Im Rahmen der Sorgfaltspflicht gegenüber Patienten bzw. Bewohnern müssen Rundgänge im Nachtdienst in regelmäßigen Intervallen erfolgen. Eine gesetzliche Grundlage zur genauen Anzahl der erforderlichen Rundgänge gibt es nicht.
Im Rah­men der Sorg­falts­pflicht gegen­über Pati­en­ten bzw. Bewoh­nern müs­sen Rund­gän­ge im Nacht­dienst in regel­mä­ßi­gen Inter­val­len erfol­gen. Eine gesetz­li­che Grund­la­ge zur genau­en Anzahl der erfor­der­li­chen Rund­gän­ge gibt es nicht.Pho­to 67828823 © Sudok1 – Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Eine Rechts­vor­schrift, die die Rege­lung der regu­lär durch­zu­füh­ren­den Kon­troll­gän­ge im pfle­ge­ri­schen Nacht­dienst zum Inhalt hat, gibt es nicht.

Grund­sätz­lich gilt aber, dass Pati­en­ten bzw. Bewoh­ner mit der jeweils erfor­der­li­chen Sorg­falt pfle­ge­risch und medi­zi­nisch ver­sorgt wer­den müs­sen. Zu die­ser Sorg­falts­pflicht kann es gehö­ren, in regel­mä­ßi­gen Zeit­in­ter­val­len den zu Ver­sor­gen­den auf­zu­su­chen, um Kran­ken­be­ob­ach­tung und pfle­ge­ri­sche Inter­ven­tio­nen durch­zu­füh­ren. Die Häu­fig­keit die­ser Besu­che wird dabei durch die kon­kre­ten Umstän­de bzw. den Patienten/Bewohner bestimmt. Das heißt, ent­schei­dend ist vor allem was medi­zi­nisch-pfle­ge­risch not­wen­dig und was sowohl beim Betrof­fe­nen als auch beim Durch­füh­ren­den als ver­tret­bar anzu­neh­men ist.

Folgt man den Fest­stel­lun­gen eini­ger Gerichts­ent­schei­dun­gen, so scheint es sich im Pfle­ge­be­reich eta­bliert zu haben, rou­ti­ne­mä­ßig zwi­schen zwei bis vier Kon­troll­gän­ge pro Nacht durch­zu­füh­ren (sie­he zum Bei­spiel LG Mön­chen­glad­bach RDG 2006, S. 31; OLG Schles­wig NJW-RR 2004, S. 237). Dem­ge­gen­über muss in Situa­tio­nen, bei denen die zu ver­sor­gen­den Pati­en­ten oder Bewoh­ner mit einem über das nor­ma­le Maß hin­aus­ge­hen­den Gefah­ren­po­ten­zi­al kon­fron­tiert sind (z.B. Zustand nach Ope­ra­ti­on, erhöh­tes Sui­zid­ri­si­ko), von einem deut­lich kür­ze­ren Kon­troll­in­ter­vall aus­ge­gan­gen wer­den (sie­he auch OLG Hamm VersR 1983, S. 43; OLG Mün­chen NJW-RR 2006, S. 33).

Abschlie­ßend ist fest­zu­hal­ten, dass es auch bedeut­sam ist, ob und in wel­chem Umfang der Arbeit­ge­ber orga­ni­sa­to­ri­sche Vor­ga­ben für rou­ti­ne­mä­ßi­ge Kon­trol­len gemacht hat, bei­spiels­wei­se in Form von Dienst­an­wei­sun­gen.