Wie viele Urlaubstage stehen einem als Teilzeitkraft zu?
Wie vie­le Urlaubs­ta­ge ste­hen einem als Teil­zeit­kraft zu?© Magla­ra | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Grund­sätz­lich unter­schei­det der Gesetz­ge­ber beim nicht zwi­schen den Arbeits­ver­hält­nis­sen auf Voll­zeit und , son­dern bezieht sich stets auf den Arbeit­neh­mer. Daher besteht für Teil­zeit­kräf­te der sel­be , wie für Voll­zeit­kräf­te.

Ledig­lich bei der Anzahl der Urlaubs­ta­ge muss zwi­schen dem Beschäf­ti­gungs­grad dif­fe­ren­ziert wer­den. Die­se hängt näm­lich von der Zahl der Tage ab, die die Arbeits­kraft in der Woche absol­viert, unab­hän­gig von den zu leis­ten­den Zeit­stun­den.
Das Bun­des­ur­laubs­ge­setz sieht einen Min­dest­ur­laub von vier Wochen pro Jahr vor und geht stets von einer sechs-Tage-Woche aus. § 3 Abs. 1 BUr­lG sieht daher einen Min­dest­an­spruch von 24 Urlaubs­ta­gen vor. Bei einer fünf-Tage-Woche wären es 20 Tage.

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Die­se Zahl umfasst nor­ma­le Werk­ta­ge, kei­ne Sonn- oder Fei­er­ta­ge. Den Pfle­ge­kräf­ten steht laut § 11 des Arbeits­zeit­ge­set­zes für jeden Arbeits­tag, der auf einen Sonn- oder Fei­er­tag fällt, je ein zusätz­li­cher Urlaubs­tag zu. Bei Sonn­ta­gen muss die­ser inner­halb von zwei Wochen ein­ge­löst wer­den. Fällt der Fei­er­tag auf einen nor­ma­len Werk­tag, so hat die Pfleg­kraft ihren zusätz­li­chen frei­en Tag inner­halb von acht Wochen in Anspruch zu neh­men.
Da Pfle­ge­kräf­te häu­fig nach Tarif­ver­trag arbei­ten, sind ent­spre­chen­de Son­der­reg­lun­gen zu beach­ten. Die­se sind bei­spiels­wei­se im TVöD nach­zu­le­sen.

Wie viel Urlaub habe ich als Teilzeitkraft?

Will man nun als Teil­zeit­kraft wis­sen, wie vie­le Urlaubs­ta­ge einem zuste­hen, so kann man fol­gen­de For­mel ver­wen­den:

Gesetz­li­cher : Arbeits­ta­ge pro Woche x Anzahl der Tage, an denen tat­säch­lich gear­bei­tet wur­de

Bei­spiel: Ein Betrieb hat an sechs Tagen in der Woche geöff­net. Der gesetz­li­che Urlaubs­an­spruch liegt daher bei 24 Tagen. Eine Teil­zeit­kraft, z.B. eine stu­den­ti­sche Aus­hil­fe, arbei­tet jedoch ledig­lich zwei Mal pro Woche im Betrieb. Wen­det man die oben genann­te For­mel an ergibt sich dar­aus ein Urlaubs­an­spruch von 8 Urlaubs­ta­gen (24 : 6 x 2 = 8).

An sich kann man auch die gro­be Faust­re­gel ver­wen­den, nach der man sei­ne tat­säch­li­chen Arbeits­ta­ge pro Woche ein­fach ver­vier­facht. Also 2 x 4 = 8 Urlaubs­ta­ge.

Als Teil­zeit­kraft muss man natür­lich nur an den Tagen Urlaub neh­men, an denen man auch wirk­lich gear­bei­tet hät­te. An den ande­ren Werk­ta­gen hat man schließ­lich ohne­hin frei. Nimmt man sich also in einer Woche an bei­den Arbeits­ta­gen Urlaub, so hat man ohne­hin die gan­ze Woche frei. Auch eine Teil­zeit­kraft hat so die Mög­lich­keit, vier Wochen pro Jahr Urlaub neh­men zu kön­nen.