Wie das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um (BMG) mit­teil­te, ist der Ent­wurf des Pfle­ge­per­so­nal-Stär­kungs­ge­set­zes (PpSG) am Mitt­woch beschlos­sen wor­den. Das Gesetz setzt unter ande­rem das „Sofort­pro­gramm Pfle­ge“ um.

„Das Sofort­pro­gramm Pfle­ge ist eine ers­te wich­ti­ge Etap­pe zur Ver­bes­se­rung der Pfle­ge. Wir grei­fen damit der Pfle­ge unmit­tel­bar und spür­bar unter die Arme“, erklär­te Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn anläss­lich des Beschlus­ses. Laut Geset­zes­ent­wurf kön­nen ins­ge­samt 13.000 neue Pfle­ge­stel­len in sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen ein­ge­stellt wer­den. Wie vie­le Fach­kräf­te eine Ein­rich­tung jeweils erhält, ist gestaf­felt und rich­tet sich nach der Anzahl der Bewoh­ner. Jede zusätz­li­che Pfle­ge­kraft­stel­le in Kran­ken­häu­sern wird zudem voll von der Kran­ken­ver­si­che­rung finan­ziert und auch die Tarif­stei­ge­run­gen sol­len von den Kos­ten­trä­gern über­nom­men wer­den – rück­wir­kend ab dem Jahr 2018.

Darüber hinaus sind im Rahmen des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes weitere Verbesserungsmaßnahmen vorgesehen:

  • För­de­rung der Digi­ta­li­sie­rung im Pfle­ge­sek­tor, wofür ein­ma­lig 12.000 Euro von der Pfle­ge­ver­si­che­rung zur Ver­fü­gung gestellt wer­den
  • Ver­bes­se­rung der Zusam­men­ar­beit von nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten und sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen
  • Stär­kung der ambu­lan­ten Alten- und Kran­ken­pfle­ge im länd­li­chen Raum (bes­se­re Hono­rie­rung der Wege­zei­ten)
  • Voll­stän­di­ge Refi­nan­zie­rung der Aus­bil­dungs­ver­gü­tun­gen von Aus­zu­bil­den­den in der Kin­der­kran­ken­pfle­ge, Kran­ken­pfle­ge und Kran­ken­pfle­ge­hil­fe im ers­ten Aus­bil­dungs­jahr wer­den ab 2019
  • Fort­set­zung des Kran­ken­haus­struk­tur­fonds ab 2019 für vier Jah­re mit einem Volu­men von 1 Mrd. Euro
  • Umstel­lung der Finan­zie­rung der Pfle­ge­per­so­nal­kos­ten der Kran­ken­häu­ser auf eine von den Fall­pau­scha­len unab­hän­gi­ge, kran­ken­haus­in­di­vi­du­el­le Ver­gü­tung
  • Ab 2020 soll eine Rege­lung zur Ver­bes­se­rung der Pfle­ge­per­so­nal­aus­stat­tung („Ganz­haus­an­satz“) in den Kran­ken­häu­sern sowie der Gewähr­leis­tung von Pati­en­ten­si­cher­heit gel­ten, die Aus­kunft über das Ver­hält­nis der Pfle­ge­kräf­te in einem Kran­ken­haus zu dem zu leis­ten­den Pfle­ge­auf­wand („Pfle­ge­quo­ti­ent“) gibt
  • Zu- und Abschlä­ge bei der sta­tio­nä­ren Not­fall­ver­sor­gung wer­den zukünf­tig ohne Ver­bin­dung zum Lan­des­ba­sis­fall­wert erho­ben
  • Stär­kung der Ver­ein­bar­keit von Pfle­ge, Fami­lie und Beruf
  • Stär­kung der betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung durch zusätz­li­che Leis­tun­gen der Kran­ken­kas­sen
  • Erleich­te­rung des Zugangs zu medi­zi­ni­schen Reha­bi­li­ta­ti­ons­leis­tun­gen für pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge
  • Schaf­fung eines brei­te­ren Anwen­dungs­be­rei­ches der ärzt­li­chen Video-Sprech­stun­den

Das Gesetz soll zum 01.Januar 2019 in Kraft tre­ten, die Zustim­mung sei­tens des Bun­des­ra­tes ist nicht erfor­der­lich.