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Die Carl Remigius Medical School und der Perso­nal­dienst­leis­ter avanti GmbH bieten gemein­sam ein karrie­re­för­dern­des Pflege­stu­dium an.Bild: Arne9001/Dreamstime.com

Frage: Herr Stangl, wie kamen Sie auf diese Idee? Die avanti GmbH ist ja der einzige Perso­nal­dienst­leis­ter, der so zahlrei­chen Mitar­bei­tern ein Studium im Gesund­heits­we­sen ermöglicht.

Fabian Stangl: Die Idee ist im inten­si­ven Gespräch mit unseren Mitar­bei­tern entstan­den. Auf die Frage zur Berufs­per­spek­tive, wo sehen Sie sich in fünf Jahren, hatten rund 60 Prozent der Mitar­bei­ter keine für sie selbst befrie­di­gende Antwort. Wir haben uns inten­siv Gedan­ken gemacht, was können wir den Mitar­bei­tern im Medical-Bereich anbie­ten. Es wurden viele Ideen gesam­melt wie Prämien oder Bonus­sys­teme, aber allen fehlte aus meiner Sicht die Nachhaltigkeit.

Frage: Warum haben Sie sich entschie­den, dieses Studium, Gesund­heit-Manage­ment für Gesund­heits­be­rufe B.Sc., anzubieten?

Stangl: Weil es auf dem Markt der Studi­en­pro­dukte kein besse­res Studium für exami­nierte Pflege­kräfte – als berufs­be­glei­ten­des Bache­lor-Studium im Gesund­heits­be­reich – gibt. Ein Haupt­ar­gu­ment war aus unserer Sicht die Verein­bar­keit von Familie, Arbeit und Studium. Die weite­ren Vorteile sprechen für sich: persön­li­che Betreu­ung der Studie­ren­den, garan­tiert keine überfüll­ten Hörsäle. Zum Konzept gehören 12 Präsenz­tage im Semes­ter, 24 Tage im Jahr. Zwei Jahre reguläre Studi­en­zeit, die Dozen­ten kommen aus der Praxis, Wert wird auf multi­pro­fes­sio­nelle Gruppen gelegt.

Frage: Wem bieten Sie diesen Studi­en­gang Gesund­heit-Manage­ment für Gesund­heits­be­rufe B.Sc. an?

Stangl: Unseren dafür quali­fi­zier­ten Mitar­bei­tern und denen, die es werden möchten! Es müssen die Bedin­gun­gen der Hochschule und die von avanti als Arbeit­ge­ber erfüllt sein.

Es gibt Zugangs­vor­rau­set­zun­gen der Hochschule: eine abgeschlos­sene Berufs­aus­bil­dung als exami­nierte Pflege­kraft, Opera­ti­ons­tech­ni­scher Assis­tent, Hebamme, Ergothe­ra­peut, Logopäde, Physio­the­ra­peut oder medizi­ni­sche Fachan­ge­stellte (MFA). Ergän­zend eine Hochschul­zu­gangs­be­rech­ti­gung, die von dem Land Hessen anerkannt wird. Diese kann in einer dieser drei Formen vorlie­gen: Abitur, Fachhoch­schul­reife oder eine Hochschul­zu­gangs­prü­fung für beruf­lich Quali­fi­zierte. Das ist die Seite der Hochschul-Zulas­sung. In unserem Unter­neh­men gibt es bestimmte Bedin­gun­gen, die erfüllt sein müssen. Dies sind eigent­lich nur zwei: Der Mitar­bei­ter muss die Voraus­set­zun­gen zum Studium erfül­len und mindes­tens 130 Stunden monat­lich für avanti arbeiten.

Frage: Wie unter­stützt avanti ganz konkret das Studium?

Stangl: avanti übernimmt für seine studie­ren­den Mitar­bei­ter die Studien- und Semes­ter­ge­büh­ren. Der Dienst­plan berück­sich­tigt die Studien-Präsenz­tage (ca. zwei im Monat). Auch die regulä­ren Prüfun­gen werden den Studie­ren­den ermöglicht.

Frage: Wie ist die Reaktion der Mitar­bei­ter und Bewerber?

Stangl: Auf Messen und öffent­li­chen Veran­stal­tun­gen haben wir zu diesem Angebot eine sehr große positive Resonanz. Unsere Bewer­bungs-Quote ist über 40 Prozent gestie­gen. Wir sind selbst überrascht, wie gut dieses Studi­en­an­ge­bot angenom­men wird.

Unsere Mitar­bei­ter reagie­ren sehr positiv auf die Idee und nehmen es gerne an. Die einzige Proble­ma­tik ist die persön­li­che Zeitge­stal­tung. Nicht jeder kann es von heute auf morgen reali­sie­ren, ein Bache­lor­stu­dium in seinen Alltag zu integrieren.

Frage: Wie sieht denn der Studi­en­all­tag konkret aus?

Stangl: Die Kombi­na­tion von Präsenz­ta­gen und „Blendend Learning“ ermög­licht aus unserer Sicht sehr gut das berufs­be­glei­tende Studium. Beim Blendend Learning kann der Studie­rende sich die Inhalte zu Hause jeder­zeit am Compu­ter selbst erarbei­ten. Diese Lerner­geb­nisse lassen sich dann an den Präsenz­ta­gen überprü­fen und ergänzen.

Frage: Warum sollte eine Pflege­kraft studie­ren, wo Sie doch dringend am Bett gebraucht wird?

Stangl: Die Wahrschein­lich­keit, dass eine Pflege­kraft vom Anfang der Ausbil­dung bis zum Renten­ein­tritts­al­ter von derzeit 67 Jahren am Bett stehen kann, ist aus meiner Sicht unrea­lis­tisch. Die Wenigs­ten schaf­fen es jetzt schon, über 30 Jahre am Bett zu stehen und schwer zu heben. Ebenso ist der Schicht­dienst eine hohe psycho­lo­gi­sche Belas­tung, da das Privat­le­ben sich danach richten muss und darun­ter leidet. Famili­en­grün­dungs-Phasen haben meist zur Folge, dass der Arbeit­neh­mer für eine Zeitspanne ganz vom Arbeits­markt verschwindet.

Der Arbeit­neh­mer wäre schnel­ler wieder im Markt einsetz­bar, wenn er Zusatz­qua­li­fi­ka­tio­nen hätte. Dies würde ihn in die Lage verset­zen, viel früher wieder durch­zu­star­ten. Ein bewähr­tes Model ist Teilzeit­ar­beit im Case-Manage­ment, wenn der Mitar­bei­ter noch nicht wieder im Schicht­be­trieb arbei­ten kann. Oder in der Fallco­die­rung: Die Grund­la­gen, das medizi­ni­sche Verständ­nis, sind zwar da, aber der ökono­mi­sche Ansatz fehlt vollkom­men in der tradi­tio­nel­len Pflege­aus­bil­dung. Aber genau hier setzen wir mit diesem Studi­en­mo­dell an: Die Gesund­heits­fach­kraft, wie ich sie hier nennen will, kennt sich im medizi­ni­schen Bereich aus, jeder ist ein Spezia­list mit Fachwis­sen auf seinem Gebiet. Diese ökono­mi­schen Zusatz­qua­li­fi­ka­tio­nen erwirbt man mit diesem von uns unter­stütz­tem Studium.

Frage: Ist dieses Programm länger­fris­tig angelegt?

Stangl: Die Koope­ra­tion mit der Carl Remigius Medical School ist defini­tiv langfris­tig geplant. Inter­es­sierte Bewer­ber und unsere Mitar­bei­ter können in diesem Jahr oder 2018 mit dem Studium beginnen.

Quelle: Uta Kannengießer/avanti