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-2018-deutsch­landMar­co Di Bel­la

Spitzenverbände: Tendenziell optimistisch

Der Ver­band der Ersatz­kas­sen e.V. (vdek) zeig­te sich ins­ge­samt zufrie­den mit den Ergeb­nis­sen, die für die aus dem Koali­ti­ons­pa­pier her­vor­ge­gan­gen sind. Ins­be­son­de­re die Stär­kung der sta­tio­nä­ren Pfle­ge sowie der Alten­pfle­ge hob der vdek als posi­tiv her­vor. Der Koali­ti­ons­ver­trag stel­le die rich­ti­gen Wei­chen, um für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen in der Pfle­ge und ein bes­se­res Image des Beru­fes zu sor­gen. Die Wie­der­ein­füh­rung der pari­tä­ti­schen Finan­zie­rung hält der Ver­band für einen wich­ti­gen Schritt, um eine gerech­te Belas­tung in der Finan­zie­rung der Kran­ken­ver­si­che­rung zu schaf­fen. Posi­tiv sei­en zudem die Aus­ein­an­der­set­zung mit der War­te­zei­ten­pro­ble­ma­tik sowie die Absicht, den Mor­bi­di­täts­struk­tur­aus­gleich (Mor­bi-RSA) wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

Ten­den­zi­ell opti­mis­ti­sche, aber auch noch skep­ti­sche Wor­te, fand die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV). Wich­ti­ge Punk­te sei­en vor allem die sek­to­ren­über­grei­fen­de Not­fall­ver­sor­gung, der Aus­bau der Ter­min­ser­vice­stel­len sowie des Min­dest­sprech­stun­den­an­ge­bots, die Erhö­hung der Inves­ti­tio­nen in Kran­ken­häu­ser und der Struk­tur­fonds der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen (KVen). Aller­dings will die KBV noch abwar­ten, bis Klar­heit in den Rei­hen der SPD besteht, bevor die gesund­heits­po­li­ti­schen Punk­te bewer­tet wer­den. „Gut Ding will bekannt­lich Wei­le haben. Ich hof­fe, dass die­se Volks­weis­heit auch für das Ergeb­nis der Ver­hand­lun­gen der Koali­tio­nä­re gilt“, sag­te KBV-Vor­stands­vor­sit­zen­der Dr. Andre­as Gas­sen. Auch der GKV-Spit­zen­ver­band sieht wich­ti­ge The­men, wie Digi­ta­li­sie­rung, Not­fall­ver­sor­gung und Prä­ven­ti­on sowie die Stär­kung der Pfle­ge, berück­sich­tigt.

Positives und Enttäuschendes für den Ärztesektor

Prof. Frank U. Mont­go­me­ry, Prä­si­dent der Bun­des­ärz­te­kam­mer (BÄK), begrüß­te, dass sich dem Pro­blem des Ärz­te­man­gels ange­nom­men wird, indem Land­ärz­te geför­dert und der Struk­tur­fonds aus­ge­baut wer­den soll. Posi­tiv sei­en unter ande­rem auch die Stär­kung der Hos­piz- und Pal­lia­tiv­ver­sor­gung und die Reform des Medi­zin­stu­di­ums. Wich­tig sei, dass ver­nünf­ti­ge Lösun­gen in Bezug das Ver­gü­tungs­sys­tem gefun­den wer­den.

„Die im Ent­wurf des Koali­ti­ons­ver­tra­ges doku­men­tier­te Absicht, die Pfle­ge­per­so­nal­kos­ten vom Fall­pau­scha­len-Sys­tem aus­zu­neh­men, kann der Auf­takt zu einer tat­säch­lich bedarfs­ori­en­tier­ten und weni­ger rein erlös­ori­en­tier­ten Per­so­nal­ermitt­lung der Kran­ken­häu­ser sein“, kom­men­tier­te Dr. Andre­as Botz­lar vom Mar­bur­ger Bund den Koali­ti­ons­ver­trag. Dass kei­ne Maß­nah­men zur Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung beschlos­sen wur­den, sei hin­ge­gen ent­täu­schend. „Die Büro­kra­tie beglei­tet uns Ärz­te im Arbeits­all­tag auf Schritt und Tritt. Der Auf­wand für admi­nis­tra­ti­ve Tätig­kei­ten bean­sprucht immer mehr Arbeits­zeit, die an ande­rer Stel­le fehlt, wo sie im Sin­ne des Pati­en­ten bes­ser ein­ge­setzt ist. Die Poli­tik hat es selbst in der Hand, die Büro­kra­tiel­ast zu mini­mie­ren“, erklär­te Botz­lar wei­ter.

Skepsis aus dem Pflegesektor

Skep­tisch, ob die Ergeb­nis­se aus dem Koali­ti­ons­ver­trag tat­säch­lich auch so im Regie­rungs­pro­gramm umge­setzt wer­den, war der Deut­sche Berufs­ver­band für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK). Grund­sätz­lich gut sei­en die Vor­ha­ben trotz­dem, wie eine bes­se­re Bezah­lung in der Pfle­ge oder die Auf­sto­ckung der Per­so­nal­aus­stat­tung. Für den DBfK unbe­ant­wor­tet blieb aller­dings die kon­kre­te Umset­zung die­ser Vor­ha­ben, schließ­lich sei­en bereits in der Ver­gan­gen­heit etli­che sol­cher Lösungs­an­sät­ze geschei­tert.

Kon­kre­te Aus­sa­gen ver­miss­te auch der Deut­sche Pfle­gerat (DPR). Der Dach­ver­band wird die „“ wegen der schlech­ten Erfah­rung mit unver­bind­li­chen Ver­spre­chun­gen aus der Ver­gan­gen­heit kri­tisch beglei­ten. Zwar ber­ge der Koali­ti­ons­ver­trag Poten­zia­le, wenn es bei­spielswie­se um den Per­so­nal­aus­bau gehe. 8.000 Stel­len sei­en aller­dings auf lan­ge Sicht ein­deu­tig zu wenig: Der DPR sieht einen Bedarf von 50.000 Stel­len für die Lan­ge­zeit­pfle­ge.