Robotik im Gesundheitswesen.
Der Einsatz von Robotik im Gesundheitswesen.Mike_kiev/Dreamstime.com

Im Rahmen der Studie „Robotik in der Gesundheitswirtschaft – Einsatzfelder und Potentiale“ der Stiftung Münch wurde untersucht, welche Potenziale für die Gesundheitsversorgung in der Robotik liegen und wie diese gehoben werden können. Neben einer Übersicht über den Stand der Technik robotischer Lösungen und aktueller Entwicklungen für die Einsatzfelder Krankenhaus, Rehabilitation, Altenpflege und zur Unterstützung des selbstständigen Lebens in der eigenen Häuslichkeit wurde der Stellenwert der Ansätze in Japan und Korea beleuchtet, die auf dem Gebiet der innovativen Robotik in der Gesundheitswirtschaft als Vorreiter gelten. Darauf aufbauend zeigt die Studie Potentiale für das deutsche Gesundheitswesen auf, entwirft mögliche Zukunftsszenarien und gibt Handlungsempfehlungen, welche technischen, politischen und rechtlichen Hürden es zu überwinden gilt.

Den Ergebnissen zufolge kann der Einsatz von Robotik durchaus hilfreich in Bezug auf die Herausforderungen des zunehmenden Fachkräftemangels sein. Vor allem für physisch anstrengende Tätigkeiten birgt die Robotik Potentziale. Am weitesten fortgeschritten ist der Einsatz robotischer System im Bereich der neurologischen Rehabilitation und bei minimal-invasiven Operationsverfahren. Allerdings sind darüber hinaus nur wenige Systeme im Einsatz.

Akteure sind zögerlich in der Umsetzung

Um diese zu etablieren, müssten entsprechende gesetzliche und rechtliche Voraussetzungen geschaffen und klare Finanzierungswege festgelegt werden, so das Fazit der Studie. Auch die Akzeptanz gegenüber der Robotik müsste noch wachsen, ebenso wie die Förderung der entsprechenden Forschung. Akteure im Gesundheitswesen sind grundsätzlich interessiert, doch bisher nur zögerlich in der Umsetzung. Das liegt an zu wenig ausgereiften Produkten, fehlenden großangelegten Studien mit Nutzern und unklaren Finanzierungswegen. Der Vorsitzende der Stiftung Münch, Stephan Holzinger, sieht durchaus Potenzial in robotischen Systemen und hält diese für eine nützliche Ergänzung des Fachpersonals: „Insbesondere die Pflegerobotik kann perspektivisch ein wichtiger Baustein werden, die physischen und auch bürokratischen Belastungen der Pflegekräfte zu minimieren und so diesen für das Gesundheitswesen eminent wichtigen Beruf wieder attraktiver machen. Sie soll die Pflegekräfte nicht ersetzen, sondern diesen idealerweise mehr Zeit für die menschliche Zuwendung ermöglichen.“

Die Studie wurde unter der Federführung von Professor Barbara Klein (Frankfurt University of Applied Sciences) und Dr. Birgit Graf (Fraunhofer IPA, Stuttgart) durchgeführt.

Quelle:

idw