Ein mit­an­ge­klag­ter Apo­the­ker (67) soll für fünf Jah­re ins Gefäng­nis. Ein drit­ter Beschul­dig­ter, der haupt­an­ge­klag­te Radio­lo­ge (59), hat sich ins Aus­land abge­setzt und wird mit inter­na­tio­na­lem Haft­be­fehl gesucht. Des­sen Ver­fah­ren wur­de dar­um abge­trennt.

Die bei­den Män­ner hat­ten nach Über­zeu­gung des Gerichts zusam­men mit dem flüch­ti­gen Ex-Chef von Han­se­rad die Kran­ken­kas­sen nach­weis­lich um acht Mil­lio­nen Euro geschä­digt. Die Gesell­schaft des Radio­lo­gen hat­te in gro­ßen Men­gen Rönt­gen­kon­trast­mit­tel beim Arz­nei­mit­tel­groß­han­del des Apo­the­kers gekauft und die Mit­tel in Ein­zel­do­sen abge­rech­net. Der Groß­teil des Rabatt­ge­winns floss über Tarn­fir­men an Han­se­rad. Die Staats­an­walt­schaft hat­te Haft­stra­fen von sie­ben und acht Jah­ren gefor­dert.

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Kon­trast­mit­tel wer­den Pati­en­ten übli­cher­wei­se vor radio­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen ver­ab­reicht, um Blut­ge­fä­ße, Gal­len­we­ge, Magen oder Darm bes­ser sicht­bar zu machen. Die Straf­kam­mer ging von gewerbs­mä­ßi­gem in 26 Fäl­len aus. Zudem hät­ten die Ange­klag­ten in wei­te­ren zehn Fäl­len Bei­hil­fe geleis­tet. Nach Auf­fas­sung der Rich­ter hat­ten sie den Tat­plan zwar nicht ent­wor­fen, jedoch wuss­ten sie von der Unrecht­mä­ßig­keit und muss­ten somit spür­bar bestraft wer­den. Von dem Vor­wurf des ban­den­mä­ßi­gen Betrugs wur­den sie am 18.08.2016 frei­ge­spro­chen.

, Urteil vom 18.08.2016, Az.: 618 KLs 6/15