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Bewegung gegen Depressionen.
Bewegung gegen Depres­sio­nen.Bild: 3putos/Pixabay.com

Ein inter­na­tio­na­les Forscher­team, welchem unter anderem Wissen­schaft­ler des Black Dog Insti­tu­tes, der Univer­sity of New South Wales in Sydney und des NICM Health Research Insti­tu­tes der Western Sydney Univer­sity angehö­ren, hat heraus­ge­fun­den, dass körper­li­che Betäti­gung dem Aufkom­men von Depres­sio­nen entge­gen­wirkt, unabhän­gig von Alter, körper­li­chem Zustand und Herkunft.

Die Wissen­schaft­ler aus Brasi­lien, Belgien, Austra­lien, den USA, dem Verei­nig­ten König­reich und Schwe­den haben Daten­sätze aus 49 einzel­nen Kohor­ten­stu­dien zusam­men­ge­fasst, bei denen unter­sucht wurde, ob körper­li­che Aktivi­tät bei Menschen ohne psychi­sche Erkran­kun­gen zu einem reduzier­ten Risiko führte, Depres­sio­nen zu entwi­ckeln. Insge­samt wurden die Angaben von 266.939 Perso­nen (47 % männli­che Studi­en­teil­neh­mer) erhoben und die Befra­gun­gen im Durch­schnitt nach 7,4 Jahren wiederholt.

Die Auswer­tung der Daten konnte belegen, dass Teilneh­mer, die sich nur wenig beweg­ten, ein größe­res Risiko hatten, eine Depres­sion zu entwi­ckeln, als die Teilneh­mer, die eine hohe körper­li­che Aktivi­tät aufwie­sen. Darüber hinaus konnten die Wissen­schaft­ler feststel­len, dass dieser schüt­zende Effekt bei Jugend­li­chen, Erwach­se­nen und Älteren in Europa, Nordame­rika und Ozeanien gleicher­ma­ßen auftritt.

Die Ergeb­nisse stimmen mit der „Exercise Your Mood“-Woche des Black Dog Insti­tu­tes überein, welche die Austra­lier dazu auffor­dert, ihre geistige Gesund­heit durch körper­li­che Aktivi­tät zu verbes­sern. In einer aktuel­len Studie des Black Dog Insti­tu­tes und der UNSW konnten Wissen­schaft­ler belegen, dass 12 % der Depres­sio­nen durch nur eine Stunde sport­li­cher Aktivi­tät pro Woche hätten verhin­dert werden können.

Der Co-Autor und Senior Research Fellow Dr. Simon Rosen­baum meint dazu: „Am wichtigs­ten ist es, nun sicher­zu­stel­len, dass diese überwäl­ti­gen­den Ergeb­nisse zu angemes­se­nen Richt­li­nien führen. Sie sollen helfen, Einrich­tun­gen zu verbes­sern, die zu Depres­sio­nen neigen­den Mitglie­der unserer Gesell­schaft unter­stüt­zen, an Program­men zur Steige­rung der körper­li­chen Aktivi­tät teilzunehmen“.

Weitere Studien sind geplant

Dr. Felipe Barreto Schach von der Univer­sidad La Salle aus Brasi­lien und leiten­der Autor sagt: „Es handelt sich hierbei um die erste weltweite Metaana­lyse, die beweist, dass die bloße körper­li­che Aktivi­tät förder­lich dafür ist, die gesamte Bevöl­ke­rung vor Depres­sio­nen zu schüt­zen“. Der Co-Autor Dr. Brendon Stubbs fügt hinzu: „Unsere Analyse von über einer viertel Millio­nen Menschen macht ganz deutlich, dass Menschen, die einen aktiven Lebens­stil pflegen, weniger wahrschein­lich eine Depres­sion entwi­ckeln werden. Hierbei wurde deutlich, dass ein hohes Maß von körper­li­cher Aktivi­tät für Kinder, Erwach­sene und ältere Erwach­sene eine Schutz­funk­tion hat und es dabei nicht auf die Herkunft oder andere Fakto­ren wie Body Mass Index, Rauchen oder den allge­mei­nen körper­li­chen Gesund­heits­zu­stand ankommt.“

„Neben der Vielzahl an weite­ren Vortei­len, die die körper­li­che Aktivi­tät mit sich bringt, können unsere Erkennt­nisse dazu führen, die körper­li­che Betäti­gung im Laufe des Lebens auf der Priori­tä­ten­liste neu zu positio­nie­ren.“ Dr. Joseph Firth vom NICM Health Research Insti­tute der Western Sydney Univer­sity meint dazu: „Die überzeu­gen­den Beweise, die wir hier vorbrin­gen konnten, liefern die ausschlag­ge­ben­den Argumente, um Menschen in der Schule, am Arbeits­platz und in ihrer Freizeit dazu zu bringen, sich mehr zu bewegen.“ Weitere Studien sind schon geplant, um das Mindest­maß an körper­li­cher Aktivi­tät und den Effekt der verschie­de­nen Arten der körper­li­chen Betäti­gung zu ermit­teln, um das Risiko Depres­sio­nen zu erlei­den, dauer­haft zu reduzieren.“

Die Erkennt­nisse wurden als Studie im The Ameri­can Journal of Psych­ia­try veröffentlicht.

Quelle: idw, Insti­tut Ranke-Heine­mann, Austra­lisch-Neusee­län­di­scher Hochschulverbund