Der Krankschreibung durch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kommt grundsätzlich ein hoher Beweiswert zu.
Der Krank­schrei­bung durch eine Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung kommt grund­sätz­lich ein hoher Beweis­wert zu.© Ralf Lieb­hold | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

AU-Bescheinigung als ausreichender Beweis für Krankheit

Laut Gesetz ist die ord­nungs­ge­mäß aus­ge­stell­te Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung der not­wen­di­ge Nach­weis für die Krank­heit, die den Arbeit­neh­mer an der Aus­übung sei­ner Tätig­kei­ten hin­dert. Ord­nungs­ge­mäß bedeu­tet hier, dass der Arzt, im Bereich der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung, mit­tels der Arbeits­un­fä­hig­keits-Richt­li­ni­en des Bun­des­aus­schuss der Ärz­te und Kran­ken­kas­sen die des Pati­en­ten bewer­tet und anhand die­ser Bewer­tung eine Krank­schrei­bung aus­hän­digt. Wird dem Erkrank­ten sei­tens des Arbeit­ge­bers vor­ge­wor­fen, die Krank­heit ledig­lich vor­zu­täu­schen, so dient die AU-Beschei­ni­gung vor Gericht im Regel­fall als aus­rei­chen­der Beweis für eine tat­säch­li­che Erkran­kung. Daher kommt dem gel­ben Schein ein beson­ders hoher Beweis­wert zu.

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Das­sel­be gilt für Krank­schrei­bun­gen, die von aus­län­di­schen Ärz­ten aus­ge­schrie­ben wer­den. Nach einem Urteil des BAG gilt für außer­halb der EU aus­ge­stell­te AU-Beschei­ni­gun­gen der glei­che Beweis­wert, wie für eine inlän­disch aus­ge­hän­dig­te Krank­schrei­bung (BAG 19.02.1997 – 5 AZR 83/96). Aller­dings muss ersicht­lich sein, dass der Arzt zwi­schen einer blo­ßen Erkran­kung und einer mit ver­bun­de­nen Krank­heit unter­schie­den hat, damit die Beur­tei­lung dem deut­schen Arbeits­- und Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht ent­spricht.

In welchen Fällen ist der Beweiswert problematisch?

Schöpft der Arbeit­ge­ber trotz vor­ge­leg­ter AU-Beschei­ni­gung den Ver­dacht, der Arbeit­neh­mer spie­le sei­ne Krank­heit bloß vor, so muss er den Beweis­wert der Krank­schrei­bung wider­le­gen. Erschei­nen dem Arbeit­ge­ber die Umstän­de im Zusam­men­hang mit der Krank­schrei­bung selt­sam, oder wirft das Ver­hal­ten des Ange­stell­ten im Vor­feld der Krank­heit ernst­haf­te Zwei­fel an des­sen Arbeits­un­fä­hig­keit auf, so kann die­ser den Beweis­wert der AU-Beschei­ni­gung erschüt­tern. Legt er die Tat­sa­chen offen, die Anlass dazu geben, den Erkrank­ten sei­nes Betrugs zu ver­däch­ti­gen, so liegt die nun wie­der beim Arbeit­neh­mer.