Am Diens­tag ist die bereits im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­te „Kon­zer­tier­te Akti­on Pfle­ge“ in Ber­lin an den Start gegan­gen, so hat es das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um berich­tet. Dabei han­delt es sich um einen Maß­nah­men­plan, vor allem mit dem Ziel, wie­der mehr Bewer­ber für die Pfle­ge­be­ru­fe zu gewin­nen und dar­über hin­aus die Arbeits­be­din­gun­gen der Pfle­ge­kräf­te auf­zu­wer­ten sowie ihre Bezah­lung zu ver­bes­sern.

Dazu agie­ren Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter , Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Fran­zis­ka Gif­fey und Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Huber­tus Heil zusam­men mit zahl­rei­chen Pfle­ge­be­rufs­ver­bän­den, - und Kran­ken­kas­sen sowie mit der Berufs­ge­nos­sen­schaft, der Bun­des­agen­tur für Arbeit und ande­ren Akteu­ren des Gesund­heits­we­sens. Inner­halb eines Jah­res wol­len sie gemein­sam mit ande­ren Exper­ten im Rah­men eines Dach­gre­mi­ums sowie von fünf Arbeits­grup­pen inten­siv ent­spre­chen­de Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on in der erar­bei­ten.

„Gute bedeu­tet Zuwen­dung. Die benö­tigt Zeit und genü­gend Per­so­nal. Des­halb star­ten wir die Kon­zer­tier­te Akti­on . Wir wol­len mehr Men­schen dazu brin­gen, die­sen ver­ant­wor­tungs­vol­len Beruf zu ergrei­fen. Wir wol­len Pfle­ge­kräf­te ermun­tern, in den Job zurück­zu­keh­ren oder wie­der Voll­zeit dar­in zu arbei­ten. Täg­lich leis­ten die Pfle­ge­kräf­te in unse­rem Land Groß­ar­ti­ges für unse­re Gesell­schaft. Dafür ver­die­nen sie mehr Wert­schät­zung im Beruf, gute Arbeits­be­din­gun­gen und eine gerech­te Bezah­lung“, so anläss­lich des Start­schus­ses für die Akti­on.

Auch Fran­zis­ka Gif­fey beton­te, dass die Aus­bil­dungs- und Arbeits­be­din­gun­gen in der Pfle­ge ver­bes­sert wer­den müs­sen: „Pfle­gen nach der Stopp­uhr muss ein Ende haben. Gute Pfle­ge braucht Zeit, um für Men­schen da sein zu kön­nen. Die Pfle­ge­kräf­te leis­ten viel, sie haben höhe­re Löh­ne, bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen und Ent­las­tung im All­tag mehr als ver­dient.“

Mit intensiver Gruppenarbeit ans Ziel

Die geplan­ten Arbeits­grup­pen sind the­men­be­zo­gen und beschäf­ti­gen sich mit „Aus­bil­dung und Qua­li­fi­zie­rung“, „Per­so­nal­ma­nage­ment, Arbeits­schutz und Gesund­heits­för­de­rung“, „Inno­va­ti­ve Ver­sor­gungs­an­sät­ze und Digi­ta­li­sie­rung“, „Pfle­ge­kräf­te im Aus­land“ sowie mit „Ent­loh­nungs­be­din­gun­gen in der Pfle­ge“.

Koor­di­niert wird die Akti­on vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um, eine ent­spre­chen­de Geschäfts­stel­le wird ein­ge­rich­tet.

„Die allerletzte Chance“

Zahl­rei­che Akteu­re des Gesund­heits­we­sens haben sich bereits zu der geplan­ten Maß­nah­men­ak­ti­on zu Wort gemel­det. Inge­samt begrüßt man die Akti­on, hält der­ar­ti­ge Maß­nah­men zugleich aber für längst über­fäl­lig. So sieht es auch der Prä­si­dent des Deut­schen Pfle­gerats (DPR), Franz Wag­ner. „Der Deut­sche Pfle­gerat begrüßt die Kon­zer­tier­te Akti­on Pfle­ge. Deren geplan­ter Auf­trag und Ziel lie­gen nahe an dem von uns gefor­der­ten Mas­ter­plan für die Pfle­ge­be­ru­fe. Es ist aller­höchs­te Zeit aktiv zu wer­den, denn die Pro­ble­me zur Siche­rung der pfle­ge­ri­schen Ver­sor­gung wer­den täg­lich grö­ßer“, so Wag­ner. Der wer­de sich zudem in dem Dach­gre­mi­um sowie in den Arbeits­grup­pen betei­li­gen, heißt es wei­ter.

Auch Ger­not Kie­fer vom Vor­stand des GKV-Spit­zen­ver­ban­des sieht die Bun­des­re­gie­rung mit der Akti­on einen wich­ti­gen Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung gehen. „Um die Situa­ti­on der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und die der Pfle­gen­den zu ver­bes­sern, brau­chen wir über die bekann­ten Ein­zel­ak­tio­nen hin­aus einen Strauß wohl­über­leg­ter Maß­nah­men, die auch die lang­fris­ti­ge Ent­wick­lung in den Blick neh­men. Dabei reicht die Band­brei­te der not­wen­di­gen Maß­nah­men von flä­chen­de­cken­den Tarif­ver­trä­gen über eine Aus­bil­dungs­of­fen­si­ve bis hin zu einer bes­se­ren Unter­stüt­zung für pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge. Mit der Kon­zer­tier­ten Akti­on geht die Bun­des­re­gie­rung den rich­ti­gen Weg.“

Weni­ger posi­ti­ve Wor­te fand Prof. Chris­tel Bien­stein, Prä­si­den­tin des Deut­schen Ber­fus­ver­bands für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK). Zwar sieht sie in der Kon­zer­tier­ten Akti­on Pfle­ge eine Chan­ce, Ver­bes­se­run­gen für die Pfle­ge­be­ru­fe her­bei­zu­füh­ren – aber eben auch die aller­letz­te. Schließ­lich sei­en die Pro­ble­me in der Pfle­ge schon lan­ge bekannt, mitt­ler­wei­le habe der Pfle­ge­not­stand „Dimen­sio­nen ange­nom­men, die man kaum für mög­lich gehal­ten hät­te“, sagt sie. „Jetzt heißt es Sen­si­bi­li­tät bewei­sen, hin­hö­ren, nach­fra­gen, inno­va­ti­ve Ide­en und Ansät­ze prü­fen – und genü­gend Cou­ra­ge und Steh­ver­mö­gen an den Tag legen, damit gute Lösun­gen auch eine Chan­ce bekom­men“, so die -Prä­si­den­tin wei­ter.