In dem jetzt bekannt gewor­de­nen Fall, der bereits am 12. Juni 2014 (Az.: 21 Sa 221/14) ver­han­delt wur­de, hat ein Arbeit­neh­mer mit sei­ner Kla­ge nach der Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses unter ande­rem die Abgel­tung sei­nes Urlaubs für das Jahr 2012 gefor­dert, den der Arbeit­ge­ber nicht gewährt, der Arbeit­neh­mer aber auch zuvor nicht gel­tend gemacht hat­te.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat den Arbeit­ge­ber zur gefor­der­ten Urlaubs­ab­gel­tung ver­ur­teilt. Nach Ansicht der Rich­ter trifft den Arbeit­ge­ber die Pflicht den nach dem Bun­des­ur­laubs­ge­setz eben­so wie den Anspruch auf Ruhe­pau­sen und Ruhe­zei­ten nach dem Arbeits­zeit­ge­setz von sich aus zu erfül­len. Wird die­ser Ver­pflich­tung nicht nach­ge­gan­gen und ver­fällt der des­halb nach Ablauf des Über­tra­gungs­zeit­raums, so hat der Arbeit­ge­ber gege­be­nen­falls Scha­dens­er­satz in Form eines Ersatz­ur­laubs zu leis­ten bzw. die­sen Ersatz­ur­laub bei Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses abzu­gel­ten.

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Im vor­lie­gen­den Fall habe der Arbeit­ge­ber sei­ne Ver­pflich­tung, den Urlaub zu ertei­len, schuld­haft ver­letzt und müs­se daher Scha­dens­er­satz leis­ten. Der Anspruch hän­ge – ent­ge­gen der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (Urteil vom 15. Sep­tem­ber 2011, Az.: 8 AZR 846/09) – nicht davon ab, dass sich der Arbeit­ge­ber mit der Urlaubs­ge­wäh­rung in Ver­zug befun­den habe.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Revi­si­on an das Bun­des­ar­beits­ge­richt zuge­las­sen.