Anet­te Lich­ten­feld fragt: Zum Zwe­cke der Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­ti­on beab­sich­ti­gen wir in unse­rer Pfle­ge­ein­rich­tung ein klei­nes „Prä­mi­en­sys­tem“ zur Aner­ken­nung von Leis­tun­gen ein­zu­füh­ren, durch das beson­de­re Mit­ar­bei­ter Sach­zu­wen­dun­gen erhal­ten sol­len. Wel­che steu­er­recht­li­chen Kri­te­ri­en sind bei sol­chen Zuwen­dun­gen zu beach­ten?

Nach § 8 Abs. 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) in Ver­bin­dung mit § 2 Abs. 1 Lohn­steu­er-Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (LStDV) gehö­ren alle Güter, die der Arbeit­neh­mer in sei­nem Dienst­ver­hält­nis zusätz­lich zu sei­nem Arbeits­ent­gelt ent­hält, zum Ein­kom­men – und zwar unab­hän­gig davon, unter wel­cher Bezeich­nung oder in wel­cher Form sie gewährt wer­den.

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Bestehen die Güter nicht in Geld, son­dern in soge­nann­tem Gel­des­wert, so spricht man von Sach­be­zü­gen. Wer­den die­se geld­wer­ten Vor­tei­le im Rah­men des Arbeits­ver­hält­nis­ses gewährt, sind sie regel­mä­ßig steu­er­pflich­ti­ger Arbeits­lohn. Die Bewer­tung der­ar­ti­ger Vor­tei­le rich­tet sich nach dem um übli­che Preis­nach­läs­se gemin­der­ten End­preis am Abga­be­ort.

Um jedoch das Besteue­rungs­ver­fah­ren durch gerin­ge bzw. ver­nach­läs­sig­ba­re Bezü­ge nicht unnö­tig zu kom­pli­zie­ren, ent­hält § 8 Abs. 2 EStG eine Baga­tell­gren­ze von der­zeit 44 Euro pro Monat (ein­schließ­lich Mehr­wert­steu­er), bis zu der geld­wer­te Vor­tei­le aus Sach­be­zü­gen vom Emp­fän­ger nicht zu ver­steu­ern sind. Ursprüng­lich war die Baga­tell­gren­ze vor allem für die Nut­zung betrieb­li­cher Tele­fon­ein­rich­tun­gen zu pri­va­ten Fern­ge­sprä­chen oder für Vor­tei­le aus der ver­bil­lig­ten Woh­nungs­über­las­sung gedacht; die Anwen­dung kann aller­dings auch auf Prä­mi­en­zu­wen­dun­gen unter­halb der 44-Euro-Gren­ze erfol­gen.

Bei der Baga­tell­gren­ze han­delt es sich um eine ech­te Frei­gren­ze. Wird sie über­schrit­ten, ist der gesam­te Vor­teil des Emp­fän­gers aus dem Sach­be­zug steu­er­pflich­tig.