Laut der Lan­des­pfle­ge­kam­mer Rhein­land-Pfalz ent­pup­pen sich die seit Beginn des Jah­res gel­ten­den Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen als „admi­nis­tra­ti­ves Mons­trum“. Zurecht habe die Regie­rung eine Pfle­ge­stär­kungs­in­itia­ti­ve, wozu auch die Rege­lung zu Per­so­nal­un­ter­gren­zen gehört, auf den Weg gebracht. Aller­dings sei die­se so kon­zi­piert, dass die kaum davon pro­fi­tie­re, so der Vor­wurf der Pfle­ge­kam­mer. „Die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn ein­ge­führ­ten Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen haben sich lei­der als ein admi­nis­tra­ti­ves Mons­trum ent­puppt“, sagt Dr. Mar­kus Mai, Prä­si­dent der Lan­des­pfle­ge­kam­mer Rhein­land-Pfalz.

Er erken­ne den ein­deu­tig guten Wil­len hin­ter der Rege­lung, doch der Nut­zen gegen­über dem hohen büro­kra­ti­schen Auf­wand sei zu nied­rig. Mai for­dert daher eine voll­um­fäng­li­che Refi­nan­zie­rung der dadurch ent­ste­hen­den Kos­ten.

DKG: Kliniken liefern geforderten Informationen

Die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DKG) hat­te zuletzt gemel­det, dass aus­nahms­los alle Kran­ken­häu­ser ihre Anmel­dung frist­ge­recht voll­zo­gen haben. Laut DKG muss für rund vier Mil­lio­nen Pati­en­ten in über 800 Kli­ni­ken der Per­so­nal­ein­satz erfasst und an das Insti­tut für das Ent­gelt­sys­tem im Kran­ken­haus (InEK) über­mit­telt wer­den. Wie auch die rhein­land-pfäl­zi­sche Pfle­ge­kam­mer sieht die DKG dar­in einen hohen büro­kra­ti­schen Mehr­auf­wand.

Die Kli­ni­ken zei­gen mit der ter­min­treu­en Mel­dung, dass „sie kon­struk­tiv an die­sem für sie schwie­ri­gen gesetz­li­chen Vor­ha­ben mit­ar­bei­ten“, so Dr. Gerald Gaß, Prä­si­dent der DKG. „Es ist natür­lich Ziel aller Kli­ni­ken, eine mög­lichst gute per­so­nel­le Aus­stat­tung zu errei­chen und zu sichern. Aber der Arbeits­markt ist schwie­rig“, erklärt Gaß wei­ter. Die­ser schwie­ri­gen Auf­ga­ben wol­le man sich aber selbst­ver­ständ­lich stel­len.

Die ein­ge­führ­ten Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen gel­ten seit Janu­ar 2019 für die vier pfle­ge­sen­si­ti­ven Berei­che Inten­siv­me­di­zin, Ger­ia­trie, Kar­dio­lo­gie und Unfall­chir­ur­gie. Auf die­se Wei­se will man dafür sor­gen, dass es in den die­sen Berei­chen zu kei­ner per­so­nel­len Unter­be­set­zung kommt. Für die Inten­siv­me­di­zin gilt eine Gren­ze von maxi­mal 2,5 Pati­en­ten pro Pfle­ge­kraft in den Tag­schich­ten, in den Nacht­schich­ten liegt sie bei 3,5 Pati­en­ten.