Tag des Patienten.
Tag des Pati­en­ten.Parentingupstream/Pixabay.com [CC0 1.0]

Zum drit­ten Mal fin­det heu­te, am 26. Janu­ar 2018, der bun­des­wei­te Akti­ons­tag des Pati­en­ten statt, der in die­sem Jahr unter dem Mot­to „Gut infor­miert Leben ret­ten – Ihr Bei­trag zu einer siche­ren steht. Im ver­gan­ge­nen Jahr haben ins­ge­samt 40 Kli­ni­ken an dem Akti­ons­tag teil­ge­nom­men und auch in die­sem Jahr machen wie­der bun­des­weit Kli­ni­ken und Kran­ken­häu­ser beim Tag des Pati­en­ten mit und klä­ren mit Vor­trä­gen und Info­stän­den über die Rech­te von Kran­ken­haus­pa­ti­en­ten auf.

Notfall-Wegweiser für Patienten

So auch das Katho­li­sche Kli­ni­kum Essen, das im Foy­er des Phili­pus­stifts Tipps zur Händ­e­des­in­fek­ti­on gibt, Ers­te-Hil­fe-Maß­nah­men auf­zeigt und Fra­gen klärt wie: An wel­che Ansprech­part­ner wen­det man sich im Fal­le einer Krank­heit oder aber im aku­ten Not­fall? Dazu bie­ten auch die Initia­to­ren des Akti­ons­ta­ges, der Bun­des­ver­band für Pati­en­ten­für­spre­cher in Kran­ken­häu­sern (BPiK) und der Bun­des­ver­band Beschwer­de­ma­nage­ment für Gesund­heits­ein­rich­tun­gen (BBfG), einen ent­spre­chen­den „Not­fall-Weg­wei­ser für Pati­en­ten“ zum Down­load an.

Denn natür­lich muss bei­spiels­wei­se bei schwe­rer Atem­not, Schlag­an­fall­sym­pto­men oder Kno­chen­brü­chen die Zen­tra­le Not­auf­nah­me auf­ge­sucht oder der Ret­tungs­dienst geru­fen wer­den, doch bei einem Schnup­fen oder Hals­schmer­zen muss man sich nicht in die bereits über­füll­ten Not­auf­nah­men bege­ben und schlimms­ten­falls eini­ge Stun­den auf eine Unter­su­chung beim Arzt war­ten. „Nur ein infor­mier­ter Pati­ent kann selbst­be­stimmt und effi­zi­ent die Struk­tu­ren des Gesund­heits­we­sens nut­zen“, sagt daher Pati­en­ten­be­auf­trag­te Ingrid Fisch­bach, die heu­te am Kli­ni­kum Essen anwe­send sein wird. „Das dies­jäh­ri­ge Mot­to the­ma­ti­siert die unbe­strit­te­nen Pro­ble­me bei einer Inan­spruch­nah­me von Not­fall­ein­rich­tun­gen“, sagt sie wei­ter und begrüßt es, dass sich die teil­neh­men­den Kran­ken­häu­ser und Kli­ni­ken die­ser The­ma­tik wid­men. Oli­ver Gon­do­latsch erhofft sich von den dem Pati­en­ten­tag, dass die Feh­ler­kul­tur offe­ner wird und die Men­schen wach­ge­rüt­telt wer­den, ihren Unmut wäh­rend ihres Kran­ken­haus­auf­ent­hal­tes zu äußern. Nur so kön­nen Ver­bes­se­run­gen vor­ge­nom­men wer­den und Unklar­hei­ten aus dem Weg geräumt wer­den.

Infor­mie­ren über Ver­hal­tens­wei­sen bei einem Herz-Kreis­lauf-Still­stand und die Anwen­dung einer Lai­en­re­ani­ma­ti­on kann man sich zudem auf der Sei­te des Natio­na­len Akti­ons­bünd­nis­ses Wie­der­be­le­bung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit (BmG).

Sich über seine Rechte informieren

„Mehr als die Hälf­te der Pati­en­ten ken­nen ihre Rech­te nicht“, schätzt BPiK-Vor­sit­zen­der Det­lef Schliff­ke. Daher lie­fern Pati­en­ten­für­spre­cher und Beschwer­de­ma­na­ger einen wich­ti­gen Bei­trag und die­nen als Ansprech­part­ner, wenn es um die Auf­klä­rung der Pati­en­ten über ihre Rech­te geht. Pati­en­ten­für­spre­cher sind unab­hän­gig, meist auch ehren­amt­lich, in Kran­ken­häu­sern tätig und neh­men sich nicht nur den Rech­ten, son­dern auch dem Lob und der Kri­tik der Pati­en­ten an. Mit dem Pati­en­ten-Ver­tre­ter-Pro­gramm  „EPAP“ ist es zudem mög­lich, sich über sei­ne Hand­lungs­mög­lich­kei­ten als Pati­ent online fort­zu­bil­den. In acht Modu­len lernt man unter ande­rem, wie man rich­ti­ge Recher­che zu sei­ner Erkran­kung betreibt und wie man als Pati­ent selbst­be­stimmt Ver­tre­tern des Gesund­heits­we­sen gegen­über­tritt.

Dass der Infor­ma­ti­ons­be­darf bei Pati­en­ten besteht, ging erst jüngst aus dem Moni­tor 2016 her­vor, der im ver­gan­ge­nen Jahr von der Unab­hän­gi­gen Pati­en­ten­be­ra­tung Deutsch­land (UPD) ver­öf­fent­licht wur­de. Dem­nach hat die UPD 94.000 Bera­tun­gen im Jahr 2016 durch­ge­führt und ins­be­son­de­re über die The­men Kran­ken­geld, Behand­lungs­feh­ler, indi­vi­du­el­le Gesund­heits­leis­tun­gen (IGeL) und Ein­sicht in die Pati­en­ten­ak­te infor­miert.

Patientenrechte bei einem Behandlungsfehler

Nicht nur inner­halb der erge­ben sich also recht­li­che Fra­gen für den Pati­en­ten. Auch etwa im Fall eines Behand­lungs­feh­lers soll­te ein Pati­ent sei­ne Rech­te ken­nen und bei­spiels­wei­se wis­sen, wem die Beweis­last obliegt. Für Inter­es­sier­te ist Nähe­res zu die­sem The­ma in die­sem Videobei­trag mit Prof. Dr. Vol­ker Groß­kopf erfahr­bar, in dem unter ande­rem auf die Unter­schei­dung eines ein­fa­chen und gro­ben Behand­lungs­feh­lers ein­ge­gan­gen wird.