Über 1000 Pflegekräfte und Fachexperten aus ganz Deutschland waren zur "Pflege 2005" angereist, in deren Rahmen der 10. Pflege-Recht-Tag stattfand,
Über 1000 Pfle­ge­kräf­te und Fach­ex­per­ten aus ganz Deutsch­land waren zur „Pfle­ge 2005“ ange­reist, in deren Rah­men der 10. Pfle­ge-Recht-Tag stattfand,

In sei­ner Begrü­ßungs­an­spra­che hob der Ver­an­stal­tungs­lei­ter Dr. Georg Ral­le die unge­bro­che­ne Bedeu­tung der recht­li­chen Anfor­de­run­gen für die Ange­hö­ri­gen der Pfle­ge­be­ru­fe her­vor. Marie-Loui­se Mül­ler, Prä­si­den­ten des Deut­schen Pfle­gerats schloss sich die­ser Mei­nung an. Ihrer Mei­nung nach ist jedoch die Pfle­ge gegen­über der Medi­zin bis­lang unter­re­prä­sen­tiert, und ihre For­de­rung nach mehr poli­ti­scher Wert­schät­zung für die Pfle­ge fand brei­te Zustimmung.

Gud­run Schaich-Walch, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, ver­trat die Auf­fas­sung, dass Pfle­ge­kom­pe­ten­zen künf­tig stär­ker als bis­her im Ver­sor­gungs­pro­zess berück­sich­tigt wer­den müs­sen. Eine deut­li­che Absa­ge erteil­te sie einer staat­li­chen Aus­bil­dungs­fi­nan­zie­rung, da eine wei­te­re Belas­tung der Lan­des­haus­hal­te für sie nicht infra­ge kommt.

Anschlie­ßend gab Rolf Höfert, Mit­ver­an­stal­ter der Tagung, einen Rück­blick auf die Kon­gress­the­men der zurück­lie­gen­den Jah­re. Sei­ne poli­ti­sche Bilanz fiel nüch­tern aus: „Die Pfle­ge wur­de aus­ge­bremst!“ Miss­stän­de lie­ßen sich dau­er­haft nur dann besei­ti­gen, wenn die Pfle­ge mit einem eige­nen Selbst­ver­wal­tungs­or­gan den übri­gen Betei­lig­ten auf glei­cher Ebe­ne begeg­nen kann. Dabei ist die lau­fen­de Anpas­sung der Pfle­ge­sät­ze an die all­ge­mei­ne Preis- und Ein­kom­mens­ent­wick­lung ist für ihn unumgänglich.

Prof. Dr. Vol­ker Groß­kopf beschäf­tig­te sich in sei­nem Vor­trag mit der Stan­dar­di­sie­rung pfle­ge­ri­schen Han­delns, deren Über­füh­rung in die Pra­xis mit­un­ter erheb­li­chen Pro­ble­men begeg­ne. Als Haf­tungs­ri­si­ko Num­mer 1 im ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Sek­tor nann­te er die unter­schied­li­chen Sturz­ur­sa­chen. Gleich­zei­tig warn­te er aber vor über­trie­be­nen Qua­li­täts­be­schrei­bun­gen in der Stan­dar­di­sie­rung. Sei­en Sen­sor­ma­trat­zen und Licht­schran­ken ein­mal ver­an­kert, gel­ten die­se Maß­stä­be auch als Mess­lat­te in einem Haftungsprozess.

Das rechts­wis­sen­schaft­li­che Pro­gramm wur­de durch das Refe­rat von Rechts­an­walt Hubert Klein erwei­tert. Er berich­tet über Neu­ig­kei­ten auf dem Gebiet des Betreu­ungs­rechts. In der Fra­ge „Bett­git­ter – ja oder nein“ emp­fahl er eine enge, doku­men­tier­te Abspra­che mit dem Arzt.

Dem Enga­ge­ment aller Betei­lig­ten ist es zu dan­ken, dass der 10. Pfle­ge-Recht-Tag zu einer wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tung mit breit gefä­cher­tem The­men­spek­trum und hohem Infor­ma­ti­ons­ge­halt wurde.