Der Ent­wurf der Regie­rung für ein Gesetz „zur bes­se­ren Ver­ein­bar­keit von Fami­lie, Pfle­ge und Beruf“ (BT-Drucks. 18/1324) sieht die Weit­ent­wick­lung des Fami­li­en­pfle­ge­zeit­ge­set­zes (FPflZG) und des Pfle­ge­zeit­ge­set­zes (PflZG) vor. Das neue Regel­werksoll Anfang des kom­men­den Jah­res in Kraft tre­ten.

Kon­kret sieht das Gesetz die Ein­füh­rung eines Rechts­an­spruchs auf eine zehn­tä­gi­ge Berufs­aus­zeit vor, um die Pfle­ge eines nahen Ange­hö­ri­gen zu orga­ni­sie­ren. Dem Arbeit­neh­mer soll in die­ser Zeit ein Pfle­ge­un­ter­stüt­zungs­geld von etwa 90 Pro­zent des Net­to­ge­hal­tes als Lohn­er­satz­leis­tung gezahlt wer­den. Wäh­rend die­ser Zeit soll Kün­di­gungs­schutz bestehen. Zudem soll ein Rechts­an­spruch auf die bereits exis­tie­ren­de Fami­li­en­pfle­ge­zeit von bis zu 24 Mona­ten ein­ge­führt wer­den. In die­ser Zeit kön­nen Beschäf­tig­te ihre Wochen­ar­beits­zeit auf min­des­tens 15 Stun­den redu­zie­ren, wenn sie einen nahen Ange­hö­ri­gen in häus­li­cher Umge­bung pfle­gen. Der Rechts­an­spruch soll aller­dings nicht in Betrie­ben mit 15 oder weni­ger Beschäf­tig­ten gel­ten. Zur Absi­che­rung des Lebens­un­ter­hal­tes sol­len die Beschäf­tig­ten vom Bund ein zins­lo­ses Dar­le­hen erhal­ten. Mit die­sem Dar­le­hen sol­len zukünf­tig auch jene Beschäf­tig­te geför­dert wer­den, die eine sechs­mo­na­ti­ge in Anspruch neh­men, auf die bereits ein Rechts­an­spruch besteht. In die­ser Zeit kön­nen sich Beschäf­tig­te teil­wei­se oder ganz von ihrem Arbeit­ge­ber frei­stel­len las­sen, um einen nahen Ange­hö­ri­gen in häus­li­cher Umge­bung zu pfle­gen. Für die Pfle­ge eines min­der­jäh­ri­gen Kin­des soll der Rechts­an­spruch auf Pfle­ge- und Fami­li­en­pfle­ge­zeit auch dann gel­ten, wenn die­se außer­häus­lich erfolgt. Wäh­rend der Fami­li­en­pfle­ge­zeit und der gilt ein Kün­di­gungs­schutz.

Anzei­ge
ConvaTec Online Seminar

Mit der Geset­zes­no­vel­le soll zudem der Kreis der „nahen Ange­hö­ri­gen“ erwei­tert wer­den. Neben Eltern, Groß­el­tern, Kin­dern, Geschwis­tern und Ehe­part­nern sol­len dazu in Zukunft sol­len Stief­eltern, lebens­part­ner­schaft­li­che Gemein­schaf­ten sowie Schwä­ge­rin­nen und Schwa­ger zäh­len. In sind nach Anga­ben der Regie­rung rund 2,62 Mil­lio­nen Men­schen pfle­ge­be­dürf­tig. Rund 1,85 Mil­lio­nen Pfle­ge­be­dürf­ti­ge wür­den ambu­lant ver­sorgt, zwei Drit­tel von ihnen aus­schließ­lich durch Ange­hö­ri­ge. Vor­wie­gend wer­de die Pfle­ge inner­halb der Fami­lie von Frau­en geleis­tet.