Häusliche Krankenpflege: Neustrukturierung der Verordnung in der Wundversorgung
Häus­li­che Kran­ken­pfle­ge: Neu­struk­tu­rie­rung der Ver­ord­nung in der © Imagine632 | Dreamstime.com

Die Häus­li­che Kran­ken­pfle­ge ist ein Leis­tungs­be­stand­teil der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und flan­kiert die ambu­lan­te ärzt­li­che Behand­lung im Haus­halt der Ver­si­cher­ten, bzw. an sons­ti­gen geeig­ne­ten Orten durch geeig­ne­tes Pfle­ge­per­so­nal. Der grund­sätz­li­chen Ziel­set­zung nach sol­len kos­ten­in­ten­si­ve Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te soweit als mög­lich ver­kürzt oder ver­mie­den, oder die ambu­lan­te ärzt­li­che Behand­lung ermög­licht und deren Ergeb­nis gesi­chert werden.

Getreu dem gesetz­ge­be­ri­schen Mot­to „ambu­lant vor sta­tio­när“ hat der Anwen­dungs­be­reich der HKP-Leis­tungs­er­brin­gung in den ver­gan­ge­nen Jah­ren vor allen Din­gen unter dem Blick­win­kel der Fest­le­gung des Leis­tungs­orts Erwei­te­run­gen erfah­ren, denen der feder­füh­ren­de Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss (G‑BA) mit­un­ter nur sehr zöger­lich nach­ge­kom­men ist. Zuletzt hat das Gesetz zur Stär­kung der Heil- und Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung einen voll­kom­men neu­en Ort zur Leis­tungs­er­brin­gung eröff­net: die Ver­sor­gung von chro­ni­schen und schwer hei­len­den Wun­den darf in spe­zia­li­sier­ten Ein­rich­tun­gen außer­halb der Häus­lich­keit als HKP-Leis­tung erfol­gen und abge­rech­net werden.

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Neustrukturierung der HKP-Leistungsziffern

Neben die­ser Eta­blie­rung einer neu­en Schie­ne zur Leis­tungs­er­brin­gung hat der G‑BA in einem nächs­ten Schritt die ver­ord­nungs­fä­hi­gen Ver­rich­tun­gen zur Ver­sor­gung von aku­ten und chro­ni­schen Wun­den neu struk­tu­riert. Die ein­schlä­gi­gen Leis­tungs­zif­fern der HKP-Richt­li­nie zur Rege­lung der sind nun in den Posi­ti­ons­num­mern 12, 31 und 31 a nie­der­ge­legt, wodurch die wund­ver­sor­ge­ri­schen Antei­le bes­ser von den nicht­wund­spe­zi­fi­schen Leis­tun­gen, wie z. B. das An- und Able­gen von stüt­zen­den und sta­bi­li­sie­ren­den Ver­bän­den abzu­gren­zen sind.

In der Leis­tungs­zif­fer 12 geht es um die ver­schie­de­nen Maß­nah­men der Hei­lung, bzw. Ver­mei­dung einer Ver­schlim­me­rung des Deku­bi­tus ab Grad 1. In der Leis­tungs­zif­fer 31 wer­den die Anfor­de­run­gen an Ver­rich­tun­gen wie das Anle­gen, der Wech­sel von Ver­bän­den, die Wund­hei­lungs­kon­trol­le, Des­in­fek­ti­on und Rei­ni­gung, das Spü­len von Wund­fis­teln, sowie die Ver­sor­gung von Wun­den unter asep­ti­schen Bedin­gun­gen bei aku­ten Wun­den auf­ge­stellt. In der Leis­tungs­zif­fer 31 a wer­den schließ­lich die, in enger Abstim­mung mit dem behan­deln­den Arzt zu erbrin­gen­den Ver­sor­gungs­be­son­der­hei­ten rund die chro­ni­sche Wun­de aufgeführt.

Rahmenempfehlung nach § 132 a SGB V

Nach­dem end­lich auf der Ebe­ne der Gesetz­ge­bung und Selbst­ver­wal­tung die grund­le­gen­den Wei­chen für die Neu­ord­nung des Ver­sor­gungs­ge­sche­hens in der Wund­ver­sor­gung gestellt wor­den sind, muss nun noch die Ver­gü­tung der in die­sem Ver­sor­gungs­be­reich zu erbrin­gen­den Leis­tun­gen gere­gelt wer­den, damit die regu­la­to­ri­schen Vor­aus­set­zun­gen in die Pra­xis über­führt wer­den können.

Die Ver­hand­lun­gen hier­über wer­den auf der Ebe­ne des -Spit­zen­ver­ban­des zwi­schen den Ver­tre­tern der Kran­ken­kas­sen und den mit den für die Wahr­neh­mung der Inter­es­sen der pfle­ge­ri­schen Leis­tungs­er­brin­gern maß­geb­li­chen Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen geführt. Ein ers­tes Ergeb­nis wur­den unter dem 14.10.2020 die Rah­men­emp­feh­lun­gen für die Anfor­de­run­gen an beson­de­re Ver­sor­gungs­for­men bekannt gege­ben. Mit dem Blick auf die per­sön­li­chen und sach­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­ons­vor­aus­set­zun­gen, sowie die Details der Rege­lun­gen zum Abrech­nungs­ver­fah­ren boten die­se jedoch kei­nen Auf­schluss in punk­to „Wund­ver­sor­gung“. Soweit es daher um die Aus­ge­stal­tung der ent­spre­chen­den Para­me­ter geht, bleibt nun­mehr abzu­war­ten, ob die Kran­ken­kas­sen die­ses Defi­zit für das lau­fen­de Jahr über indi­vi­du­el­le Ver­sor­gungs­ver­trä­ge schlie­ßen wer­den, bzw. die Rah­men­be­din­gun­gen ent­spre­chend nach­bes­sern werden.