Bürger und Bürgerinnen sind dazu aufgerufen, eine Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum zu tragen, um die Verbreitung von Tröpfchen zu reduzieren.
Bür­ger und Bür­ge­rin­nen sind dazu auf­ge­ru­fen, eine Mund-Nasen-Bede­ckung im öffent­li­chen Raum zu tra­gen, um die Ver­brei­tung von Tröpf­chen zu redu­zie­ren.Pho­to 178365392 © Stock474 – Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Vor allem die Nach­fra­ge nach aus­rei­chen­dem Mas­ken­schutz ist hoch, auch unter den Bür­ger und Bür­ge­rin­nen. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel sprach sich zuletzt für eine drin­gen­de Emp­feh­lung an die Bevöl­ke­rung aus, künf­tig All­tags­mas­ken zu tra­gen, ins­be­son­de­re im öffent­li­chen Nah­ver­kehr sowie beim Ein­kau­fen. In eini­gen Bun­des­län­dern herrscht sogar bereits Mas­ken­pflicht. Um dem Per­so­nal des Gesund­heits­we­sens die auf dem Markt zur Ver­fü­gung ste­hen­den vor­zu­be­hal­ten, sind Bür­ger und Bür­ge­rin­nen dazu auf­ge­ru­fen, die All­tags­mas­ken selbst her­zu­stel­len. Sogar eini­ge Kli­ni­ken in Deutsch­land, wie bei­spiels­wei­se das Kli­ni­kum Worms, haben selbst genäh­te Schutz­mas­ken anfer­ti­gen las­sen. Doch wel­chen Schutz bie­ten die­se eigent­lich? Der Viro­lo­ge Prof. Dr. Chris­ti­an Dros­ten hat in sei­nem Pod­cast des NDR vom 23.03.2020 bereits hier­über infor­miert.

Unterschiede bei den verschiedenen

Man unter­schei­det hier­bei in den Berei­chen Eigen­schutz und Fremd­schutz. Die Exper­ten sind sich einig, dass nur eine Atem­schutz­mas­ke der Klas­se FFP3 oder FFP2 (Fil­te­ring Face­pie­ce) wirk­lich wir­kungs­voll gegen die Infek­ti­on mit dem neu­en SARS-CoV‑2 Virus schützt. Ein­fa­che Mund-Nasen-Schutz­mas­ken (MNS), auch OP- genannt, schüt­zen den Trä­ger hin­ge­gen nicht vor Viren bzw. einer Infek­ti­on, kön­nen aber Tröpf­chen des Trä­gers abfan­gen. Ein ähn­li­cher Nut­zen wird den selbst genäh­ten Mund-Nasen-Bede­ckun­gen (MNB) zuge­schrie­ben: sie die­nen vor allem dem Fremd­schutz, da die Tröpf­chen beim Nie­sen und Hus­ten nicht so stark in die Luft abge­ge­ben wer­den. Wäh­rend OP- jedoch über mehr­la­gi­ge Schich­ten mit flüs­sig­keits­ab­wei­sen­der Wir­kung und Fil­ter­wir­kung ver­fü­gen, ist dies durch die selbst genäh­ten eher nicht gege­ben. Die­se sind also nah an der Quel­le sinn­voll, und nicht am Emp­fän­ger.

Kein zertifiziertes Medizinprodukt

Selbst genäh­te Mas­ken dür­fen nicht als Schutz­mas­ken dekla­riert wer­den und sind medi­zi­nisch nicht zer­ti­fi­ziert. Somit dür­fen die­se in Kli­ni­ken nicht genutzt wer­den. Auch das Kli­ni­kum Worms hat in Ihrer Pres­se­mel­dung vom 20.03.2020 deut­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die­se Behelfs­mas­ken nur für den wirk­lich äußers­ten Not­fall genutzt wer­den, wenn kei­ner­lei ande­ren Schutz­mas­ken mehr zur Ver­fü­gung ste­hen. Um die Ver­sor­gung der Kran­ken­häu­ser nicht zu gefähr­den, soll­ten Pri­vat­per­so­nen nun nicht die Vor­rä­te leer kau­fen, son­dern alter­na­tiv auf selbst genäh­te Mas­ken zurück­grei­fen.