Bei den Stich­wor­ten „Robo­ter“ oder „“ stößt man bei Pfle­ge­fach­kräf­ten oft­mals auf Wider­stand, Miss­mut und Kri­tik. Pfle­gen hat immer auch etwas mit zwi­schen­mensch­li­chem Kon­takt und mensch­li­cher Für­sor­ge zu tun, das kön­ne so ein Robo­ter schließ­lich nicht leis­ten. Bei die­ser Denk­wei­se über das The­ma in der ver­steht man Robo­ter und ande­re digi­ta­le Anwen­dun­gen wohl als Sub­sti­tu­ti­on für Pfle­ge­fach­kräf­te. Aber könn­te man digi­ta­le Anwen­dun­gen nicht auch kom­ple­men­tär zur betrach­ten? Anschei­nend ja – wenn man sich das ver­öf­fent­lich­te reprä­sen­ta­ti­ve Umfra­ge­er­geb­nis des Digi­tal­ver­bands Bit­kom anschaut.

Dem­nach ste­hen die Men­schen in Deutsch­land der in der grund­sätz­lich offen gegen­über, so das Kern­fa­zit aus der von Bit­kom unter 1000 Per­so­nen aber 18 Jah­ren. Im Detail sehen laut der ins­ge­samt sie­ben von zehn Deut­schen die als gro­ße Chan­ce für die Pfle­ge, gera­de im Hin­blick auf den aku­ten Fach­kräf­te­man­gel. 33 Pro­zent sagen, dass der Pfle­ge­not­stand mit digi­ta­len Anwen­dun­gen zumin­dest gelin­dert wer­den kön­ne und 23 wei­te­re Pro­zent legen sogar noch „eine Schip­pe drauf“: Sie sagen, dass der Pfle­ge­kol­laps ver­mie­den wer­den kön­ne, wenn die Pfle­ge digi­ta­ler wird.

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Mit dem der­zei­ti­gen Zustand in der Pfle­ge schei­nen die Befrag­ten jeden­falls nicht zufrie­den zu sein: so sagen 94 Pro­zent, „dass es vor allem an Per­so­nal man­gelt, 60 Pro­zent hal­ten das Pfle­ge­per­so­nal für nicht aus­rei­chend qua­li­fi­ziert, 54 Pro­zent kri­ti­sie­ren die man­gel­haf­te tech­ni­sche Aus­stat­tung von Alten- und Pfle­ge­hei­men“, heißt es in der Pres­se­mit­tei­lung von Bit­kom. Außer­dem sehen die Befrag­ten gera­de auch für die Fach­kräf­te einen Vor­teil in digi­ta­len Anwen­dun­gen, da sie dadurch kör­per­lich ent­las­tet wer­den könn­ten (71 Pro­zent). Ein ähn­lich gro­ßer Anteil (69 Pro­zent) glaubt, dass die Sicher­heit der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen auf die­se Wei­se erhöht wer­den könn­te.

Digitalisierte Pflege bleibt nicht sorgenfrei

Ganz ein­wand­frei sehen die Befrag­ten digi­ta­le Ent­wick­lung im pfle­ge­ri­schen Sek­tor trotz­dem nicht. So berei­ten in die­sem Hin­blick bei­spiels­wei­se vor allem der Daten­schutz und die Daten­si­cher­heit den Befrag­ten Sor­gen (57 Pro­zent). Auch die Angst, dass die Pfle­ge zuneh­mend weni­ger am Men­schen aus­ge­rich­tet wer­den könn­te, besteht bei immer­hin 55 Pro­zent. Trotz­dem kön­nen sich 41 Pro­zent vor­stel­len, sich zumin­dest zeit­wei­se von einem Robo­ter pfle­gen zu las­sen.

Bit­kom-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dr. Bern­hard Roh­le­der steht dem The­ma den­noch opti­mis­tisch gegen­über: „Die Digi­ta­li­sie­rung kann in der ambu­lan­ten sowie sta­tio­nä­ren Pfle­ge wert­vol­le Diens­te leis­ten und in einer immer älter wer­den­den Gesell­schaft zugleich auch der Schlüs­sel für ein lan­ges Leben in den eige­nen vier Wän­den sein“, so Roh­le­der. „Digi­ta­le Tech­no­lo­gien kön­nen und sol­len das Pfle­ge­per­so­nal nicht erset­zen, aber doch sinn­voll unter­stüt­zen, um die Qua­li­tät in der Pfle­ge lang­fris­tig zu ver­bes­sern“, erklärt er abschlie­ßend.