kun­de der Beschäf­tig­ten, die durch­zu­füh­ren­de Sach­ver­stän­di­gen­prü­fung an den Rönt­gen­ge­rä­ten, die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung sowie die Unter­wei­sung und Schutz­aus­rüs­tung der Beschäf­tig­ten.

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In ins­ge­samt acht Fäl­len muss­te die Nut­zung von Gerä­ten durch exter­ne Mit­ar­bei­ter unter­sagt wer­den, weil sie über kei­ne ent­spre­chen­de Geneh­mi­gung ver­füg­ten. Eine beson­de­re Auf­fäl­lig­keit war im Bereich der Fach­kun­de fest­zu­stel­len. Gut ein Drit­tel der Män­gel bezo­gen sich auf die­sen Fak­tor. So konn­ten Kar­dio­lo­gen einen Nach­weis über die Fach­kun­de für die „Not­fall­dia­gnos­tik“ nach­wei­sen, nicht aber  eine Nach­weis über die sons­ti­ge erfor­der­li­che Fach­kun­de. Dabei ist die­se von hoher Bedeu­tung im Strah­len­schutz, wohin­ge­gen die Fach­kun­de „Not­fall­dia­gnos­tik“ im medi­zi­ni­schen Bereich zur nied­rigs­ten Grup­pe gehört und nicht aus­rei­chend ist für den Herz­ka­the­ter-Arbeits­platz.

„Die hohe Anzahl der gefun­de­nen Män­gel zeigt mir, dass die Kon­trol­le der Herz­ka­the­ter-Arbeits­plät­ze über­fäl­lig war. Bei der­ar­ti­gen Unter­su­chun­gen oder Ein­grif­fen müs­sen die Strah­len­be­las­tun­gen für die Pati­en­ten und die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter so gering wie mög­lich sein. Das medi­zi­ni­sche Per­so­nal ent­spre­chend aus- und wei­ter­zu­bil­den, trägt ganz wesent­lich dazu bei“, bewer­te­te Karl-Josef Lau­mann, NRW-Minis­ter für Arbeit, Gesund­heit und Sozia­les, die Ergeb­nis­se.

Aus die­sem Grund muss­te von der Über­wa­chungs­stel­le 50 Ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wer­den, die von 55 Euro Ver­war­nungs­geld bis hin zu 5.000 Euro Buß­geld rei­chen.