Wundbehandlung, Unfall, Akut
Bei einer Blutung, die nicht gerinnt, muss schnell gehandelt werden. Ein Druckverband sollte die Blutung stillen, bis die verletzte Person medizinisch weiter behandelt wird. Overcrew55/Dreamstime.com

Die verletzte Person in eine sichere Position bringen

Bei einem erheblichen Blutverlust droht die Gefahr zu kollabieren. Die verletzte Person könnte zusammenbrechen und je nach Ort des Geschehens sich noch weitere Verletzungen hinzuziehen, wenn sie zu Boden fällt oder auf hartes und unsicheres Gelände aufprallt. Am besten bringen Sie die Person dazu, sich auf einem Stuhl oder den Boden zu setzen, bevor es zur Ohnmacht kommt. Die Person kann sich auch hinlegen, sofern keine Möglichkeit sich anzulehnen besteht. Anschließend ist es wichtig, die blutende Stelle hoch zu halten. Bei einem aufgeschnittenen Arm, oder einem Bein müssen diese hochgelegt werden; kann die Unfallperson dies nicht aus eigener Kraft, müssen Sie nachhelfen oder eine Tasche unter das verletzte Glied schieben. Selbstverständlich sollten Sie den Notruf (kostenlos unter 112) kontaktieren. Ist die Person in einer stabilisierten Lage, geht es an die Wundversorgung.

Erste Hilfe Rettung
Sollten Sie keinen Verbandskasten oder sterilen Verbandsmittel haben, müssen Sie kreativ werden.Pixabay

Wundversorgung: Wie lege ich einen Druckverband an?

Die zwei Grundsatzregeln beim Anlegen eines Verbands lauten:

  • Sollten Sie welche zur Hand haben, ziehen Sie sich Einweghandschuhe zum Selbstschutz an, da unter Umständen auch Krankheitserreger über das Blut übertragen werden können.
  • Legen Sie keinen Druckverband am Hals an, es besteht Erstickungsgefahr.

Legen Sie als erstes eine Wundkompresse auf die betroffene Stelle an, anschließend verwenden Sie Mullbinden bzw. Bandagen und umwickeln Sie den Arm oder das Bein mit der Wundkompresse. Anschließend legen Sie ein Druckmittel auf die Stelle, (dafür eignet sich eine ungeöffnete Mullbinde) dieses wird dann ebenfalls mit Mull umwickelt. Achten Sie darauf, dass der Druckverband relativ stark sitzt, allerdings sollte dieser auch nicht zu fest sein: wenn die Hand oder der Fuß dick wird, oder gar sich blau verfärbt, ist der Verband zu fest und dies kann zur fatalen Folgen führen. Bewegungsfreiheit für Zehen und Finger muss gewährleistet sein.

Sollten Sie keinen Verbandskasten oder steriles Verbandszeug in unmittelbarer Nähe haben, müssen Sie auf alltägliche Mittel zurückgreifen, wie ein T-Shirt, Handtuch, Schal, Hemd etc. Gleiches gilt für das Druckmittel. Sie können dafür Handschuhe, eine Zigarettenschachtel, eine Geldbörse, eine Krawatte oder eine geschlossene Packung Taschentücher dafür verwenden. Achten Sie darauf, dass der Verband fest sitzt und nicht runterrutscht.

Was soll ich tun, wenn in der Wunde sich weiterhin ein Fremdkörper befindet? (Messer, Splitter, Glasscherbe) Darf ich besagtes herausziehen?

Vermeiden Sie es unter allen Umständen einen, sich in der Wunde befindlichen Fremdkörper zu entfernen. Auch wenn es für die Person schmerzvoll ist, der Fremdkörper kann beim Eindringen eventuell eine Arterie getroffen haben, beim herausziehen würden Sie lediglich die Blutung vehement verstärken und die verwundete Person könnte innerhalb von Sekunden verbluten.

Stattdessen versuchen Sie den Fremdkörper zu stabilisieren, in dem Sie die Glasscherbe oder sonstiges mit Mullbinden und Bandagen polstern.

Weitere nützliche Informationen erhalten Sie unter dem Webportal des DRK e.V. und auf dem Nachrichtenportal Nordbayern.

Wenn Sie sich für moderne Behandlungstechniken im Gesundheitswesen interessieren oder Ihnen die Wundversorgung und die Behandlung chronischer Wunden aus persönlichen oder beruflichen Gründen am Herzen liegt, verweisen wir an dieser Stelle auf den Interdisziplinären WundCongress, welcher sich mit der Thematik detailliert auseinander setzt. Sie können sich bereits mit wenigen Klicks hier anmelden.

Quelle:

nordbayern.de, Birgit Heidingsfelder