Kürz­lich hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um einen Refe­ren­ten­ent­wurf für das Pfle­ge­per­so­nal-Stär­kungs­ge­setz (PpSG) vor­ge­legt, mit dem die Finan­zie­rung neu­er Pfle­ge­stel­len gere­gelt wer­den soll. Unter ande­rem sind dar­in Tarif­stei­ge­run­gen sowie eine von Fall­pau­scha­len unab­hän­gi­ge Finan­zie­rung des Pfle­ge­per­so­nals vor­ge­se­hen. Auch zusätz­li­ches Per­so­nal im Bereich der Alten­pfle­ge soll von der Kran­ken­ver­si­che­rung finan­ziert wer­den.

Anläss­lich einer Anhö­rung der Ver­bän­de sowie der Bun­des­ärz­te­kam­mer (BÄK) vor dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um haben der Ver­band der Ersatz­kas­sen (vdek) und die BÄK Stel­lung zu dem geplan­ten Gesetz bezo­gen.

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Wie der vdek beton­te, unter­stüt­ze der Ver­band das Stär­kungs­ge­setz und sei bereit sei­nen gefor­der­ten Anteil zur Stär­kung der zu leis­ten. Zugleich wer­de aller­dings erwar­tet, dass mit den ent­spre­chen­den Bei­trags­gel­dern der gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­ten ver­ant­wor­tungs­voll umge­gan­gen wer­de. In die­ser Hin­sicht sieht der vdek noch eini­ge Lücken in dem Refe­ren­ten­ent­wurf, es man­ge­le an einem umfas­sen­den Finan­zie­rungs­plan. So sei es vor allem pro­ble­ma­tisch, dass bereits im ers­ten Jahr 2019 Kos­ten in Höhe von 1,2 Mil­li­ar­den Euro auf die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) zukom­me – viel­mehr müs­se aber eine Ver­tei­lung der zu tra­gen­den Mehr­kos­ten auf GKV, PKV, Pfle­ge­ver­si­che­rung sowie Bund und Län­der erfol­gen, wenn es bei­spiels­wei­se um die Finan­zie­rung der 13.000 neu­en Pfle­ge­kräf­te geht.

Dar­über hin­aus beklagt der vdek, dass etwa die Pro­ble­ma­tik der unzu­rei­chen­den Inves­ti­ti­ons­fi­nan­zie­rung der Län­der im Kran­ken­haus­be­reich nicht in dem Geset­zes­ent­wurf ange­gan­gen wer­de. Zuletzt müs­se man sich auch über­le­gen, wie das Defi­zit von mehr als 3,1 Mil­li­ar­den Euro in der Pfle­ge­ver­si­che­rung beho­ben wer­den kann.

Auch sei­tens der Bun­des­ärz­te­kam­mer kom­men Kla­gen in Bezug auf das geplan­te Stär­kungs­ge­setz für die Pfle­ge – „für die Pfle­ge“ ist dabei genau das ent­schei­den­de Stich­wort, denn laut der BÄK soll­ten alle in den Kli­ni­ken täti­gen Gesund­heits­be­ru­fe von dem Stär­kungs­ge­setz erfasst wer­den. „Vie­le gute Neu­re­ge­lun­gen – aber war­um nicht für alle?“ heißt es daher in der Stel­lung­nah­me der BÄK anläss­lich der noch bevor­ste­hen­den Anhö­rung bei Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um am 13. Juli. Damit schließt sich die Kam­mer der Mei­nung des Mar­bur­ger Bun­des (MB) an, der eben­falls dafür plä­dier­te, dass auch die ärzt­li­chen Per­so­nal­kos­ten – nicht nur die des Pfle­ge­per­so­nals – aus dem Fall­pau­scha­len­sys­tem her­aus­ge­nom­men wer­den soll­ten.