Die Organ­spen­der­ra­te geht ste­tig zurück. Erst Anfang des Jah­res gab die Deut­sche Stif­tung Organ­trans­plan­ta­ti­on (DSO) die Organ­spen­der­zah­len für 2017 bekannt und muss­te den nied­rigs­ten Tief­stand seit 20 Jah­ren dekla­rie­ren.

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um reagiert dar­auf mit einem Ent­wurf für ein „Gesetz für bes­se­re Zusam­men­ar­beit und bes­se­re Struk­tu­ren bei der Organ­spen­de“ (GZSO). Mit dem Gesetz sol­len ins­ge­samt bes­se­re Vor­aus­set­zun­gen in den Kran­ken­häu­sern geschaf­fen wer­den, um auf die­se Wei­se zu errei­chen, dass mehr Leben durch Organ­spen­den geret­tet wer­den kön­nen. Das Minis­te­ri­um will mit dem Gesetz die Abläu­fe in Kran­ken­häu­sern, etwa bei der Erken­nung von Organ­spen­dern, opti­mie­ren.

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Die maßgeblichen Kernpunkte des Gesetzesentwurfs:

  • Für die Auf­ga­ben der Trans­plan­ta­ti­ons­be­auf­trag­ten möch­te man mehr Zeit ein­räu­men. Die Bemes­sung rich­tet sich dabei nach der Anzahl der Inten­siv­be­hand­lungs- bzw. Beatmungs­bet­ten in den Ent­nah­me­kran­ken­häu­sern.
  • Trans­plan­ta­ti­ons­be­auf­trag­te sol­len stär­ker in den Beur­tei­lungs­pro­zess ein­be­zo­gen wer­den, wenn es dar­um geht, ob ein Pati­ent als Organ­spen­der in Fra­ge kommt. Dazu erhal­ten sie unein­ge­schränk­tes Zugangs­recht zu den Inten­siv­sta­tio­nen sowie Ein­sicht in die Pati­en­ten­ak­ten.
  • Bes­se­re Ver­gü­tun­gen für Ent­nah­me­kran­ken­häu­ser: Eine Grund­pau­scha­le soll für die Leis­tun­gen gezahlt wer­den, die das Kran­ken­haus vor der Spen­der­mel­dung erbringt. Wei­te­re Pau­scha­len für die inten­siv­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung und Leis­tun­gen bei der Organ­ent­nah­me sind vor­ge­se­hen.
  • Ein ärzt­li­cher Bereit­schafts­dienst soll ein­ge­rich­tet wer­den, um mit die­sem auch klei­ne­re Kran­ken­häu­ser bei der Fest­stel­lung eines irrever­si­blen Hirn­funk­ti­ons­scha­dens zu unter­stüt­zen.
  • Ein flä­chen­de­cken­des Berichts­sys­tem zur Qua­li­täts­si­che­rung bei der Spen­der­erken­nung und Spen­der­mel­dung soll ein­ge­führt wer­den.
  • Dar­über hin­aus soll die DSO die Trans­plan­ta­ti­ons­be­auf­trag­ten bei der Opti­mie­rung der Organ­spen­de­pro­zes­se bera­tend zur Sei­te ste­hen.

Nähe­re Infor­ma­tio­nen zur Wider­spruchs­lö­sung, die auch im Gespräch ist, fin­den Sie hier.

Bundesärztekammer zum geplanten Gesetz

Der Prä­si­dent der Bun­des­ärz­te­kam­mer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Mont­go­me­ry, bekräf­tig­te den Ent­wurf für eine Organ­spen­de­re­form posi­tiv: „Der Ent­wurf ist eine gute Nach­richt für die Men­schen auf den War­te­lis­ten. Es ist höchs­te Zeit, dass der Gesetz­ge­ber end­lich die struk­tu­rel­len Hür­den besei­tigt, die für die nied­ri­gen Organ­spen­de­zah­len ver­ant­wort­lich sind.“ Wie die BÄK wei­ter mit­teil­te, wer­de sie den Ent­wurf nun im Detail ana­ly­sie­ren, um gemein­sam mit der Poli­tik wei­te­re Ver­bes­se­run­gen zu errei­chen. „Das sind wir den mehr als 10.000 Men­schen schul­dig, die in Deutsch­land drin­gend ein Spen­der­or­gan benö­ti­gen“, erklär­te Mont­go­me­ry.