Anzei­ge
avanti
Ulcus cruris venosum in Deutschland
Eine Ana­ly­se der Daten venen­kran­ker Ver­si­cher­ter der Bar­mer-GEK zeig­te auf: Ledig­lich jeder vier­te Betrof­fe­ne hat eine Kom­pres­si­ons­ver­sor­gung erhal­ten.Mar­co Di Bel­la

Ulcus cruris venosum mit Kompressionstherapie behandeln

Eine wich­ti­ge Säu­le der Ver­sor­gung von Men­schen mit Ulcus cru­ris veno­sum ist die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie. Mit einer Ban­da­gie­rung des Bei­nes wird hier­bei ein Druck erzeugt, der auf die Gefä­ße des Unter­schen­kels ein­wirkt und deren Durch­mes­ser ver­rin­gert. Die schma­le­re Pas­sa­ge erhöht die Fließ­ge­schwin­dig­keit des Blu­tes und stellt gleich­zei­tig die Funk­ti­ons­fä­hig­keit zer­stör­ter Venen­klap­pen wie­der her. Die­se Effek­te, die bereits im Ruhe­zu­stand des Bei­nes grei­fen, wer­den durch die soge­nann­ten Mus­kel- und Gelenk­pum­pen in Wade und Sprung­ge­lenk noch gestei­gert, wes­halb Betrof­fe­ne dazu ange­hal­ten sind, sich mit ange­leg­ter Kom­pres­si­ons­the­ra­pie zu bewe­gen.

Die Ver­sor­gung von Men­schen mit einem Ulcus cru­ris veno­sum bedarf eines erheb­li­chen pfle­ge­ri­schen und medi­zi­ni­schen Auf­wands. Die­se Ver­si­cher­ten neh­men das Gesund­heits­sys­tem stär­ker in Anspruch, so dass ihre Ver­sor­gung mit Krank­heits­kos­ten von jähr­lich 8.000 bis 10.000 Euro ver­bun­den ist. Hier­bei ent­fällt der größ­te Betrag auf die sta­tio­nä­re Behand­lung und ein Anteil von 2.000 bis 3.000 Euro auf die Ver­sor­gung mit Kom­pres­si­ons­ma­te­ri­al und Wund­ver­sor­gungs­pro­duk­ten. Ange­sichts der öko­no­mi­schen Bedeu­tung und der per­sön­li­chen Belas­tung der Betrof­fe­nen durch Krank­heits­last, Schmer­zen und Ein­schrän­kung der Lebens­qua­li­tät kommt der sach­ge­rech­ten und zeit­na­hen The­ra­pie des Ulcus cru­ris veno­sum eine hohe Bedeu­tung zu.

Eine Ana­ly­se der Daten venen­kran­ker Ver­si­cher­ter der Bar­mer-GEK zeig­te auf, dass ledig­lich jeder vier­te Betrof­fe­ne eine Kom­pres­si­ons­ver­sor­gung erhielt. Aktu­el­le Daten bestä­ti­gen die­se Ergeb­nis­se: Je nach Regi­on wer­den in Deutsch­land ledig­lich zwi­schen 33 Pro­zent und 41 Pro­zent der Pati­en­ten mit einem Ulcus cru­ris veno­sum durch eine Kom­pres­si­ons­the­ra­pie ver­sorgt. Ange­sichts der erheb­li­chen Rezi­di­vra­ten die­ses Krank­heits­bil­des und einer durch die Bar­mer-GEK im Jahr 2012 ermit­tel­ten Erkran­kungs­häu­fig­keit von 0,28 Pro­zent, wäre eine häu­fi­ge­re Ver­ord­nung und Anwen­dung der Kom­pres­si­ons­the­ra­pie ein wesent­li­cher Fak­tor zur Erhö­hung von Pati­en­ten­zu­frie­den­heit, der Wie­der­her­stel­lung und Siche­rung der Lebens­qua­li­tät Betrof­fe­ner bei gleich­zei­ti­ger Sen­kung der Krank­heits­last und des per­so­nel­len und finan­zi­el­len Auf­wands der Ver­sor­gung.