Fixierung der Bettseitenteile und Lesetipps

Fixierung oder Hochstellen der Bettseitenteile („Bettgitter“) war kontraindiziert

Ins­be­son­de­re stel­le sich – anders, als die Klä­ge­rin mei­ne – eine Fixie­rung oder das Hoch­stel­len der Bett­sei­ten­tei­le („Bett­git­ter“) als kon­tra­in­di­ziert dar. Eine Fixie­rung ber­ge näm­lich die erheb­li­che Gefahr von Strangulationsverletzungen.

Hin­zu kom­me, dass die erzwun­ge­ne Unbe­weg­lich­keit bei den betrof­fe­nen Pati­en­ten zu einem mas­si­ven Mus­kel­ab­bau füh­re, der eine fort­schrei­ten­de moto­ri­sche Ver­un­si­che­rung bedin­ge und damit die Sturz­ge­fahr erhö­he, anstatt sie zu verringern.

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Nichts ande­res gel­te für die Anbrin­gung eines Bett­git­ters. Denn bei – wie hier – demen­ten, aller­dings hoch­mo­bi­len Pati­en­ten, denen die Ein­sichts­fä­hig­keit in die Sinn­haf­tig­keit eines Bett­git­ters feh­le, füh­re ein sol­ches allein dazu, dass der Pati­ent typi­scher­wei­se ver­su­che, den Sei­ten­schutz zu überklettern.

Sonach – so die Sach­ver­stän­di­ge – mini­mie­re ein Bett­git­ter nicht die Sturz­ge­fahr, son­dern begüns­ti­ge allen­falls Stür­ze aus grö­ße­rer Höhe.

Die Kam­mer hat kei­ne Beden­ken, die vor­ste­hend wie­der­ge­ge­be­nen gut­ach­ter­li­chen Fest­stel­lun­gen ihrer Ent­schei­dungs­fin­dung zugrun­de zu legen. Die Sach­ver­stän­di­ge ver­moch­te ihre Schluss­fol­ge­run­gen über­zeu­gend, ver­ständ­lich und nach­voll­zieh­bar zu erläu­tern, dies auf Grund­la­ge der von ihr ein­ge­se­he­nen voll­stän­di­gen Behandlungsunterlagen.

Män­gel der Begut­ach­tung erschlie­ßen sich hier­nach nicht, sodass das Gericht den Aus­füh­run­gen der Sach­ver­stän­di­gen in vol­lem Umfang folgt. Weil hier­nach schon ein Pfle­ge­feh­ler nicht erwie­sen ist, konn­te unent­schie­den blei­ben, wel­che Ver­let­zun­gen die Pati­en­tin durch einen – anzu­neh­men­den – Sturz erlit­ten hat.

Die Ent­schei­dung ist rechtskräftig.

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Dies ist ein Arti­kel aus der RDG-Print­aus­ga­be Jan/Feb 2021