Das Pflegebett: Für pflegebedürftige und bettlägerige Menschen ist der Komfort ihres Bettes von hoher Bedeutung. Die Variabilität und Wohnlichkeit der Pflegebetten sind entscheidend für ihre Lebensqualität.
Für pfle­ge­be­dürf­ti­ge und bett­lä­ge­ri­ge Men­schen ist der Kom­fort ihres Bet­tes von hoher Bedeu­tung. Die Varia­bi­li­tät und Wohn­lich­keit der Pfle­ge­bet­ten sind ent­schei­dend für ihre .© Ocs­kay Bence | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Das Bett ist das wich­tigs­te Mobi­li­ar in unse­rem Leben: Min­des­tens ein Drit­tel ihres Lebens ver­brin­gen schon Nor­mal­bür­ger gewöhn­li­cher­wei­se dar­in. Umso mehr trifft dies auf die Bewoh­ner von Pfle­ge­ein­rich­tun­gen zu, die ver­stärkt immo­bil oder sogar kom­plett bett­lä­ge­rig sind: Die Qua­li­tät ihres Bet­tes macht daher einen ganz ent­schei­den­den Anteil ihrer aus. Schon des­we­gen müs­sen Pfle­ge­bet­ten beson­ders hohen Ansprü­chen genü­gen. Wir fas­sen die wich­tigs­ten Din­ge zusammen.

Lie­ge-Eigen­schaf­ten: Was für Men­schen ohne Ein­schrän­kun­gen gilt, trifft auch für -Bewoh­ner zu: Jeder bewer­tet den Lie­ge­kom­fort einer Matrat­ze unter­schied­lich. Die einen bevor­zu­gen wei­che Matrat­zen, in denen es sich rich­tig schön ver­sin­ken lässt, ande­re prä­fe­rie­ren etwas här­te­re Aus­füh­run­gen, um inner­halb des Bet­tes beweg­li­cher zu sein. Dem­zu­fol­ge gibt es auch für Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und deren Bewoh­ner mitt­ler­wei­le eine Fül­le an Aus­wahl-Mög­lich­kei­ten: klas­si­scher Feder­kern, Latex oder Kalt­schaum, even­tu­ell mit unter­schied­li­chen Zonen und Här­te­gra­den, um bestimm­te Kör­per­be­rei­che zu ent­las­ten oder bevor­zug­ten Schlaf­po­si­tio­nen Rech­nung zu tra­gen. Be- und Ent­lüf­tungs­ka­nä­le kön­nen stark schwit­zen­den Bewoh­nern oder Pati­en­ten zusätz­li­chen Kom­fort bescheren.

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Ver­stell­bar­keit und Fle­xi­bi­li­tät: Ent­schei­dend für den Bewoh­ner­kom­fort und die Qua­li­tät von Pfle­ge­leis­tun­gen ist ein gro­ßer Höhen­ver­stell­be­reich des Bet­tes, der dem Bewoh­ner zugleich die Gewähr für den risi­ko­lo­sen Ein- und Aus­stieg bie­tet. Eine Ver­stell­bar­keit der Gesamt-Lie­ge­hö­he des Bewoh­ners erleich­tert Pfle­ge­kräf­ten die Arbeit, da sie bei der Ver­sor­gung auf­recht und nicht gebückt agie­ren kön­nen. Auch vom Bewoh­ner kann eine Höhen­ver­stel­lung, etwa für Gesprä­che oder einen bes­se­ren Über­blick, gewünscht sein.

Lässt sich auch die Rücken­leh­ne anwin­keln, erleich­tert es dem Nut­zer etwa, Unter­hal­tun­gen zu füh­ren, im Bett zu essen oder Fern­se­hen zu schau­en. Auch die Ober- und Unter­schen­kel­leh­nen soll­ten nach Mög­lich­keit sepa­rat hoch- und run­ter­ge­fah­ren wer­den kön­nen. Für Men­schen mit Durch­blu­tungs­pro­ble­men kann dies für Erleich­te­rung sor­gen. Eben­so tut das Hoch­le­gen der Bei­ne nach einem anstren­gen­den Tag – etwa nach dem Absol­vie­ren einer Phy­sio­the­ra­pie – auch ein­fach nur gut.

Ein Auf­rich­ter mit Hal­te­griff, erleich­tert es dem Bewoh­ner, sich bequem zu posi­tio­nie­ren oder das Bett zu ver­las­sen. Auch geteil­te Sei­ten­si­che­run­gen ermög­li­chen einen unge­hin­der­ten Ein- und Aus­stieg und schüt­zen zugleich vor Sturz­ver­let­zun­gen. Und soge­nann­te Dreh‑, Sitz- und Auf­steh­bet­ten hel­fen dem Pati­en­ten mit elek­tro­mo­to­ri­scher Unter­stüt­zung, sich in die gewünsch­te Posi­ti­on zu brin­gen, oder sogar aus dem Bett zu stei­gen. Eine gute Hil­fe bei allen Ver­stell­mög­lich­kei­ten ist ein kabel­lo­ser Hand­schal­ter – oder sogar das Vor­han­den­sein einer Sprachsteuerung.

Das Pflegebett als Wohlfühl-Zone: Gerade für Menschen, die bettlägerig sind, wird das Bett zu einem Zuhause, in dem sie sich wohlfühlen möchten. Dazu ist es auch anderem wichtig, dass die Technik hinter der Bettverkleidung verschwindet.
Das als Wohl­fühl-Zone: Gera­de für Men­schen, die bett­lä­ge­rig sind, wird das Bett zu einem Zuhau­se, in dem sie sich wohl­füh­len möch­ten. Dazu ist es unter ande­rem wich­tig, dass die Tech­nik hin­ter der Bett­ver­klei­dung ver­schwin­det.Stie­gel­mey­er

Wohn­lich­keit: Gera­de für bett­lä­ge­ri­ge Men­schen wird das Bett zu einem Zuhau­se, in dem sie sich in jeder Hin­sicht wohl­füh­len soll­ten. Dazu zählt auch die opti­sche Gestal­tung. Ein schö­nes Bett nach dem per­sön­li­chen Geschmack för­dert die Emp­fin­dung, wei­ter­hin selbst­be­stimmt am All­tag teil­zu­ha­ben. Lebens­freu­de und kogni­ti­ve Fähig­kei­ten der Bewoh­ner wer­den gestärkt.

Moder­ne Pfle­ge­bet­ten ver­ber­gen ihre Tech­nik geschickt und sehen oft sehr gut aus. Wähl­ba­re Holz­de­ko­re in einem wei­ten Spek­trum von Weiß bis Dun­kel­braun pas­sen zu jeder Zim­mer­ein­rich­tung und ver­bes­sern die wohn­li­che Atmo­sphä­re. Indi­vi­du­ell geform­te Kopf- und Fuß­tei­le kön­nen mit prak­ti­schen Griff­leis­ten den Bewoh­nern zusätz­lich Halt ver­lei­hen und das Schie­ben des Bet­tes erleichtern.

Spä­tes­tens seit dem gro­ßen Erfolg der Box­spring-Bet­ten ist eine Ver­klei­dung des Bett­kor­pus mit Stoff oder Leder aus vie­len Schlaf­zim­mern nicht mehr weg­zu­den­ken. Auch bei eini­gen Pfle­ge­bet­ten­mo­del­len ist ein Tex­til- oder Kunst­le­der-Design mög­lich. Zum einen ste­hen Hus­sen oder „Soft­co­ver“ zur Aus­wahl, die über Häup­ter und Sei­ten­si­che­run­gen gezo­gen und jeder­zeit wie­der abge­nom­men wer­den kön­nen. Zum ande­ren gibt es auch Pfle­ge­bet­ten mit fest­ge­pols­ter­ten Häup­tern und Blen­den. Die­se las­sen sich fle­xi­bel gegen ande­re Ele­men­te (z. B. Sei­ten­si­che­run­gen) aus­tau­schen, wenn eine ande­re Funk­tio­na­li­tät des Bet­tes benö­tigt wird. Far­bi­ge Stof­fe kön­nen demen­ten Bewoh­nern die Ori­en­tie­rung erleich­tern und für eine posi­ti­ve Stim­mung sor­gen. Vie­le Pfle­ge­hei­me set­zen in ihren Räu­men Farb­kon­zep­te um, die durch gepols­ter­te Bet­ten unter­stützt werden.

Hygie­ne: Obwohl Pfle­ge­bet­ten kei­ne regel­rech­ten Keim­her­de sind, ist eine gründ­li­che Hygie­ne wich­tig. Einer­seits, damit Bak­te­ri­en & Co kei­ne Chan­ce haben – aber auch damit sich die Pati­en­ten wirk­lich rund­um wohl­füh­len. Gene­rell, und gera­de bei Men­schen, die stark schwit­zen oder häu­fig unkon­trol­liert Kör­per­flüs­sig­kei­ten aus­schei­den, bie­ten sich Matrat­zen-Schon­be­zü­ge an: Sie erleich­tern die Rei­ni­gung und ver­hin­dern, dass sich Kei­me in der Matrat­ze selbst ein­nis­ten. Bei der Aus­wahl soll­te auf Wasch- und Des­in­fi­zier­bar­keit sowie Atmungs­ak­ti­vi­tät geach­tet wer­den. Ein­mal pro Woche soll­te das Bett rei­ni­gend abge­wischt und neu bezo­gen, die Bett­wä­sche min­des­tens alle zwei Wochen gewech­selt wer­den. Bei Kör­per­ausschei­dun­gen ins Bett ist eine Rei­ni­gung per Wisch­des­in­fek­ti­on ange­ra­ten. Dabei ist auch an Griff­flä­chen, Sei­ten­si­che­run­gen und Abla­gen zu denken.

Im Markt ste­hen mitt­ler­wei­le sehr gut und hoch­wer­ti­ge Ange­bo­te zur Ver­fü­gung, die den indi­vi­du­el­len Ansprü­chen der Pfle­ge­heim­be­woh­ner gerecht wer­den und gleich­zei­tig das Bedürf­nis des Ein­rich­tungs­trä­gers nach Rechts­si­cher­heit erfül­len: An- und abmon­tier­ba­re Bett­sei­ten­tei­le, Bewe­gungs­mel­der sowie inte­grier­te Aus­stiegs­sen­so­ren sind zusätz­li­che Aus­stat­tungs­merk­ma­le, die den Ein­käu­fern die Ein­hal­tung der gebo­te­nen Sorg­falt bei der Bet­ten­aus­wahl versprechen.