Micha­el te Reh fragt: Wie ist der Nach­weis über Ver­bleib und Bestand von Betäu­bungs­mit­teln in Alten- und Pfle­ge­hei­men sowie Hos­pi­zen zu füh­ren?

Ant­wort der Redak­ti­on: Seit dem 1. Juli 2001 gel­ten spe­zi­el­le Rege­lun­gen für den Umgang mit Betäu­bungs­mit­teln in Alten- und Pfle­ge­hei­men sowie in Hos­pi­zen.

Ent­spre­chend § 5b Abs. 1 BtMVV kann der Arzt dem Pfle­ge­per­so­nal Rezep­te über­ge­ben und es beauf­tra­gen, die­se in einer Apo­the­ke ein­zu­lö­sen. Die dort ein­ge­hol­ten kön­nen gemäß § 5b Abs. 2 BtMVV vom Pfle­ge­per­so­nal selb­stän­dig ver­wal­tet wer­den. Nach § 5b Abs. 3 BtMVV han­delt hier­bei das Pfle­ge­per­so­nal unter der Ver­ant­wor­tung des Arz­tes.

Die Nach­weis­füh­rung der hat ent­spre­chend §§ 13 und 14 BtMVV zu erfol­gen. Nach § 13 BtMVV ist der Nach­weis hin­sicht­lich Ver­bleib und Bestand der Betäu­bungs­mit­tel unver­züg­lich nach einer Bestands­än­de­rung zu doku­men­tie­ren. Hier­zu kön­nen Kar­tei­kar­ten, Betäu­bungs­mit­tel­bü­cher mit fort­lau­fend num­me­rier­ten Sei­ten oder elek­tro­ni­sche Doku­men­ta­ti­ons­sys­te­me ver­wen­det wer­den. Außer­dem muss die Nach­weis­füh­rung pati­en­ten­be­zo­gen erfol­gen.

Die ord­nungs­ge­mä­ße der Betäu­bungs­mit­tel und die Über­ein­stim­mung der tat­säch­li­chen Bestän­de mit den auf­ge­führ­ten Nach­wei­sen sind vom ver­schrei­ben­den Arzt am Ende eines jeden Kalen­der­mo­nats zu über­prü­fen und, sofern der Bestand sich geän­dert hat, durch Namens­zei­chen und Prüf­da­tum zu bestä­ti­gen. Im Fal­le einer elek­tro­ni­schen Erfas­sung der Daten ist die Prü­fung auf der Grund­la­ge eines ange­fer­tig­ten Aus­drucks am Monats­en­de durch­zu­füh­ren. Die Auf­zeich­nun­gen sowie EDV-Aus­dru­cke sind drei Jah­re von der letz­ten Ein­tra­gung an gerech­net auf­zu­be­wah­ren. Sie sind auf Ver­lan­gen der Arz­nei­mit­tel­über­wa­chung dem Gesund­heits­amt oder Beauf­trag­ten die­ser Behör­de vor­zu­le­gen.

Gemäß § 14 BtMVV müs­sen fol­gen­de Anga­ben ver­merkt wer­den: voll­stän­dig Bezeich­nung des Fertigarzneimittels/der Rezep­tur mit Wirk­stoff und Dar­rei­chungs­form, der Name des Emp­fän­gers oder der sons­ti­ge Ver­bleib (Ver­nich­tung, Glas­bruch etc.), Datum des Zu- oder des Abgangs, Name und Anschrift der Lie­ferapo­the­ke beim Zugang, die zuge­gan­ge­ne oder abge­gan­ge­ne Men­ge sowie der sich dar­aus erge­ben­de Bestand in Gramm, Mil­li­gramm oder Mil­li­li­ter je nach Dar­rei­chungs­form.

Die Ver­nich­tung von Betäu­bungs­mit­teln rich­tet sich nach § 16 Abs. 1 BtMG. Sie hat in Gegen­wart von zwei Zeu­gen zu erfol­gen und ist eben­falls zu doku­men­tie­ren. Auch die­se Nie­der­schrift muss drei Jah­re auf­be­wahrt wer­den.