Vie­le Pfle­ge­fach­kräf­te haben bereits so vie­le gesam­melt, dass sie schon jetzt wis­sen: Die­se kön­nen sie nie­mals mehr voll­um­fäng­lich abbau­en. Das ist ein gro­ßes Pro­blem in der Pfle­ge­bran­che, denn selbst ein mone­tä­rer Aus­gleich lohnt sich auf­grund der anfal­len­den Steu­ern sel­ten. Trotz­dem soll­te man sei­ne Rech­te als Arbeit­neh­mer ken­nen und wis­sen, wel­cher Aus­gleich in wel­cher Form einem bei anfal­len­den zusteht. Was sagt also das Arbeits­zeit­recht zur Über­stun­den­re­ge­lung?

Über­stun­den müs­sen also immer durch Frei­zeit aus­ge­gli­chen wer­den, wenn die oben beschrie­be­ne 48 Stun­den-Rege­lung nicht ein­ge­hal­ten wer­den kann. Abwei­chun­gen hier­von sind nur dann mög­lich, wenn beson­ders außer­ge­wöhn­li­che Not­fall­si­tua­tio­nen ein­tre­ten (§ 14 ArbZG). Eine sol­che Not­fall­si­tua­ti­on setzt aber ein unplan­ba­res und unvor­her­seh­ba­res Ereig­nis vor­aus.  Auch per Tarif­ver­trag und dar­auf beru­hen­den Dienst­ver­ein­ba­run­gen kann von den vor­be­zeich­ne­ten Rege­lun­gen abge­wi­chen wer­den. Die Vor­aus­set­zun­gen hier­für sind in dem § 7 ArbZG auf­ge­führt.

Übri­gens: Umge­kehrt darf ein Krank­heits­aus­fall natür­lich auch nicht für den Über­stun­den­ab­bau ange­rech­net wer­den. Eben­so wenig ist ein „Nach­ar­bei­ten“ der krank­heits­be­ding­ten ver­säum­ten Schich­ten rech­tens, wie Rechts­an­walt Hubert Klein in die­sem Inter­view näher erläu­tert.