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Links: Nicht nur Kinderchirurgin Dr. Frauke Schwier (li.) und Schwester Insa (re.) haben Timur während des mehrwöchigen Klinikaufenthalts in ihr Herz geschlossen. Rechts: Timor genoss die  Sommertage auf dem Spielplatz des Uniklinikums.
Links: Nicht nur Kinder­chir­ur­gin Dr. Frauke Schwier (li.) und Schwes­ter Insa (re.) haben Timur während des mehrwö­chi­gen Klinik­auf­ent­halts in ihr Herz geschlos­sen. Rechts: Timor genoss die
Sommer­tage auf dem Spiel­platz des Unikli­ni­kums.
Bild: Thomas Albrecht/Uniklinikum Dresden

Ärzte und Pflegende der Klinik für Kinder­chir­ur­gie am Univer­si­täts­kli­ni­kum Carl Gustav Carus Dresden haben dem fünfjäh­ri­gen Timur ein großes Stück Lebens­qua­li­tät geben: Der Kirgise kam ohne Öffnung des Enddarms am Gesäß zur Welt und konnte in seinem Land ledig­lich mit einem künst­li­chen Darmaus­gang versorgt werden. Nach zwei Opera­tio­nen, deren Kosten die Ärzte der Kinder­chir­ur­gie zum großen Teil selbst übernah­men, kann der Junge nun zum ersten Mal in seinem Leben ganz normal auf die Toilette gehen.

„Es war uns ein Herzens­wunsch, Timur mit der Opera­tion ein norma­les Leben zu ermög­li­chen. Wir haben an unserer Klinik die Exper­tise und die notwen­di­gen Mittel für eine erfolg­rei­che Behand­lung, da sollte es nicht am Geld schei­tern“, sagt Prof. Guido Fitze, Direk­tor der Klinik für Kinder­chir­ur­gie, der den Jungen gemein­sam mit Oberarzt Dr. Chris­tian Kruppa operiert hat. Um die OPs und die weitere Versor­gung zu finan­zie­ren, verzich­tete ein Großteil der Kinder­chir­ur­gen auf eine klinik­in­terne Umlage, sodass ein fünfstel­li­ger Euro-Betrag zusam­men­kam, über den die Stiftung Hochschul­me­di­zin Dresden einen Großteil der Behand­lungs­kos­ten finan­ziert. Ein Drittel der Kosten übernimmt das Klini­kum direkt.

Die beson­dere Heraus­for­de­rung bei der opera­ti­ven Korrek­tur bestand darin, dass Timur nach der Geburt im Rahmen einer Not-OP ledig­lich einen künst­li­chen Darmaus­gang erhielt: Dieser wurde nötig, weil bei dem Jungen der Anus nicht ausge­bil­det war, so dass die kirgi­si­schen Chirur­gen den Dickdarm auf die Bauch­de­cke verle­gen mussten. Der Stuhl­gang des Jungen wurde deshalb in einem Beutel aufge­fan­gen. Das beein­träch­tigte die Lebens­qua­li­tät des quirli­gen Kirgisen.

Auf solche Eingriffe spezia­li­sierte Kranken­häu­ser – in Deutsch­land sind dies etwa 15 Klini­ken – versor­gen Kinder mit fehlen­dem Darmaus­gang unmit­tel­bar nach der Geburt mit einem korri­gie­ren­den Eingriff. Ein möglichst früher korri­gie­ren­der Eingriff hat den Vorteil, dass sich Nerven­sys­tem und Musku­la­tur frühzei­tig an die Abläufe einer Darment­lee­rung gewöhnen.

Dass Timur über fünf Jahre mit dem künst­li­chen Darmaus­gang lebte, stellte für die Kinder­chir­ur­gen eine zusätz­li­che Heraus­for­de­rung dar. Doch der Kirgise brachte gute Voraus­set­zun­gen für eine erfolg­rei­che OP mit: Die umfang­rei­chen Vorun­ter­su­chun­gen stimm­ten die Dresd­ner Spezia­lis­ten optimis­tisch. Die Anlage des Enddarms und der Muskeln ist bei Timur so gut angelegt, dass der opera­ti­ven Rekon­struk­tion des Anus nichts im Wege stand. „Timur hat sich nach der zweiten Opera­tion gut entwi­ckelt. Er lernt nun den Stuhl zu halten und auf die Toilette zu gehen“, sagt Dr. Kruppa. Die weitere Versor­gung des Jungen kann deshalb am Haupt­sitz des Friedens­dorf e.V. erfolgen.