Wäh­rend in Dres­den 10,2 Pro­zent aller Mit­glie­der die­se Leis­tung wahr­ge­nom­men haben, waren es in Gel­sen­kir­chen gera­de ein­mal ein Pro­zent. „Müt­ter in den neu­en Bun­des­län­dern keh­ren nach der Geburt ihrer Kin­der frü­her in den Beruf zurück als in den alten Bun­des­län­dern und sind ins­ge­samt häu­fi­ger Voll­zeit erwerbs­tä­tig“, so Hel­mut Schrö­der, Stell­ver­tre­ten­der Geschäfts­füh­rer des Wis­sen­schaft­li­chen Insti­tuts der (WIdO).

Die großen Städte im Osten liegen über dem Durchschnitt

Wäh­rend im Jahr 2012 nur 1,9 Pro­zent aller -Mit­glie­der das Kin­der­pfle­ge­kran­ken­geld nutz­ten, waren es 2016 bereits 2,8 Pro­zent. Somit haben von den 12,5 Mil­lio­nen erwerbs­tä­ti­gen -Mit­glie­dern mehr als 340.000 min­des­tens ein­mal Kin­der­pfle­ge­kran­ken­geld in Anspruch genom­men. Nach wie vor sind es zwar vor allem die Müt­ter, die ihr kran­kes Kind pfle­gen. Jedoch steigt der Anteil der Män­ner, die Kin­der­pfle­ge­kran­ken­geld bean­spru­chen, seit 2012 kon­ti­nu­ier­lich an: Von 25 auf fast 29 Pro­zent im Jahr 2016.

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Regio­nal gibt es gro­ße Unter­schie­de bei der Inan­spruch­nah­me von Kin­der­pfle­ge­kran­ken­geld. Beson­ders in den gro­ßen Städ­ten im Osten Deutsch­lands liegt der Anteil deut­lich über dem bun­des­wei­ten Durch­schnitt. In den acht größ­ten Städ­ten Ost­deutsch­lands nah­men im Schnitt 6,9 Pro­zent aller Beschäf­tig­ten min­des­tens ein­mal im Jahr Kin­der­pfle­ge­kran­ken­geld in Anspruch, in den west­li­chen gro­ßen Städ­ten waren es hin­ge­gen im Durch­schnitt nur 1,6 Pro­zent der Beschäf­tig­ten.

Kurze betriebliche Ausfallzeiten durch kranke Kinder

An der Spit­ze lag Dres­den mit 10,2 Pro­zent der AOK-Mit­glie­der, Schluss­lich­ter waren Duis­burg und Gel­sen­kir­chen (1,1 und 1 Pro­zent aller Mit­glie­der). „Für die­ses Phä­no­men dürf­te die jahr­zehn­te­lan­ge Tra­di­ti­on der Müt­ter­er­werbs­tä­tig­keit in Ost­deutsch­land eine wich­ti­ge Rol­le spie­len“, erläu­tert Hel­mut Schrö­der. „In den neu­en Bun­des­län­dern ist die Erwerbs­tä­ti­gen­quo­te der Müt­ter in allen Fami­li­en­pha­sen höher als in West­deutsch­land. Damit steigt auch die Wahr­schein­lich­keit, Kin­der­pfle­ge­kran­ken­geld in Anspruch neh­men zu müs­sen.“

Kin­der­kran­ken­geld­fäl­le zeich­nen sich durch kur­ze Fehl­zei­ten im Beruf aus. Eltern, die wegen eines kran­ken Kin­des feh­len, sind durch­schnitt­lich 2,3 Tage je Krank­heits­fall abwe­send: Bei knapp 82 Pro­zent die­ser Fehl­zei­ten wer­den drei Tage nicht über­schrit­ten. Im Ver­gleich dazu dau­ert die krank­heits­be­ding­te Fehl­zeit eines erwerbs­tä­ti­gen AOK-Mit­glie­des im Durch­schnitt 11,7 Tage je Fall.

Bis zu 10 Arbeitstage Krankengeld, wenn das Kind krank ist

Auch der Aus­bil­dungs­ab­schluss hat einen Ein­fluss dar­auf, ob Kin­der­pfle­ge­kran­ken­geld bean­tragt wird: So haben nur 1,2 Pro­zent der AOK-Mit­glie­der ohne einen beruf­li­chen Aus­bil­dungs­ab­schluss die­ses Ange­bot in Anspruch genom­men. Liegt hin­ge­gen ein aka­de­mi­scher Abschluss vor, steigt die­ser Anteil auf 5,6 Pro­zent. „Der gesetz­li­che Leis­tungs­an­spruch des Kin­der­pfle­ge­kran­ken­gel­des bie­tet gera­de bei den klas­si­schen Kin­der­krank­hei­ten eine sinn­vol­le Unter­stüt­zung für berufs­tä­ti­ge Eltern und kann hel­fen, Belas­tungs­fak­to­ren, wie Finanz­knapp­heit oder psy­chi­sche Anstren­gun­gen, im Zaum zu hal­ten“, so Hel­mut Schrö­der.

Eltern kön­nen bis zum 12. Geburts­tag ihres gesetz­lich ver­si­cher­ten Kin­des jeweils bis zu 10 Arbeits­ta­ge pro Jahr Kran­ken­geld bei Erkran­kung des Kin­des von ihrer Kran­ken­kas­se bezie­hen, wenn sie auf­grund einer ärzt­li­chen Beschei­ni­gung zur Beauf­sich­ti­gung, Betreu­ung oder ihres erkrank­ten Kin­des der Arbeit fern­blei­ben und wenn das kei­ne ande­re im Haus­halt leben­de Per­son über­neh­men kann. Bei Allein­er­zie­hen­den sind es bis zu 20 Arbeits­ta­ge. Leben meh­re­re Kin­der im Haus­halt liegt der Anspruch bei maxi­mal 25 bzw. 50 Arbeits­ta­gen für Allein­er­zie­hen­de.