Die Vorteile des Avelle™ Unter­druck-Wundthe­ra­pie Systems – der Kombi­na­tion aus klassi­scher Unter­druck­the­ra­pie und Aquacel® – durften die Teilneh­mer des Sympo­si­ums „(R)Evolution in der Unter­druck­the­ra­pie“ auf dem diesjäh­ri­gen Deutschen Wundkon­gress in Bremen kennen lernen.

Über das Unter­druck-Wundthe­ra­pie System für chroni­sche Wunden referier­ten der Gefäß­chir­urg Dr. Johan­nes Link des Städti­schen Klini­kums Dessau sowie Marina Kerkmann von der Aneasthe­sio­lo­gi­schen Inten­siv­sta­tion des Univer­si­täts­kli­ni­kums München auf dem vergan­ge­nen Deutschen Wundkon­gress in Bremen im Rahmen des Satel­li­ten­sym­po­si­ums „(R)evolution in der Unter­druck­the­ra­pie“ der Conva­Tec (Germany) GmbH.

(v.l.n.r.): Marina Kerkmann (Univer­si­täts­kli­ni­kum München), Dr. Johan­nes Link (Städti­sches Klini­kum Dessau).

Um den Zuhörern näher­zu­brin­gen, worin die Vorteile und Innova­tio­nen dieser Thera­pie liegen, führte Chirurg Dr. Link zunächst in die Welt der klassi­schen Unter­druck­the­ra­pie, auch Negative Pressure Wound Therapy (NPWT) genannt, ein. Bei der klassi­schen Unter­druck­the­ra­pie wird die Wunde mittels einer Folie luftdicht abgedeckt und über ein entspre­chen­des Thera­pie­sys­tem einem Unter­druck ausge­setzt, der sich positiv auf die Wundhei­lung auswirkt. „Das Tolle an der Unter­druck­the­ra­pie ist, dass sie die Wundrän­der zusam­men­führt. Zudem wird überschüs­sige Flüssig­keit und damit Ödem entfernt sowie die Durch­blu­tung verbes­sert“, zählte Dr. Link einige der vielen Vorteile von NPWT auf. Auch die für die NPWT notwen­di­gen Kompo­nen­ten seien überschau­bar, man brauche ledig­lich „einen Schwamm, einen Schlauch, eine Pumpe und einen Kanister“.

Dennoch blieben gewisse Heraus­for­de­run­gen logis­ti­scher, hygie­ni­scher und bürokra­ti­scher Art bei der klassi­schen Unter­druck­the­ra­pie nicht aus. Die Materia­lien müssten stets zur Verfü­gung stehen, Geräte aufwen­dig aufbe­rei­tet werden und die Kosten­an­zeige müsse bei der Kranken­kasse einge­holt werden, nannte Link einige Beispiele. Hinzu komme, dass bei der Verwen­dung eines Schwamms als Wundauf­lage der Wundrand nicht ausrei­chend vor Mazera­tion durch entste­hende Flüssig­kei­ten geschützt werde.

„Und hier liegt nun der große Vorteil von Hydro­fa­ser-Wundauf­la­gen, die bei Avelle verwen­det werden. Wir können damit – und ich denke das ist wirklich ein Allein­stel­lungs­merk­mal im Vergleich zu den Schwäm­men – den Wundrand schüt­zen“, hob Link hervor. Zudem biete das kanis­ter­lose System den Patien­ten eine deutli­che Aufwer­tung ihrer Lebens­qua­li­tät sowie ihrer Mobili­sa­ti­ons­mög­lich­kei­ten, da Avelle nicht nur sehr leise, sondern auch sehr klein sei und damit als Beglei­ter im Alltag kaum auffalle. Patien­ten könnten zum Beispiel problem­los in ihren Berufs­all­tag zurück­keh­ren und mit dem wasser­fes­ten Verband sogar duschen. In Kombi­na­tion mit einer Thera­piel­auf­zeit von 30 Tagen sei Avelle einfach „Klein. Praktisch. Gut.“, wie Dr. Johan­nes Link seinen Vortrag schloss.

Nicht nur evolu­tio­när, sondern auch revolutionär

Warum es sich dabei nun nicht nur um eine Evolu­tion, sondern auch um eine Revolu­tion handele, erklärte im Anschluss Marina Kerkmann. Evolu­tio­när ist das Thera­pie­sys­tem allemal: Schließ­lich gibt es die NPWT in ihren Ursprün­gen bereits seit den 1930er Jahren, in Deutsch­land etabliert ist sie seit 1990. Hydro­fa­ser-Wundauf­la­gen stehen dem Wundmarkt seit 20 Jahren zur Verfü­gung und können daher auf ein ähnlich langes Bestehen zurück­bli­cken. Neu hinge­gen sei die durch Avelle gegebene Kombi­na­tion von Aquacel®-Wundauflagen mit Hydro­fi­ber™ Techno­lo­gie und NPWT, die es nämlich erst seit etwa zwei bis drei Jahren gebe, so Kerkmann.

Darüber hinaus gab sie mit einigen Fallbei­spie­len Einblick in das breite Indika­ti­ons­spek­trum: Es eigne sich unter anderem bei Inzisio­nen, aber genauso bei Diabe­ti­schem Fußsyn­drom, Ulzera oder Druck­ge­schwü­ren. Beson­ders hob sie hierbei die schnelle Verbes­se­rung der Wundsi­tua­tion sowie die einfa­che Handha­bung der Verband­ma­te­ria­lien hervor. „Es herrschte lange die Meinung vor, dass NPWT nur für tiefe oder sekretrei­che Wunden anwend­bar sei“, fügte Kerkmann hinzu. Mit Avelle seien nun aller­dings auch oberfläch­li­che und zerklüf­tete Wunden thera­pier­bar, da die Wundrän­der nun endlich geschützt seien. Wichtig sei nur, dass auf die Wundtiefe und die Exsudat­menge geach­tet werde. Bei Wunden mit zu starker Exsuda­tion sowie bei malignen Wunden beispiels­weise, sei der Einsatz von Avelle kontra­in­di­ziert, gab die Exper­tin den Sympo­sium-Teilneh­mern abschlie­ßend mit auf den Weg.