Überlastete Notfallambulanzen, chronische Personalunterbesetzung, Ärzte und Krankenpfleger überschreiten ihre Belastungsgrenze: Der Pflegenotstand ist spürbar und wird mehr denn je beklagt. „Chronisch überlastet“ – so der programmatische Titel einer eindrucksvollen ZDF-Dokumentation, in der die Notfallambulanz des Klinikums Ingolstadt mit der Kamera begleitet wird. Hier werden rund 72.000 Patienten jährlich behandelt, Dauerstress und schlimme Notfälle stehen an der Tagesordnung.

Der Arzt Dr. Stephan E. und die Krankenpflegerin Julia N. geben tiefe Einblicke in ihre Arbeits- und Gefühlswelt, die durch ihren Beruf bedingt wird. Für Pausen und „mal durchatmen“ bleibt keine Zeit, Personalausfälle und die steigende Patientenzahl lassen dies nicht zu. Was aber ganz besonders beklagt wird: Viele der Notfallpatienten wären besser beim Hausarzt aufgehoben, sie „blockieren“ jedoch nahezu die Notfallaufnahmen. „Mich ärgert, dass wir viele Notfälle nicht so behandeln können, wie wir möchten, weil die Notafnahmen mit Patienten verstopft sind, die alle zum Hausarzt können“, klagt die Krankenpflegerin.

Dr. Stephan E., der junge Arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, ist eigentlich äußerst stressresistent. Doch der Ansturm in der Notfallambulanz bringt auch ihn an seine Grenzen. „Und dann kannst du irgendwann nicht mehr garantieren, dass du alles merkst, siehst und pufferst. Irgendwann ist die Grenze erreicht“, sagt er.

Die Zahlen sprechen für sich: Rund 18 Millionen Menschen werden jährlich in den Notfallaufnahmen in Deutschland behandelt, diese Zahl hat sich in den vergangenen Jahren verdoppelt. Können Ärzte und Krankenpfleger wie Stephan E. und Julia N. bei aller Aufopferungsbereitschaft, Kompetenz und Qualifikation diese Versorgungswelle langfristig noch stemmen? Dieser Frage geht die ZDF-Dokumentation „Chronisch überlastet“ nach, auch abrufbar in der Mediathek.