Was kann Telemedizin in der Wundversorgung leisten? Unter anderem darum ging es bei der Online-Podiumsdiskussion vom 3. Dezember 2020 mit Dr. med Katharina Herberger, Prof. Dr. Sebastian Probst und Björn Jäger
Was kann Tele­me­di­zin in der Wund­ver­sor­gung leis­ten? Unter ande­rem dar­um ging es bei der Online-Podi­ums­dis­kus­si­on vom 3. Dezem­ber 2020 mit Dr. med Katha­ri­na Her­ber­ger, Prof. Dr. Sebas­ti­an Probst und Björn Jäger© Nastya­b­ob­rovs­ka­ya | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Die Refe­ren­ten und Refe­ren­tin­nen der inter­ak­ti­ven Dis­kus­si­ons­run­de, die im Rah­men des Nürn­ber­ger Wund­kon­gres­ses statt­fand, waren:

  • Frau PD Dr. med. Katha­ri­na Her­ber­ger, Ober­ärz­tin für und Venero­lo­gie am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Ham­burg Eppendorf
  • Herr Björn Jäger aus Lin­gen, der die Dis­kus­si­ons­run­de mit sei­ner Erfah­rung als Pfle­ge­the­ra­peut Wun­de und Geschäfts­stel­len­lei­ter Koor­di­na­ti­on und Außen­dar­stel­lung ICW, bereicherte
  • und Herr Prof. Dr. Sebas­ti­an Probst, der als Pro­fes­sor für Wund­pfle­ge an der Fach­hoch­schu­le und Uni­ver­si­tät Genf tätig ist und sich als gewähl­ter Prä­si­dent der EWMA u.a. aktiv für die grenz­über­grei­fen­de Ent­wick­lung der Aus­bil­dung in der Wund­ver­sor­gung einsetzt.

Immer stär­ker zeich­net sich der Trend zur Online-Infor­ma­ti­on bei Gesund­heits­fra­gen ab – durch die Coro­na Pan­de­mie in die­sem Jahr erfuhr die­ser Trend noch­mal eine erheb­li­che Stei­ge­rung. Nach den aktu­el­len Zah­len des ZDF sind 50,7 Mil­lio­nen Deut­sche täg­lich online, zwei Drit­tel aller Deut­schen nut­zen das Inter­net zu Gesundheitsthemen.

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Aktu­ell gibt es für Wund­fach­leu­te bereits die Mög­lich­keit, an digi­ta­len Wei­ter­bil­dungs­for­ma­ten teil­zu­neh­men. Die­se Wei­ter­bil­dun­gen sind – obwohl sie vir­tu­ell statt­fin­den – meist sehr inter­ak­tiv gestal­tet, ermög­li­chen einen leich­ten Trans­fer in die Pra­xis und, wenn mög­lich, erhal­ten die Teil­neh­mer und Teil­neh­me­rin­nen sogar ent­spre­chen­de Zer­ti­fi­zie­rungs­punk­te der Fach­ge­sell­schaf­ten. Damit einer nichts im Wege steht, gibt es noch eini­ge Her­aus­for­de­run­gen. Frau Dr. Her­ber­ger wies auf Daten­schutz und Kos­ten­aspek­te hin, Prof. Probst setz­te sich für das The­ma Qua­li­täts­si­che­rung ein und Björn Jäger beton­te, dass auch der Zugang zu den Ange­bo­ten bei­spiels­wei­se durch tech­ni­sche Vor­aus­set­zun­gen häu­fig erst noch geschaf­fen wer­den müs­se, damit der Schritt in eine digi­ta­le Zukunft der Wund­ver­sor­gung klappt.

im Gesundheitswesen bringt Vorteile mit sich

Die aktu­el­le Pan­de­mie durch das und die dar­aus resul­tie­ren­den Aus­gangs­sper­ren auf der gan­zen Welt haben die Rele­vanz der Digi­ta­li­sie­rung – auch im Gesund­heits­be­reich – noch­mals ver­deut­licht. Gera­de älte­re Pati­en­ten und Pati­en­tin­nen, oder die­je­ni­gen mit Vor­er­kran­kun­gen, las­sen sich mög­li­cher­wei­se durch das Infek­ti­ons­ri­si­ko von einem Besuch in der Pra­xis oder einer Wun­dam­bu­lanz abschre­cken – dabei sind gera­de sie auf eine enge ärzt­li­che Ver­sor­gung ange­wie­sen. Mit Hil­fe tele­me­di­zi­ni­scher Ange­bo­te kön­nen sie wei­ter­hin medi­zi­nisch betreut wer­den. Natio­na­le und inter­na­tio­na­le Pro­jekt­vor­ha­ben haben bereits gezeigt, dass und , Pfle­ge­kräf­te und Kli­ni­ken aktu­ell ver­mehrt auf digi­ta­le Lösun­gen setzen.

Trend und Diskussionspunkt Telemedizin – was bedeutet Telemedizin und was kann sie?

Tele­me­di­zin ist also in aller Mun­de. Doch was genau heißt eigent­lich Tele­me­di­zin und wel­che Ange­bo­te ver­ber­gen sich dahin­ter? Die­se Fra­ge beant­wor­te­te Prof. Probst fol­gen­der­ma­ßen: „Tele­me­di­zin beschreibt drei ver­schie­de­ne Aspek­te und Mög­lich­kei­ten der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung. Das kann die Real-Time-Tele­me­di­zin, also der Live-Aus­tausch zwi­schen dem Pati­ent und Pfle­ge­kraft, sein. Dane­ben gibt es die Tele-Exper­ti­se – hier muss der Pati­ent nicht dabei sein und der Arzt oder die Ärz­tin holt sich zum Bei­spiel mit Wund­bil­dern fach­li­chen Rat bei Exper­ten und Exper­tin­nen ein. Zuletzt gibt es noch das Remo­te-Pati­ent-Moni­to­ring. Dabei wer­den Pati­en­ten­da­ten, wie zum Bei­spiel Blut­druck, Bewe­gung etc., über­mit­telt und dann ent­spre­chend von der Pfle­ge und den Ärz­ten und aus­ge­wer­tet, um eine opti­ma­le Pati­en­ten-Ver­sor­gung zu gewährleisten.“

Die Vor­tei­le von Tele­me­di­zin sieht Frau Dr. Her­ber­ger im kli­ni­schen All­tag beson­ders im Aus­tausch mit Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen in der Pfle­ge und unter den Ver­sor­gern. Gera­de in der All­ge­mein-Der­ma­to­lo­gi­schen Ver­sor­gung kann die digi­ta­le Wund­ver­sor­gung heu­te schon sehr gut ange­wen­det wer­den, da hier die Ziel­grup­pe tech­nisch affi­ner ist. Auch das Kom­pli­ka­ti­ons­ma­nage­ment kann durch die digi­ta­le Wund­ver­sor­gung sehr gut unter­stützt wer­den, da eine sek­to­ren­über­grei­fen­de Ver­sor­gung ermög­licht wird, Ver­sor­gungs­lü­cken gera­de in länd­li­chen Regio­nen geschlos­sen und Reak­ti­ons­zei­ten ver­kürzt wer­den können.

Die Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten durch die Pflege ist ein guter erster Schritt

Mit der Steue­rung tele­me­di­zi­ni­scher Ange­bo­te durch die Pfle­ge (Infek­ti­ons­schutz­ge­setz) eröff­ne­te Herr Jäger ein wei­te­res span­nen­des The­ma. Begüns­ti­gen­de Vor­aus­set­zun­gen und aktu­el­le Ent­wick­lun­gen, wel­che die Zukunft der Wund­ver­sor­gung in Deutsch­land maß­geb­lich bestim­men wer­den, sieht Björn Jäger in der Über­nah­me heil­kund­li­cher Tätig­kei­ten durch die Pfle­ge sowie in der ent­spre­chen­den Qua­li­fi­ka­ti­on für die Pfle­ge zur Stei­ge­rung der Ver­ord­nungs­kom­pe­tenz. (Mehr zu dem The­ma fin­den Sie hier)

Die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen zie­hen natür­lich ihre Kon­se­quen­zen nach sich. Frau Dr. Her­ber­ger sieht hier defi­ni­tiv vie­le Chan­cen, sobald letz­te Hür­den über­wun­den wur­den: „Initi­tal bedeu­ten die tele­me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­op­tio­nen rele­vant mehr Zeit- und Orga­ni­sa­ti­ons­auf­wand. Dadurch kann lang­fris­tig gese­hen sicher­lich Zeit gespart wer­den. Bis dahin muss jedoch noch eini­ges pas­sie­ren, damit dies in der täg­li­chen Pra­xis rea­li­siert wer­den kann.“

„Wich­tig ist, dass wir bes­se­re Resul­ta­te erzie­len und weni­ger Kom­pli­ka­tio­nen auf­tre­ten. Es ist eine gro­ße Ver­ant­wor­tung für uns alle und hier fehlt sicher­lich nicht nur Wis­sen, son­dern auch noch das ent­spre­chen­de tech­ni­sche Equip­ment“, ergänzt Prof. Probst.

Con­va­Tec bedankt sich an die­ser Stel­le noch ein­mal ganz herz­lich bei den Refe­ren­ten und Refe­ren­tin­nen für Ihre Ein­schät­zung zu die­sem span­nen­den und aktu­el­len The­ma. Als Wund­ver­sor­gungs­her­stel­ler freut sich das Unter­neh­men Con­va­Tec den Weg in die digi­ta­le Zukunft der Wund­ver­sor­gung aktiv zu begleiten.