Dr. Motz, RA Preißler, Dr. Köster-Steinebach, Dr. Specht: Mehr Wettbewerb  im System (v.l.n.r.).
Dr. Motz, RA Preiß­ler, Dr. Kös­ter-Stei­ne­bach, Dr. Specht: Mehr Wett­be­werb im Sys­tem (v.l.n.r.).Stif­tung Gesundheit

Die Ham­bur­ger Rechts­an­wäl­tin Dr. Wieb­ke Baars refe­rier­te gemein­sam mit Dr. Peter Mül­ler, Vor­stand der Stif­tung Gesund­heit, über die recht­li­chen Pro­ble­me bei der Gestal­tung von Pra­xis-Home­pages. Ver­meint­lich harm­lo­se Adres­sen wie „der-zahnarzt-kampen.de“ oder „allgemeinmedizin-bielefeld.de“ sind laut den gesetz­li­chen Vor­schrif­ten gegen unlau­te­ren Wett­be­werb (UWG) unzu­läs­sig. Soweit dar­in eine Allein­stel­lungs­be­haup­tung gese­hen wer­den kann, gel­ten sie als irre­füh­rend und damit unlau­ter. Die glei­chen Risi­ken bestehen bei der Nut­zung der Begrif­fe „Insti­tut“ und „Zen­trum“, wenn es sich nur um eine klei­ne Pra­xis ohne ein fach­über­grei­fen­des medi­zi­ni­sches Ange­bot han­delt. Aus­nah­me: Die im Inter­net vor­ge­stell­te Pra­xis ist tat­säch­lich in eine For­schungs­ein­rich­tung integriert.

Äußers­te Vor­sicht ist auch beim Her­un­ter­la­den von Bil­dern, Gra­fi­ken und ins­be­son­de­re von Stadt­plä­nen aus dem Inter­net gebo­ten. Die­se sind urhe­ber­recht­lich geschützt und dür­fen nur mit Zustim­mung des Urhe­bers benutzt wer­den. Man­che Fir­men, so Baars, ver­wen­den eige­ne Web­craw­ler, die nicht geneh­mig­te Ver­wen­dun­gen von Kar­ten­ma­te­ri­al auf Home­pages iden­ti­fi­zie­ren können.

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Über die neue Situa­ti­on bei den Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen und deren Pro­jek­te berich­te­te Dr. Ilo­na Kös­ter-Stei­ne­bach von der Stabs­stel­le für Stra­te­gie und Ver­sor­gung der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung : Die KVen haben ihr Ver­trags­mo­no­pol ver­lo­ren. Der Direkt­ver­trag der mit ein­zel­nen Arzt­grup­pen in Baden-Würt­tem­berg ohne KV-Betei­li­gung mar­kiert den Beginn einer neu­en Ära.

Mit neu­en Pro­jek­ten wol­len und müs­sen sich die KVen im Wett­be­werb behaup­ten; aller­dings ist die Rechts­la­ge bei der Grün­dung von Toch­ter­ge­sell­schaf­ten viel­fach wider­sprüch­lich. Die KV hat die Gedi­kom GmbH als hun­dert­pro­zen­ti­ge Toch­ter gegrün­det – deren Basis ist jedoch „deli­kat“.

Die recht­li­che Grund­la­ge ergibt sich aus § 75 SGB V. Die­se Vor­schrift bezieht sich aber auf Inhalt und Umfang des Sicher­stel­lungs­auf­trags, nicht ori­gi­när auf die Auf­ga­ben von Dienst­leis­tungs­ge­sell­schaf­ten. Doch da heißt es, die KVen könn­ten mit Zustim­mung der Auf­sichts­be­hör­den wei­te­re Auf­ga­ben über­neh­men, „ins­be­son­de­re für ande­re Trä­ger der Sozialversicherung“.

Medi­zin­rechts­fach­an­walt Rein­hold Preiß­ler aus Fürth, der über die recht­li­chen Gren­zen des Han­delns der KVen refe­rier­te, betrach­tet die­ses Vor­ge­hen der KV Bay­ern als rechts­kon­form. Aber: „Das ist bei den ande­ren KVen nicht immer so.“